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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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Der lieben Elise, die mich herzlich jammert, habe ich durch Tante Wilhelm den Luisen Vrden zukommen
la�en, um ihr dadurch wenigstens einen �ffentlichen Veweis meiner Wertsch�tzung zu geben; ich hoffe, es soll auch
Dich freuen.
Vas beikommende kleine Bernsteinerne Aiuzisix schicke ich Dir zum Andenken an K�nigsberg
Berlin d. Okt.
Seit ein paar Tagen ist Aarl wohl behalten aus der alten Czaren Stadt Moskaus zur�ck gekehrt, noch ganz
wonnetrunken und gl�ckselig �ber die frohe unverge�liche Zeit, die er daselbst mit der geliebten Schwester zugebracht,
und eben so dankbar f�r alle Gnade und Freundschaft, die ihm seitens des Kaisers und der Aaiserm Mutter zu theil
geworden ist. Keine w�nsche stehen jetzt auf dem Punkt gekr�nt zu werden, obgleich er noch immer in steter Furcht
schwebt, von Weimar aus, wohin er sich am 5"" f. hegiebt, einen Norb zur�ck zu bringen; eine Furcht, die ich
wenigstens zu theilen keine Ursach finde. Sein Auftreten daselbst wird freilich nicht ohne ihn etwas in Verlegenheit
zu bringen geschehen, allein ich hoffe, da� sein sonst so trefflicher Humor ihn auch diese bald �berwinden la�en wird.
Auf seinen Wunsch hat sich Wilhelm entschlo�en, ihn dahin zu begleiten, es freut mich sehr f�r ihn und spricht sehr
lebhaft f�r das br�derliche gl�ckliche perhaltni� ...
Verlin d. 4/; 6 Nov. 26.
Aarl ist jetzt der gl�cklichste der Sterblichen, indem, wie er mir unter dem schreibt, seine hei�esten w�nsche
endlich in Erf�llung gegangen find, denn Prinzessin Marie hat an diesem Cage in Gegenwart der versammelten
Familie ihr Jawort, und zwar in einer Art ausgesprochen, da� sich die gl�cklichste Zukunft erwarten l��t. Er kann
nicht genug die freundliche und herzliche Aufnahme schildern, die ihm gegen seine Erwartung ohne Ausnahme von
allen Mitgliedern der Familie zu Thcil wurde, und zwar gleich im ersten Augenblick seines Erscheinens. Sein Vrief
ist in einem Eon der Seligkeit abgefa�t, der sich kaum ausdr�cken l��t, da ich aber wei�, da� er Dir mit dem heute
von hier abgehenden Feldj�ger selbst geschrieben hat, so �berla�c ich es ihm, Dir selbst die Schilderung davon zu
machen. Er kann gar nicht den Augenblick erwarten, wo ihm die gehoffte und geforderte Einwilligung der Aaiserin
Mutter zukommen wird, um seinem gepre�ten herzen kuft zu machen, da ihn: die Bedingung aufgelegt wurde, bis
zu diesem Augenblick die Sache seines Herzens noch als Gehcimni� zu behandeln, wie gl�cklich und froh ich dar�ber
bin, da� er sein so lang ersehntes Ziel, nach 2j�hrigen Schwierigkeiten ohne Zahl, endlich erreicht hat, kannst Du
Dir nicht denken.
Wilhelm, der sich fr�her als das Muster der S�hne gezeigt, ist auch bei dieser Gelegenheit wieder als ein
Muster br�derlicher liebe erschienen-, wie traurig, da� ihm nicht ein gleiches Schicksal zu Theil werden konnte . . .
        
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