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Zum Hohenzollernjubiläum 1915. Der Krieg 1915

Full text: Zum Hohenzollernjubiläum 1915. Der Krieg 1915

VIII
In Galizien fiel nach heldenm�tiger genuteter die non dem General von Ausmanek verteidigte Festung
prsemysl in die H�nde der Russen, nicht durch Waffengewalt, sondern durch den Hunger bezwungen. Die russische
Velagerungsarmee wurde nun frei und verst�rkte den Angriff auf die Kar paffe. Die Russen gelangten an
einigen Stellen �ber die Aannnh�he des Gebirges und bis au den Rand der ungarischen (Ebene. ?s war ein schweres,
blutiges Ringen in dem noch winterliche�: Gebirge; aber im Laufe des April gelang es den verb�ndeten Truppen,
die Angreifer mehr und mehr zur�ckzudr�ngen, so da� sie Ende April selbst zum Angriff �bergehen konnten. Auch
in der Bukowina mu�ten Mc Russen vor den verb�ndeten Truppen weichen; Ende April konnten deutsche und
�sterreichisch Truppen sogar schon bis an die Grenze vordringen und Nessarabien bedrohen, In westgalizien
zog sich die Front an der Viala-Dunajec^inie entlang; in S�dpolen setzte sie sich an der Nida fort, dann weiter an
der Rawka und Vzura und im Norden der Weichsel an der tinte von Narew, Nobr und Njemen.
Den A�mpfcn im Gsten entsprachen im Westen erneute Anstrengungen namentlich der Franzosen, die den
Zweck verfolgten, den Russen 3uft zu machen und die vorausgesetzte Schw�chung der deutschen Westfront auszubeuten.
Der �Winterschlacht in Masuren" folgte die �Winterschlacht in der Champagne", die vom Februar bis zum
9. M�rz dauerte und zwei H�hepunkte zeigt: den gro�en Durchbruchsversuch bei f)erthes, der auf Vouziers an der Aisne
gerichtet war, aber v�llig mi�lang (28. Februar), und den Kampf um die Tarettoh�he bei Arras si. M�rz), wo die
feindliche Stellung namentlich von badischen Truppen erobert wurde. Es war ein schwerer Mi�erfolg f�r die Franzosen;
diese A�mpfc haben sie H5000 Mann gekostet, das Dreifache unserer Verluste. Bei Apcrn f�hrten die fortgesetzten
A�mpfe seit dem 22. April zu einer Vorschiebung unserer Stellung, doch konnte ein Durchbruch auch jetzt nicht erreicht
werden. Zwischen Maas und Mosel scheiterten franz�sische Angriffe, namentlich am 5. April; am 20. April siegten
deutsche Truppen bei Nombres und vermochten die Stellungen gegen Verdun etwas vorzuschieben, Im ganzen aber
blieb auch diesmal die Front unver�ndert.
Je mehr die Heftigkeit der A�mpfe auf den beiden Hauptfronten im Westen und im Gsten nach den gro�en
vorangegangenen Anstrengungen im M�rz und April abnahm, im Vsten namentlich auch, weil die grundlosen Wege
vielfach den Operationen Stillstand geboten, desto mehr trat der t�rkische Arieg in den Vordergrund des Interesses.
Hier handelte es sich um einen der Hauptkampfpreise des Weltkrieges. Vie Erkl�rungen der russischen Minister in der
Vumasitzung von: 9. Februar hatten der Welt vollends die Augen dar�ber ge�ffnet, da� Ru�land auf die Erwerbung
Aonstantinopels und der Meerengen samt der angrenzenden A�ste des Schwarzen Meeres ausging und da� es dar�ber
mit England zu einem Einverst�ndnis gelangt sein mu�te, wobei freilich auch die Engl�nder wohl ihre Vorbehalte
gemacht hatten, um ihre Seeherrschaft im �stlichen Mittelmeer zu sichern. Ver Arieg der T�rkei mit Ru�land war
bisher im Schwarzen Meer und am Kaukasus, der mit England namentlich in Mesopotamien und Aegypten gef�hrt
worden; die T�rken hatten dem Vordringen der Engl�nder auf Vagdad zu erfolgreich Widerstand geleistet und hatten
in vorl�ufigen Erkundungsgefechten auch schon den Suez-Aanal erreicht und an einer Stelle �berschritten. Eine gro�e
Entscheidung aber war noch nirgends gefallen. In der zweiten H�lfte des Februar begann nun eine englisch-franz�sische
Flotte den Angriff auf die Dardanellen, w�hrend Ru�land in Vdessa eine Armee f�r den Angriff auf Aonstantinovel
zusammenzog. Aber w�hrend die russische Orientarmee seit Ende April durch die Fortschritte der �sterreichisch-
ungarischen und deutschen Truppen von dem Valkan-Schauplatz abgezogen wurde, entwickelte sich die englisch-franz�sische
Unternehmung gegen die Dardanellen zu einer Anegshandlung in gro�em Stil. Die Engl�nder besetzten trotz der
Neutralit�t Griechenlands die griechischen Inseln kemnos, Imbros und Mytilene und benutzten namentlich den treff-
lichen Hafen von Mudros auf 3emnos als Gperationsbasis gegen die Meerengen. Die �u�eren Dardanellenforts
Aum-Aalessi und Sed-il-Vahr wurden bombardiert und zum Teil besch�digt, auf verschiedenen Punkten der Halbinsel
von Gallivoli wurden seit dem April Truppen gelandet, neben franz�sischen namentlich solche, die England aus allen
Teilen seines Weltreichs, auch aus Indien und Australien Zusammengebracht hatte; bei Sed-il-Vahr, An Vurun,
sp�ter auch noch bei Anafarta. wurden unter dem Schutz der Kriegsschiffe verschanzte kager errichtet; es
        
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