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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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sondern eine Staatsangelegenheit ist. sollte Dir, denke ich, einleuchten. Vieserhalb steht auch mein Entschlu� fest, nicht
eher dar�ber definitiv zu entscheiden, bis ich nicht das Gutachten des gesamten Ministeriums und der ersten Generale,
denen ich das pro ?r contra vorlegen la�en werde, wieder erhalten habe. Ha� ich, nachdem Wilhelm die Sache selbst
aufgegeben hatte, ihn� noch diesen letzten Versuch verstattet, sollte Dir, denke ich, hinl�nglich meine Partheilosigkeit und
den Wunsch, seinen Herzens W�nschen wo nur irgend m�glich zu willfahren, beweisen ... 7N
Verlin, den 58"" May 23.
... Du schriebst mir unl�ngst wieder �ber die ungl�cklichen Liebesverh�ltnisse von Fritz und Wilhelm,
weshalb soll ich Dir aber dar�ber mehr sagen, als was Du schon wei�t? Zch sollte doch denken, da� Vu hinl�nglich
meine v�terlichen Gef�hle kennen mu�t, um �berzeugt zu seyn, da� ich gewi� alles thue, was in meinen Ur�ften
steht, um die so h�chst bedeutenden Hinderni�e aus dem Wege zu r�umen, die sich beiden Verbindungen entgegen-
stellen, da� ich aber noch immer nicht wei�, wie dies alles enden soll, da ich doppelte Pflichten in dieser Hinsicht
vor Augen haben mu�. . ..
Potsdam den Sept.
Wie sehr mir Deine Briefe jederzeit willkommen sind, ist Dir gar wohl bekannt, und dennoch bin ich schon
wieder im R�ckstand mit den meinigen. Dies mal aber ist die lange Man�ver Zeit, die alles in allem �ber
3 Wochen gedauert, die Hauptschuld davon, Seit lange war Verlin nicht so brillant durch den Zuspruch der Fremden,
haupts�chlich illustre personna^en, und ausw�rtige NAlitairs, als es jetzt gewesen ist. Seit einigen Tagen haben
uns jedoch die meisten wieder verla�en, und so ist alles wieder in die alte bekannte Ordnung zur�ckgekehrt. Die
gl�ckliche Alex mit ihrem Aleinen der allerliebst ist, ist noch bei uns bis zum ?"" k. M., sie hofft aber zu Fritzens
Hochzeitfeicr 2 wieder kommen zu d�rfen.
Ver �bergl�ckliche ist seit gestern in M�nchen, er wird aber bis zu seinem Geburtstage wieder zur�ck seyn,
um sein Etablissement leiten zu helfen. Ende November ist der zur Hochzeitfeier bestimmte Termin, die hier statt
finden wird, par procuration aber in M�nchen.
Wilhelm mu� jetzt in 3r�fU?ttott)sfi a feyn, ob er wird nach Petersburg reisen d�rfen, wird sich erst dort
ausweisen. ...
Wie schade, da� Du Dein vorgehabtes Projekt, zu Fritzens Hochzeit gegenw�rtig zu seyn, jetzt nicht auszuf�hren
im Stande seyn wirst, da sie noch vor Deiner erwarteten Niederkunft statt haben wird. Gott gebe zu dieser seinen
�egen. Nach dieser aber, also im k�nftigen Sommer, wird Dein Projekt sich leichter ausf�hren la�en, dem von
meiner Seite wenigstens gewi� kein Hinderni� in den weg gelegt weiden soll.
tebe wohl! Gott segne Dich, liebes Rind, mit den viertehalb Rindern, bis es viere voll sind. F. w.
Verlin den Gkt.
. . . Fritz ist �bergl�cklich von M�nchen zur�ck gekommen und ist jetzt mit der Zusammensetzung seines
neuen ausgedehnteren Hofstaats besch�ftigt. Der 29" November ist zur Hochzeitsfeier bestimmt, und den 2?"�" h�lt die
prinze�in ihren Einzug in Potsdam, den 28"" in Verlin. So herzlich ich mich �ber Fritzens Gl�ck freue, so lieb
wird es mir jedoch seyn, wenn die Feierlichkeiten �berstanden seyn werden, wahrscheinlich wird der bald darauf statt
habende dai-nav^I unter die brillanten gez�hlt werden. ... F. w.
1Fried rich^ranz (IL), geb. 26. Februar ;825. � B Schon am 52. August (823 flatte der K�nig geschrieben: �Die datier
Angelegenheiten fangen an sich 311 gestalten." Am �. September kam dann ans M�nchen die Mitteilung, da� die Werbung des Krem�
Prinzen angenommen sei. � 8 Prinz Wilhelm war zu den russischen Man�vern nach Vrest-litowsli gereist un�t besuchte von dort aus die
Schwester in Gatfchina. � 4 Am 's. November schreibt der K�nig: �Fritz lebt in Wonne und Gl�ck."
        
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