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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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ungl�cklich f�r ihn, wenn seine hei�esten w�nsche nicht in Erf�llung gingen. Er war, wie Du vielleicht schon wi�en
wirst, auf seiner R�ckreise von Vr�ssel auf ein paar Tage in Veimar. Er und Wilhelm wurden �u�erst zuvor-
kommend aufgenommen, in der Hauptsachs ist er jedoch nicht weiter vorger�ckt, auch war ihm von mir untersagt
worden keinen offiziellen Schritt zu thun. Indirekte habe ich deren gethan, die aber nur dazu gedient haben, mich
zu �berzeugen, da� auf keinem anderen Wege, als den ich jetzt eingeschlagen habe, etwas zu erreichen ist, obgleich die
alten Gro�herzoglichen Herrschaften sich ganz f�r die Sache erkl�rt haben.
Meine Reise habe ich sehr gl�cklich zur�ckgelegt und die gute tuise^ recht comiort�bl? in ihrem h�uslichen
eingerichtet gefunden, nur die g�nzliche Verschiedenheit der dortigen tebensweise scheint ihr noch nicht ansprechen zu
wollen; in ihrem Alter findet sich jedoch so etwas leichter als in sp�teren Jahren.
Mein Aufenthalt in Paris war f�r mich wie immer h�chst angenehm unterhaltend und intere�ant, und
Albrecht hat sich �ber meine Erwartung gut benommen.
Wilhelms Angelegenheit hat sich noch nichts ver�ndert, denn �berall giebts Hinderm�e, wie immer, wenn
man Dinge durchf�hren will, die unpa�end sind und von dem eingef�hrten Gange abweichen. Diese Sache h�rt nicht
auf mir rechten wahren Aummer zu machen. ...
tebe wohl, liebes gutes Aind, und unterst�tze Aarls w�nsche, in so fern man Dir dar�ber spricht.
F.tv.
Potsdam d. ;?/29 M�rz I.S26�.
.. . Da� Du und Wilhelm am (0'�" sM�rz), in Gedanken wenigstens, mit uns recht eigentlich vereint seyn
w�rdet, davon war ich vollkommen �berzeugt, und da� auch wir der 3 lieben Abwesenden recht herzlichst gedacht
haben, ist eben so gewi�. Trauer Zeremonien la�en sich wohl �berwinden und endlich vergehen, aber die Keelen-
grauer verlischt nie, eben weil sie zur Trauer der Zeele geworden ist; die Anwendung auf uns findet sich leicht. ...
Aarl hat Dir, liebe Charlotte, mit eben dieser Gelegenheit und �ber eine uns allen so wichtige und so sehr
am Herzen liegende Angelegenheit geschrieben, was er Dir dar�ber schrieb, geschah auf mein ausdr�ckliches Gehei�,
und enthielt meinen defimtwen unab�nderlichen Entschlu�, und nur auf die weise kann die Sache endlich zum Resultat
gelangen. Der Aaiserin Mutter werde ich n�chstens dar�ber im allgemeinen schreiben und mich auf dasjenige beziehen,
was ich ihr im vorigen Herbst dar�ber schrieb, und auf das, was Du jetzt durch Aarl erfahren haben wirst. Der
Aaiserin Mutter habe ich aus Diskretion nicht eher von der Sache wieder sprechen wollen, als bis dieser erste furcht-
bare Zeit-Abschnitt, der sich mit der Beerdigung schlo�, vor�ber w�re; nun aber ist es Pflicht von nur, da� ich sie
wieder in Anregung bringe, da Aarl mich recht herzlich dauert, denn seine w�nsche verdienen alle m�gliche Ber�ck-
sichtigung, da in diesen alles rechtlich und pflichtgem�� zu nennen ist, was sie enthalten. Veiner schwesterlichen tiebe
diese br�derliche Angelegenheit von Neuem anzuempfehlen, scheint mir �berfl��ig: aber so sehr rechne ich hiebe: auf
des Aaisers freundschaftliches Mitwirken; m�chte doch der Himmel diesen letzten Versuch, beide Br�der gl�cklich
machen zu k�nnen, segnen! ... w.
Potsdam den 2/^ April 1.826.
In der Anlage, geliebtes Aind, empf�ngst Du einen Brief f�r die Aaiserin Mutter in Betreff der Aarlschen
Angelegenheit 2, die ich aus leicht zu fassenden Ursachen nicht eher in Erinnerung zu bringen mich bewogen fand;
1 Gro�herzog Rarl'August von 3achfeN"weimar und seine Gemahlin.
� 'Der K�nig hatte mit Prinz Albrecht seine mitPrinz
Friedrich der Niederlande verm�hlte j�ngste Tochter luise in Vr�ssel besucht. � * Prinz Wilhelm war nach dem Ableben Kaiser Alexanders
nach Petersburg gereist, vgl. unten 5. 229. �
* Kaifer Alexanders L � � Vrief vom 2. (14.) April, Werbung um die Prinzessin von
Weimar f�r Prinz Karl. Hebet Prinz Wilhelm hei�t es: �Une recherche poursuivie et impartiale des convenances de ma maison rend
L'accomplissement des v?ux de mon fils Guillaume de plus en- plus difficile."
�oiftttjoOtm �lbild) 1914- 29
        
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