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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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� ., . 22 Nov.Verltn de�l �^ 23.4 Dez.
Cuca&ou 1/ der Dir, liebe Charlotte, diesen Brief einh�ndigen wird, ist von mir abegesendet, um den Nlajest�ten
die f�rmliche Nachricht von Fritzens Eingang in den Ehestand zu �berbringen. Sein Gl�ck kannst Du Dir leicht
denken, da Du ihn so genau kennst und weift wie tief er f�hlt. H�chst sonderbar aber ist es, da� er es weit weniger
durchblicken l��t als ich es dachte 2. Vie pttn^egin ist in der Chat h�chst intere�ant, liebensw�rdig und h�bsch, und
hat ineinen ganzen Veifall; denn, ich mu� es sagen, fie hat meine Erwartung �bertroffen. Sie benimmt sich bis
jetzt vortrefflich, und kommt uns gar nicht fremd vor, so wie auch fie sich gar nicht fremd vorzukommen scheint und
sich in alles so leicht 511 finden wei�, als w�re fie bei uns zu Hause. Sage doch die� alles an den Kaifer, da er mir
selbst so viel zum kobe der Ormze�in zu sagen gewu�t hat^ und ich sein Urteil so ganz best�tigt finde. Wilhelm
ist �beraus schnell hier angekommen, denn er war nur ? Cage und N�chte unterwegs, und erschien in Potsdam
gerade in dem Augenblick, als wir im Segriff standen, der prtnje^in bis 2N�ncheberg entgegen zu fahren. Sage der
Aaiserw Mutter, da� ich die Vekannlschaft der Prinzessin in demselbigen Hause gemacht habe, wo ich ihr von Potsdam
aus entgegen gefahren war, im Dez. als wir das Gl�ck hatten, sie bei uns zu sehen. ...
-s W
Potsdam den 6/^3 April
Da� TNama's Andenken unausl�schlich in Deinem Gem�th vergegenw�rtigt bleibt, wie ich aus dem Umstand
ersehe, von dem Du mir bei Gelegenheit Deiner Communion geschrieben hast, giebt und gilt mir f�r einen neuen
Veweis, da� Du eine einer solchen 2Nuttcr w�rdige Tochter bist, und da� dies f�r mich ein wohlthuendes Gef�hl
se>'n mu�, dies begreift sich leicht und be�er, als ich es auszudr�cken vermag, denn w�rdige Gef�hle und ein w�rdiges
Vewu�tseyn sind doch noch besser als Worte.
Sollten Karls so solide als billige w�nsche keinen erw�nschten Eingang finden, wenn der bewu�te Umstand
keinen gegr�ndeten Einwand � das hei�t, wenn er zu seyn aufgeh�rt h�tte � geben k�nnte, so gestehe ich sehr offen,
da� es mich unendlich schmerzen m��te, da Karl der Einzige meiner H�hne ist, der eine Wahl getroffen hat, wie sie
seinen Verh�ltni�en angeme�en ist, und da� ein solches Verfahren nur sehr auffallend erscheinen m��te, ist eben so
gewi�. ... A.
Paretz d. 5 6/28 Aug. '5625.
. . . Dag uns gar feine Nachrichten �ber Karls w�nsche eingehen, scheint nur von keiner g�nstigen Vor-
bedeutung: man mu� gestehen, da� die m�nnliche Familie Ungl�ck mit ihren Wahlen hat. Der arme Karl besch�ftigt
sich stets mit dem bewu�ten Gedanken, es w�re wahrlich recht traurig, wenn seine Hoffnungen unerf�llt bleiben
sollten, da er so exzellent und gut ist. . , . F.W.
Verlin den ;?/29 Okt. ;625.
Noch immer, liebe Charlotte, bin ich Dir Antwort schuldig geblieben auf Deinen letzten Vrief aus Zelagin
vom August. Dennoch kann mein heutiger Vrief nur ganz kurz seyn, da ich Dir eigentlich nur darum schreibe,
um Dir anzuzeigen, da� ich mich cntschlo�en habe, in Uarls Angelegenheit an den Aaiser und die Kaiserin Mutter
zu schreiben und da� diese Vriefe heute durch einen Feldj�ger abgeschickt werden. Ver arme Aarl, wie traurig und
1Oberstleutnant Franz Johann Paul von lucadou, der Preu�ischen Gesandtschaft inPetersburg attachlert, vgl. oben 5. 199.
�
3 Ueber das Verhalten des Kronprinzen gegen seine Gemahlin, vgl. besonders: vom leben am preu�ischen Hof, S. I5?ff., ze^ff.
� � Bei
dem Kongre� in Verona. � * Viese Vriefe haben mir nicht vorgelegen. Die Antwort der Kaiserin Maria"Feodorowna auf den Vrief
des K�nigs, vgl. bei Vaille�, Vriefwechsel, lit.406 (29. April (826).
        
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