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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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war alles beim alten, nur mit dem Unterschiede, da� alle erwachsene Personen ohne perjarniden ssoh im gelben Zimmer
ihre Geschenke erhielten; die liebe Jugend dagegen, und zwar mit perjamiden, im Saale bescheert ward.
Gott besch�tze Luch alle! tebe wohl und empfiehl mich den, Aaiser.
F.w.
Berlin den 3/(5 Jan. 1826.
Diese Zeilen, geliebtes Aind, schreibe ich Dir, um den Gramer^ nicht mit leeren H�nden von hier abziehen
zu la�en. Diese Nacht kam er an und heute Abend schon wird er seine Reise wieder fortsetzen; auch er f�hlt so ganz
wie es seyn mu� das unerme�liche unseres Verluste.
Gestern sah ich Crubetzkoi^; ich kann Dir nicht sagen, wie heftig ich bei seinem Eintritt ergriffen ward! �
U)ie viel Details und h�chst bedeutende Einzelheiten wu�te er nur �ber den 1^/26 mitzutheilen; wahrlich: es schaudert
einen immer von Neuem, wenn inan so etwas zu h�ren hat, und wie sehr m��en wir nicht der Vorsehung danken,
da� sie noch alles so gelenkt und dem Kaiser die Araft verliehen hat, um sich in der kritischsten aller kagen so zu
zeigen, wie er sich gezeigt hat; alles ist �ber ihn enthusiasmirt! Gott sey gedankt daf�r.
Der Kaiserin Mutter bitte ich meinen unterth�nigen Dank zu sagen f�r ihr so gn�diges freundschaftliches
Andenken; ach, sie wei� ja, wie innig ich ihr ergeben bin und wie unendlich hoch ich sie achte. M�ge Gott auch
ihr Araft verleihen, um ihren, so gerechten Seelenkummer nicht zu unterliegen.
Da� Nikolai sich unseres Aaiser Alexander Grenadier Regiments so gn�dig erinnert hat und ihm die Uniform
des seeligen Amsers als Andenken �berschickt, hat mich �ber alle ma�en erfreut und ger�hrt; gewi� mu� dies ein
neuer Sporn f�r selbiges seyn, sich eines solchen Namens auch bis in die fernste Zukunft w�rdig zu beweisen.
Empfange von neuein meinen innigen Dank f�r alle Nachrichten, die Du mir unausgesetzt �ber alles giebst,
sie dienen uns zur wahren Beruhigung; das Manifest, ich glaube, es ist vom datirt, ist ein wirkliches Meisterst�ck
und die Anrede Nikolai's an das (�ol-ps �iploinati^ue ist es nicht minder; es bleiben unverge�liche Aktenst�cke einer
so erhabenen Seele''.
wird mir vergeben, wenn ich ihm der A�rze der Zeit wegen nicht heute schon auf seine Vriefe
antworte^, die ich durch Trubetzkoi erhielt, allein die Zeit ist zu kurz dazu. Sage ihm vorlaufig, da� ich gar nicht
auszudr�cken vermag, was ich alles empfunden habe bei Durchlesung seines so viel SeelengrS�e und Zartgef�hl aus-
sprechenden Briefes. Gott wird ihm ja ferner beistehen, um seine gro�en und edelm�lhigen Absichten zur Ausf�hrung
bringen zu helfen.
Wie erfreut bin ich, da� Sascha Chef des originellen, tapferen f)awlowskischen Garde Regiments, mit den
glorreich durchl�cherten M�tzen Vlechen, geworden ist. lebe wohl! Gottes Segen �ber Dich und die Deinigen!
F.W.
Meinen herzlichen Gru� an Wilhelm, ich hoffe, da� er gesund und wohlbehalten angekommen seyn wird;
seinen Vrief aus Warschau erhielt ich gestern fr�h durch Estafette.
Berlin den U/22 [fol] Jan. \82
    
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