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Zum Hohenzollernjubiläum 1915. Der Krieg 1915

Full text: Zum Hohenzollernjubiläum 1915. Der Krieg 1915

IX
entwickelte sich auch ruer ein Stellungskrieg, in dem die T�rken die ganze Halbinsel allm�hlich in ein System cou
Sch�tzengr�ben verwandelten, bas den Angriffen der Feinde einen un�berwindlichen Widerstand entgegensetzte, w�hrend
andererseits das Feuer der Dardanellenfestungen, unterst�tzt durch die Torpedos der deutschen Unterseeboote, die trotz der
englischen Wachschiffe durch die Stra�e von Gibraltar ins Mittelmcer gelangt waren, der englisch-franz�sischen Flotte
so schwere Verluste zuf�gten, da� in den wechselfallen dieses Dardanellenkrieges die Angreifer inNachteil gerieten und
keine erheblichen Fortschritte machen konnten. Auch ein Angriff der russischen Schwarzmeerflotte auf den Bosporus
blieb ohne Ergebnis. Die tapfere Verteidigung der T�rken war durch deulsche Gfftziere organisiert worden; fett dem
29. M�rz kommandierte an den Dardanellen Aman von Sanders; seit dem fH. April hat von der Goltz Pascha eine
Zeitlang die F�hrung der eisten t�rkischen Armee gehabt. Immer mehr kamen die Engl�nder und Franzosen zu der
Einsicht, da� fie einer Mitwirkung der Valkanstaaten bed�rften, um einen Erfolg zu erringen, w�hrend auf der
anderen Seite die T�rkei von der Gefahr bedroht wurde, da� es schlie�lich an Munition mangeln werde, da Rum�nien
die Durchfuhr verweigerte. (Eine tandverbindung zwischen der T�rkei und den Mittelmachten wurde so im Tauf der
Zeit ein dringendes Bed�rfnis, welches die Heeresleitung der Verb�ndeten ins Auge fassen mu�te.
Ver Stand des Arieges im M�rz und April, der von der gegnerischen Presse mit der gewohnten Ueber-
treibung und Entstellung der Tatsachen als g�nstig und aussichtsvoll dargestellt wurde, bef�rderte auch den Umschwung
der Politik in Italien, das bisher eine abwartende Haltung bewahrt hatte, nun aber dem 53j�hrigen V�ndmsverh�ltms
zum Trotz sich den Gegnern des Dreibundes anschlo�, um an ihrer Seite die Befriedigung seiner w�nsche zu erlangen
und auch noch etwas von dem Siegeslorbeer zu erhaschen, den jene immer noch f�r sich erhofften. Schon feit den,
Ausbruch des Arieges mit der T�rkei, und besonders seit dem Dezember war die Haltung Italiens immer unsicherer
geworden. Eben damals war der fr�here Reichskanzler F�rst V�low, ein alter Freund und guter Aenner Italiens,
an Stelle des erkrankten Botschafters von Flotow in au�erordentlicher Sendung nach Rom gegangen, um den ver-
h�ngnisvollen Schritt, den Italien zu tun im Begriff war, wom�glich noch auszuhalten, was in Italien zum Ariege
dr�ngte, war einerseits der alle Ha� gegen Gestcrreich, der durch das lange Bundesverh�llnis keineswegs ausgel�scht
war, das gl�hende Vegehren nach einer Erweiterung der Grenzen, die nicht blo� das �unerl�ste Italien" dem National
staat einverleiben, sondern auch die strategische Stellung des K�nigreiches Gesterrcich gegen�ber in durchgreifender
weise verbessern und die Herrschaft �ber die Adria f�r Italien sichern sollte; auf der andern Seite die Hinneigung
der radikalen Demokraten zu dem republikanischen Frankreich, das jetzt gern als lateinische Schwestcrnation bezeichnet
wurde, obwohl es noch in den Tripolis-Wirren Italien eine recht grimmige und hochm�tige Miene gezeigt hatte;
dazu der m�chtige Einfiu� der Freimaurer, die von der pariser Vrientloge ihre Cosung erhielten. Emc k�ufliche
presse arbeitete schon lange im Solde der Dreiverbandsm�chte und erhielt jetzt freieren Spielraum.
Von deutscher Seite lie� man es an Bem�hungen nicht fehlen, die besonnenen Elemente, die bisher noch in
der italienischen Regierung das Ucbergewicht gehabt hatten, zu erhalten und zu st�rken. Seit dein Dezember waren
Verhandlungen im Gange, die darauf abzielten, einen Teil der italienischen w�nsche, der als nicht ganz unberechtigt
erscheinen konnte, durch Zugest�ndnisse von �sterreichischer Seite zu befriedigen, um Italien in der Neutralit�t festzuhalten.
Die deutsche Regierung lie� sich dabei angelegen sein, auf Vesterreich freundschaftlich einzuwirken, um die Regierung
Raiser Franz-Josephs, in der die ausw�rtigen Angelegenheiten im Januar aus der Hand des Grafen Verchtold in
die des ungarischen Barons Vurian �bergegangen waren, dazu zu bewegen, in ihren Zugest�ndnissen so weit zu gehen,
wie es mit der Ehre und den Interessen der Doppelmonarchie nur irgend vereinbar schien. Nach langein Z�gern
erkl�rte sich die �sterreichisch-ungarische Regierung endlich bereit, den italienischen Teil Tirols an Italien abzutreten,
ebenso das westliche Ufer des Isonzo, soweit die Bev�lkerung italienisch war, mil der Stadt Gradisca; Trieft sollte
zu einer freien Kaiserlichen Stadt gemacht werden, mit italienischer Stadtverwaltung und einer italienischen Universit�t ;
auf albanische Gebiete erkl�rte Oesterreich keine Anspr�che erheben zu wollen, es war bereit, die Hoheit Italiens �ber
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