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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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gern �ber Politik, wenn es nicht se^n mu�. Dem Vranier habe ich �brigens ganz in der Art gesprochen, und auch
er schien mit mir einverstanden. ...
Vie Wilhelm schreibt, ist er wie eine Vombe ins Winterpalais gefallen. Vie Szenen des Wiedersehens nach
allem, was seit Deiner Abreise von hier vorgefallen ist, schildere ich mir sehr lebhaft. Petersburg ist schon und wird
taglich mehr der Sammelplatz bedeutender Personen, die Veileids und Gl�ckw�nsche zu �berbringen haben: etwas genant
wird dies werden f�r beide Majest�ten; in wenig Tagen erwarten wir Wellington auf seiner Durchreise.
Wilhelm, Sch�ler, Thiele u. s. w. h�ren nicht auf �ber Veine kleine Familie ihr freudiges Erstaunen
auszudr�cken; ganz besonders formirt aber soll Sascha seyn, der sich sowol als Grenadier und Husar ganz aller-
liebst pr�sentiren soll.
Da S. A. 2N. die ihm geb�hrenden Benennungen von mir, wie Vu mir schreibst, nicht wohlgef�llig auf-
genommen haben, so habe ich sie diesmal ganz unterla�en; ist es nun nicht recht, so tr�gt Er allem die Schuld.
wenn er sich nur nicht zu sehr mit unabl�'�igem Arbeiten bis sp�t in die Nacht anstrengen m�chte und sich dadurch
eine Arankheit zuzieht.
Von hier schreibe ich nichts, da Trubetzkoi Dir manches m�ndlich berichten wird, untern anderm in Betreff
des gestrigen D�jeuner dansant, das von \2 bis 9 gedauert hat.
Adieu, mein geliebtes Rind, gehab Dich wohl: Gott sch�tze Dich.
L.W.
Verlin den 6 Nlarz
. . . wie sehr hat uns das Unwohlseyn des lieben HnKn^n beunruhigt! Gottlob, da� Wilhelms Nachrichten
zufolge das Fieber aufgeh�rt hatte. Veschw�re doch den theuern Kaiser, da� er sich nicht so �berarbeite und mehr
auf seine Erhaltung bedacht sey; man zittert, wenn man h�rt, wie wenig dies von ihm geachtet wird.
Nun gehen bald die erneuerten Trauertage bei Luch an; wie f�rchterlich werden sie seyn! Gott stehe Euch
allen bei und verleihe Euch Ar�fte, um sie �berstehen zu k�nnen.
In wenig Tagen kehrt auch der wieder, einer der beiden f�r uns immerw�hrenden Trauertage. Dein
und Wilhelms Gedanken und der guten kuiss ihre nicht minder sind alsdann gewi� mit den unsrigen auf denselben
Gegenstand fixirt. Gro�er Golt, schon Jahre sind dahin, seitdem dieser Tag f�r uns aufh�ren mu�te, ein Tag
der Freude zu se^n.
F.lv.
Charlottenburg d. ?/;y Sept. 1826.
Gott se-f gelobt und gebenedeyt, da� die Ar�nung, zu der ich Dir und dem sich immer gleich herrlich und
trefflich zeigenden 5inico^i�� meinen herzlichsten Gl�ckwunsch abstatte, gl�cklich vor�bergegangen ist', und da� er Dir
Araft verlieh, sie ohne bedeutende Beschwerde zu �berstehen, welche erhabenen Momente haben dabei statt gefunden,
ich spreche nicht von denen, die die Zeremonie herbeif�hrte, sondern von denen, die aus den innern Gef�hlen und aus
den: Genl�th derjenigen hervorgingen, denen darinn die Hauptrollen angewiesen waren, ks ist unglaublich, welche
allgemeine Sensation die �berall erregt hat. Ich h�tte Dir gern fr�her schon auf Deinen Vrief geantwortet, der die
Anzeige des so hochwichtigen Tages enthielt, allein die vielen hohen Herrschaften, die jetzt hier beisammen sind un:
den Man�vern beizuwohnen, veranla�en mit diesen zusammen genommen einen so betr�chtlichen Zeitaufwand, da�
ich fast gar nicht zu Athem komme und Dir auch heute nur diese wenige Zeilen zu schreiben im Stande bin. .. .
F.W,
! 5U. M�rz. Geburtstag der R�nigin tlttse. � 2 2. September 582�, Zchiemann II,
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