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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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da� sie ihn mit eben der Gnade und Nachsicht behandeln werden, wie fie fr�her gethan. Eine solche Reise, die soit
dit entre nous, ziemlich kostspielig ist, w�rde es weit weniger seyn, wenn Du ihn bei Dit aufnehmen wolltest, das
hei�t in Deinem Palais. Du wirst wohl mit HwKOjiafl KatE? zu schaffen wi�en, um ihn dort unterzubringen, ich
verla�e mich darauf. Eben so au�er sich f�r Freude als Karl es �ber feine vorhabende Reise ist, ist es Alexandrins
�ber ihr sch�nes Armband, bas sie gestern erhielt. Ihre Verlobung l,die erst Ende May seyn sollte, wird nun wohl,
meiner Reise wegen, da ich im3""? nach Pommern und der Insel R�gen gehe, und den Iuly und August auf
Anrathen der Aerzte in Aarlsbad und Teplitz gr��tentheils zubringen soll, erst im September statt haben.
Mein Gru� f�r HnKo^att, und zugleich meinen Dank f�r den abgebildeten reitenden Sappeur, den ich heute
durch Lucadou erhielt, Cebe wohl, geliebtes Ki^^. ,
F.W.
Pfaueninsel, d. q/^6 Sept. 5320.
Keine frohere Nachricht konnte ich nicht von Dir erhalten, als die Deiner nunmehr bestimmt festgesetzten
Reise nach Deiner alten Heimath, ich sage alten, denn nat�rlich hast Du jetzt eine neue, eine zweite, die des Mannes,
der Dich, Gottlob, begl�ckt, und Deiner w�rdig ist, wie Du seiner, wie lebhaft stelle ich mir Deine Freude und Deine
Ungeduld vor, alles das wieder zu sehen, wieder zu besuchen, an dem Du hingst und das Dich damals vergn�gte
und begl�ckte. Gewi� lheilen wir im voraus herzlich diese Gef�hle, ich sage wir, denn es sind deren ja so viele, die
Dir recht innig zugethan sind, jedoch gewi� keiner mehr als ich, das glaube gewi�.
Deine W�nsche wegen Deiner Reise werde ich gern beachten, denn wie gern s�he ich, da� Du alles so antreffen
k�nntest, wie es Dir an: liebsten w�re. Allen Zwang von einer solchen Reise zu entfernen ist dennoch nicht m�glich,
und so f�rchte ich, wird Dir manches l�stig fallen, was nicht immer abzuhelfen ist. Auch I-tiucn^ian^ w�nschen,
hier nicht als Fremder aufgenommen und behandelt zu werden, soll gleichfalls entgegen gekommen werden, und ich
liebe ihn aus sehr begreiflichen Gr�nden wie Einen, der mit dem vollkommensten Recht zu den unsrigen geh�rt. Die
leidige Aongre� Aussicht tr�bt zwar allerdings die Freude, die mir Deine Ankunft gew�hren wird, da ich wahr-
schemlich bald nach Deiner Ankunft werde abreisen m��en, jedoch hoffe ich, da� diese Abwesenheit nur von kurzer
Dauer seyn soll, und da Du bei uns, wor�ber ich denn herzlich froh bin, l�ngere Zeit verweilen wirst, so mu� man
sich bei diesen Gedanken nicht zu lange aufhalten. Verge� ja nicht Huxo^� zu sagen, wie willkommen er mir ist,
er kann ja unm�glich daran zweifeln, macht er Dich ja gl�cklich durch seine kiebe.
tebe wohl, reise gl�cklich, auf baldiges wiedersehen!
Verlin den 7/^9 September
Recht innig, geliebtes Aind, hat mich Dein Vrief ger�hrt, den ich von Dir aus Posen erhielt Dein reines
kindliches Gem�th spricht sich so recht darinn aus, da� ich ihn unm�glich ohne wehmuth lesen konnte. M�ge des
Himmels bester 5egen Dich stets begleitenI m�ge unser wiedersehen immer unter denselben gl�cklichen verh�ltni�en
statt finden, als es diesesmal warl Ve�eres wei� ich Dir nicht zu w�nschen. Da� Du uns �berall fehlst, kannst Du
Dir leicht vorstellen. Das geno�ene Gute mu� man jedoch dankbar erkennen. Dein Schicksal, und Gottlob, ein gl�ck-
liches, f�hrt Dich fern von uns, aber auch dort findest Du die innigste Cheilnahme, und diese Verachtungen m��en
uns gen�gen, uns beruhigen.
1mit ?rbgtro^Iicr3og paul von Nlecklenburg-Hchwerin.
� * Am 30. September verlie� bas gro�f�rstliche paar Petersburg.
�
8 Kongre� von ,Crovvau, 311 dem der K�nig am <*. November abreiste, nachdem das gro�f�rstliche paar am ;2. Oktober in Berlin
eingetroffen war, vgl. unten S. 2^s.
� * Das gro�f�rstliche paar hatte am (.September Verlin wieder verlassen.
        
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