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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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Was ich bei dem Anblick von hohen Zieritz^ empfunden habe und empfinden mu�te, wohin ich, noch ehe ich
Htrelitz betrat, mich zuerst wendete und auch wenden mu�te, denn wie w�re dies anders m�glich gewesen, kann und
will ich Dir nicht zu schildern versuchen. Vu hast, Gottlob, ein gef�hlvolles, teilnehmendes Gem�th und bist eine so
gute Tochter, da� Dir ineine Gef�hle auch ohne dies bekannt genug scyn m��en. Da� ich auch f�r Dich an jener St�tte
gebetet habe, brauche ich Dir ja auch wohl nicht noch besonders zu sagen, denn so etwas versteht sich schon von selbst.
Ich f�rchtete mit Recht den ersten Eindruck dieses wiedcrbesuchs, er ist nun �berstanden, und ich bin jetzt
beruhigter zur�ckgekehrt, so zerrei�end auch f�r mich die Erinnerung
jenes trostlosen Verlustes vor mir stand.
In diesem Augenblick erfahre ich das Ableben, das ganz
unerwartete, der guten Gro�tante von Granien ". Doch genug hievon,
der Vrief enth�lt ja so schon genug trauriges. F. w.
Teplitz d. 2/^ Aug. 20.
.. . Sott den� 5 \
"" bin ich hier in Tevlitz 8,nachdem
ich Friederike mit Alerandrine besucht hatte, die 8 Tage bei
ihr zubringen wird. �Dorli^ und Degau mit feinen herrlichen
freundlichen Umgebungen hat von Heuern auf mich einen recht
angenehmen Eindruck hinterla�en. Auch bas mir in so vieler
Hinsicht inteie�ante mit feinen wohllh�tigen V�dern wird,
will's Gott, Scgcubriugen� auf mich einwirken. Tcbe wohl, und
vergc�e nicht, Vich recht 511 schonen. F. U).
Tcplitz d. ?/^l) Aug 20.
Der in den Annalen der Milit�'rmufik so ber�hmte
D�rfeid w�nscht Dir einen Brief von Deinem lieben papa �ber-
bringen Zu k�nnen, und da er vor ein paar ?�Tonat dem lieben
papa einen von seiner lieben Tochter �berbrachte, so h�lt der
liebe besagte papa diesen Wunsch billig, setzt sich daher an seinen
Schreibtisch und schreibt, wie dies Vlatt bezeigen wird, so da�
der Hr. D�rfeid nicht behaupten wird, im Fall ihn die Neugier
plagen sollte de violer, wie man 511 sagen pflegt, le secret des
lettres, da� etwa nur Wei�papier unter dem Couvert gewesen,
Diel mehr aber wird es nicht feyn, da ich ohnedies vermuthe, da�
dieses 23latt etwas l�nger als mit einem Feldj�ger unterwegs seyn
wird, indem der Hr. D�rfeld, wenn ich recht verstanden habe, sich
noch in pr�g, oder doch gewi� in Warschau aufzuhalten beabsichtigt.
K�nig jrtfbrie^'IPiltjelTtiIII.in ?eplitj. ]Iusfdpiitt aus einer titfj�jjt�pfy*
nun Ijofenntmi nach von lMIezcheim l�22
wir haben jetzt wundersch�nes Wetter, aber zugleich mit Hitze, da der gew�hnlich �ber 25" zeigt.
Ich klage aber nicht, und bin froh dar�ber.
Die Todesnachricht meiner Schwester in Englands die ich vor wenig Tagen erhielt, hat mich sehr ergriffen,
obgleich ich seit Monaten schon darauf vorbereitet war. Diel gekannt haben wir uns freilich nicht, denn in 29 Jahren
haben wir uns nur im Jahr einige Tage gesehen, als ich in Tondon war.
1 Im schlo� 311 Hohcnzicritz starb bekanntlich am Juli 18(� K�nigin Luise. Der K�nig war dort am (3. Juni 1820. �
a 9- Juni ;82l). � 3 Vorher, im Juli, war der K�nig inKarlsbad gewesen. � * Die Herzogin von t]orf starb am 6. Augnst 1820 In London.
        
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