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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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ausfegen zu m��en geglaubt, un& die letzte Trauerperiode, so wie die gleich darauf folgenden Freudcntage erst vor�ber
gehen la�en wollen, bevor ich Dich mit dieser unangenehmen Zache bekannt machte, wenngleich, wie ich wohl glauben
mu�, Du fie ziemlich gewi� selbst geahnt haben wirst. 3" neue Details einzugehen w�re ganzlich �berfi��ig. denn
lheils kennst Du sie ziemlich alle, theils enth�lt der Brief eine Art pou Rekapitulation von dem ganzen ergange der
Angelegenheit. Nur das mu� ich noch hinzusetzen, nehmlich, da� Ivilhelm sich auf eine ihm ganz w�rdige weise
dabei benommen hat und sich mit Charakterfestigkeit un& Resignation in sein gerbes Schicksal zu finden wei�, l'Oie
sehr es mich schmerze� mu�te, diesen Ausspruch zu
thui', brauche ich Dir wohl nicht erst zu sagen,
allein es konnte nun einmal nicht anders sein.
So kurz dieser Vrief ist, so gehaltreich ist
er zugleich, un& so glaube ich bejjer zu tl?urt, ihn
nicht mit andern Gegenst�nden zu mischen und ihn
zu schlie�en, indem ich Gottes besten Segen f�r
Dich und die Deinigen erstehe.
F.W.
Ich ersuche Dich die Abschrift des Briefes
an Wilhelm Rarlu^ mitzutheilen.
K�nigsberg d. Aug.
Seit vorgestern bin ich denn nach 8 Jahren
einmal wieder in dem alten K�nigsberg, das unter
uns allen so gewichtige Eindr�cke hinterla�cn mu�te;
insbesondere f�r mich, da es die letzten Zeiten einer
gl�cklichen und zufriedenen H�uslichkeit waren, die
ich daselbst zubrachte, um kurz darauf auf immer
vernichtet zu werden. Auch ist es nie ohne besondere
Gem�thsbewegung, da� ich das hiesige Schlo�, die
freundlichen H�user u. s. w. betrete. Doppelt mu�te
es mich diesmal aufregen, da ich zum erstemnale
mit Albrecht diese Oerter wieder besuchte und ihn
auf alles aufmerksam inachte, was f�r uns von so
vielem Iiiterc�c geblieben ist. Ich habe K�nigs-
berg wenig oder fast gar nicht ver�ndert gefunden,
Prinzessin ?liiii Ktibjt�Jill. ?ill>Otjrti()!jienach einem 5rlt>ftportr�i non J83;
was mir, da es die damaligen Zeiten um so mehr wieder ins Ged�chtni� ruft, erfreulich seyn konnte, wenn es
nicht auf der andern Seite wiederum ein Stillstehen in so mancher Beziehung andeutete, woran theils der
an Industrie, theils die ung�nstigen Zeiten, wo aller Handel und sonstiger Erwerb stockt, Schuld haben. Meine Reise
hierher war der Hitze wegen h�chst beschwerlich, auch f�hle ich mich von ihr noch fortdauernd sehr angegriffen.
Dies ist Ursach, da� ich diesen Vrief schlie�en mu�, da ich noch so viele zu schreiben habe. F, Iv,tebe wohl, geliebtes Aind, Gott segne und st�rke Dich!
... I'.5. auf ?. 5. Der Vricf der Aaiserin Nmtler ist endlich der erste, der etwas n�heres in der Aarlschen
Angelegenheit besagt, da nun alles auf die eigne Entscheidung der Hei�ersehnteu ankommen soll.
1 Prinz Karl war feit dem (8. Juni In Petersburg. � a Prinz Albrecht war in K�nigsberg geboren.
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