Path:
Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

219
Ehe endg�ltig verweigere. (Vgl. Vailleu, Prinz Wilhelm von Preu�en und Prinzessin ?Itfe Radziwill, Deutsche
Rundschau, 59N-)
Der Abschlu� dieser Angelegenheit erm�glichte die Verwirklichung eines anderen Heiratsplanes. Ver dritte
Hohn des A�nigs, Prinz Karl, warb um die Hand der �ltesten Enkelin Gro�herzog Rarl-Augusts von Sachsen-Weimar,
Prinzessin 2Narie, deren Mutter, Maria-Pawlowna, die Tochter der russischen Aaiserin-Mutter Maria-Feodorowna
war. von feiten Weimars und wohl auch der Aaiserm-Mutter wurde die Werbung, wie man heute zu sagen pflegt,
�dilatorisch" behandelt. Erst nachdem die Verhandlungen �ber eine Verm�hlung des Prinzen Wilhelm mit Prinzessin
Elift Radziwill endg�ltig abgebrochen waren, erhielt Prinz Aarl von Petersburg aus die Einwilligung und in
Weimar das Ja-Wort.
Charlottenburg, d. 3^. Aug. ;y.
. . . Heute erhielt ich aus Chur in Graub�nden einen Vrief von Fritz. Da� er �berselig ist �ber seine
Schweizerreise, brauche ich Dir wohl nicht erst zu sagen, da Du ihn kennst. Das �ltere 2N�nchener Zwillingspaars
das er schon in Baden sah, hat Eindruck auf ihn gemacht, und zwar selbst mehr als ich geglaubt. Von Chur aus
geht er �ber M�nchen nach Wien; wir m�ssen nun abwarten, wie sich dorten alles gemacht haben wird. Heyn Gl�ck
ist, wie nat�rlich, nur mein Wunsch, aber ein wahres, solides Gl�ck ... F. W.
Berlin d. (8\9.2 Nov. "
Ich benutze die Abreise des Prinzen Ernst von Philippsthal um ihm diese Zeilen f�r Dich, liebes Aind,
mitzugeben. Schon sind wie gew�hnlich wieder mehrere Wochen dahin gegangen, seit ich Dir geschrieben, allein Du
wei�t ja l�ngst was dies zu bedeuten hat, n�mlich nichts; und da� meine kiebe zu Dir unver�ndert dieselbe ist und
bleiben wird, denn da� Du Dich stets ihrer w�rdig zeigen wirst, davon habe ich ja gen�gende Ursach �berzeugt zu seyn.
Am 29 p. M. war Narls Aonfirmation in der Schlo�kapelle zu Charlottenburg, wie er es selbst gew�nscht,
da er auch dort getauft worden. Er schien lebhaft durchdrungen und ger�hrt zu seyn; wohl ihm, wenn diese Feier
und sein dabei gefa�ter Entschlu� ihm stets vor Augen bleiben m�ge.
Mit Fritzens Herzensangelegenheit steht es leider nicht gut, der arme Junge! wie sehr w�nsche ich nicht ihn
gl�cklich zu sehen. Er glaubt alles an ihr gefunden zu haben, was er nur w�nschen kann, allein der Punkt der Religion
macht dies Gelingen fast unm�glich . ,. F. W.
� ,. .2$ Nov. tA^,Verlm d. -^-5,�6 Vez.
. ..Die gro�e Angelegenheit, die Fritz betrifft, steht leider noch immer auf dem nehmlichen Punkt. Da� in
dieser Sache mit der gr��ten Delikateste von unserer Seite verfahren wird, dar�ber solltest Du wohl beruhigt genug
seyn k�nnen, wie h�tte es sonst zugehen k�nnen, da� schon 2 Jahre und dar�ber versto�en, ohne da� die Sache
abgebrochen worden. Zeit scheint es mir jedoch, das gestehe ich, da� sie endlich einmal endige, und Gewi�heit mu�
ich wenigstens �ber den streitigen Punkt haben, denn sonst kann aus der Sache nichts werden, das mu� ich leider
wiederholen, so wie ich Dich �berhaupt auf alles das zur�ckf�hren mu�, was ich Dir in Verlm und Spaa^ dar�ber
gesagt habe. C�glich erwarte ich hier�ber neue Er�ffnungen; m�gten sie doch befriedigend ausfallen, und das Gl�ck
des guten Fritz sich durch sie begr�nden ... F. W.
1 Prinzessin Elisabeth von Bayern, die sp�tere Gemahlin des Kronprinzen, und Amalie, die sp�tere Gemahlin des K�nigs
Johann von wachsen, die der Kronpritt3 am Iulikennen lernte.
�
a Der Prinz war General in ruffischen Diensten.
� * Prinzessin
Charlotte war feit Oktober (820 in Berlin, im Fr�hsommer in Spaa gewesen.
28*
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.