Path:
Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

194
Dein rosenfarbener Vricf, liebe Charlotte, hat mir recht viele, innige Freude gemacht, nicht des rosenfarbenen
Oapieres wegen, fondern wegen das, was darauf geschrieben steht. Wenn Vu die herrlichen Vors�tze stets vor Augen
beh�ltst, die dieses Vlatt enthalt, so wird Gott Dich gewi� daf�r segnen, und Deine Hoffnung, wenn es an der Zeit
seyn wird, erf�llen, bis dahin aber st�rke Dich im Guten, und trachte dahin Deinen Vors�tzen zu gen�gen.
Eure Vriefe, lieben Rinder, machen mir jederzeit die gr��te Freude, allein der hiesige Aufenthalt verstattet
mir nicht, Euch so regelm��ig zu antworten, als ich wohl m�chte.
Nieine Reise nach England ist beinah als befchlo�en anzusehen, die Einladung war nicht abzulehnen, der
Prinz-Regent fordert mich dazu auf und ineine Schwester w�nscht es sehnlich, von London �ber Wien nach Verlin
zu reisen, ist auch nicht der n�chste weg, allein auch diese Einladung lie� sich nicht ablehnen, dann aber Basta.
Der kleine Aosak sso! Ural-Aosak?) ist allerliebst, ich w�nsche und hoffe, da� alle (Lissons, die ich von
hier geschickt habe, Dir und Euch allen Freude gemacht haben m�gend
kcbt wohl, ich k��e Euch alle insgesammt von ganzem Herzen.
Paris d. ;3""May Friedrich Wilhelm.
Empfehle mich dem Andenken der Gr�fin Vo�, und viele Aomplimente an s�mmtliche Herren und Damen,
die um Euch sind. Tage der Gr�fin vo�, da� ich ihren Vrief, den sie mir durch den Major kedebur zugeschickt,
erst heute erhalten habe.
Wien den 9 October ;g^.
Da� ich mich wohl befinde und da� wir in einem fortw�hrenden 3aus und Vraug leben, ist alles was ich
Dir, liebe Charlotte, von hier zu schreiben die Zeit habe; das �brige wird Euch wohl die Zeitung mittheilen. Meinen
herzlichen Gru� f�r Euch alle, lieben Kinder, und meinen Dank f�r die, so mir geschrieben haben; Fritzens Vrief
5. l�. Fritz hat nur viel Zu lachen gegeben Der Gesellschaftliche Con, vorz�glich der hiesigen Damen, ist recht artig
und angenehm, versteht sich, wie immer, im Allgemeinen gesagt. Tante Taxis, die hier gro� Haus h�lt, gab vor-
gestern eine sogenannte 5nll6c!, wo etwas mustzirt und getanzt, auch Vlindekuh Vlmdekuh) gespielt ward,
das ganz unterhaltend war. Heute bin ich schon Tage hier, wie lange dieser Aufenthalt aber noch dauern wird,
l��t sich bis jetzt noch gar nicht beurtheilen. Lebt recht wohl, ich segne und umarme Euch in Gedanken.
Friedrich Wilhelm.
Meine Empfehlung an Gr�sin vo�, und meine Gr��e f�r alle in� gro�en m�nnlich weiblichen Hauptquartier.
Heute Abend ist ein pr�chtiges Fest von 4000 Personen angesagt, wo H8 der elegantesten Damen die H Elemente
vorstellen werden. Cherese, die dick und fett wird, ist auch dabey, sie l��t viele Aomplimente machend einigen
Eagen gehen wir auf ein paar Tage nach Gfen m Ungarn.
Das Ableben unserer guten alten Exzellenz � hat mich recht schmerzhaft �berrascht. Die gute Alte! wie oft
noch werden wir sie vermi�en und uns ihrer erinnern. Dir, liebe Charlotte, und Euch allen mu� dieser Verlust
gewi� auch recht nahe gehen, auch hier hat alles was sie gekannt, ich m�chte fast sagen, auch was sie nicht gekannt,
ihren Verlust recht wahr und aufrichtig bedauert, �o gewi� ich auch bis dahin gehofft und erwartet hatte, sie bey
meiner R�ckkehr nach Berlin heiter und gesund, so viel ein solches Alter es zulie� wieder zu finden, und so sehr ich
bedauere, da� dieses nicht hat geschehen k�nnen, so ist es mir doch eigentlich lieber, da es einmal geschehen mu�te,
da� dieser Fall w�hrend meiner Abwesenheit eingetreten ist. Von hier aus Bestimmungen zu geben, wie es mit dem
entseelten A�rper der 3eeligen zu halten, habe ich nat�rlich der Entfernung wegen nicht lhun k�nnen, ich mu� also
1Friederike Herzogin von Nork. � 3 vgl. Gr�fin Vo%, Neunundsechzig 3at|re, S.
�
a Vrief des Kronprinzen vom y, Gktober
mir einer humoristischen Schilderung der Feier des Geburtstags der Prinzessin Friederike, 30. September. �
*F�rstin Marie.Th�r?se E�terhazy,
Tochter der �Cantc CaxiZ". � 5 Gr�fin Po� war am 55. Dezember \8\n gestorben.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.