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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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Potsdam d. 5/5? May \&.
Causend Dank, liebe Charlotte, f�r die mit Vleystift geschriebene Zeilen die mir abermals Dein IVohlseyn
verk�ndigen. Gott sey gedankt, da� auch diese Nachrichten, die ersten nach Abschickung des (Obersten Frederiks, so
gen�gend und unseren w�nschen so entsprechend ausgefallen sind. Die Kaiserin Nlutter ist so g�tig, ich kann es Zar
nicht genug erkennen. U)ie vielDank bin ich ihr und Nikolai schuldig, da� sie uns nicht inUngewi�heit la�en,
einem Monat bin ich bey Euch 21 welche Freude I
A�nftigen Sonntag ist Brandenburgs 2 Hochzeit. Sie wird in Potsdam gefeiert: er hat es so gew�nscht. Nach
der Trauung gro�es Diner, Abends Schauspiel, dann Souper und nach dem das Geleite in de�cn Wohnung. Malhilde
ist gestern von De�au zur�ckgekommen, mit der Truchses. Friederike hat bereits alle ihre A�nigreiche bereist und ist
zufrieden mit allem, was sie dort gesehen und gefunden.
wir hatten 3 hintereinander ein zusammenh�ngendes Man�ver zwischen Zehlendorf und hier. Der
erste Tag hatte viel �hnliches mit dem vongj�hrigen, wo wir in Rohlhasenbr�ck speisten. Diesmal waren wir den
Mittag m Stolpe. Frederiks, der das Man�ver mitgemacht, kann Dir alles erz�hlen. Heute ist es mit Einnehmen der
Stadt Potsdam beschlo�en worden.
�lebe wohl: Gott segne Dich. F. w.
Norn den ?^m\ 3uny
tiebe Charlotte; ich benutze die R�ckkehr des Generals Ki��elew, den der Aaiser die G�te gehabt hat mir
von Vdessa mit einem Briefe Deine gl�ckliche Niederkunft betreffend abzusenden, um Dir diese Zeilen zu �berschickeu.
InPosen erhielt ich Deinen ersten ordentlichen Vrief vom per L^talo�?, der denn Gottlob abermals die besten
und erw�nschtesten Nachrichten enth�lt. Prinzessin Luise sRadziwill), die mir viel Sch�nes f�r Dich auftr�gt, war
�bergl�cklich, als ich ihr den Inhalt Deines lieben Briefes, der so richtige Grunds�tze und Ansichten aussprach, mit-
theilte. Es ging �u�erst brillant in Posen zu, schade nur, da� ich, wie. Du wei�t, wenig Sinn f�r dergleichen
Festivit�ten behalten habe. Hier ist leider heute Abend auch Nalll und so wird es wohl fortgehen, wie ungeduldig
bin ich, Dich erst mit dem Rleinen in die v�terlich Gro�papalichen Arme zu dr�cken. Lebe wohl und stets so zufrieden,
als Du Dich jetzt, Gott sey ewig gedankt, f�hlst.
F.W.
Potsdam, 15/25 M�rz (9.
Wenig Tage nach einander erhielt ich zwey Vriefs von Dir, die mir. der darin gemachten Aeu�erungen
wegen, doppelt lieb waren. Im ersten machst Du solche treffende Bemerkungen �ber Alexandnnens jetzige tage und
k�nftiges Schicksals da� ich sie ihr zu lesen gegeben und ihr zu beherzigen anempfohlen habe; ich hoffe, da� ein solcher
schwesterlicher Rath nicht unn�tz f�r sie bleiben m�ge.
Dein anderer Vrief vom war von nicht minderem werth f�r mich, denn alles was er in Bezugnahme
dieses ewig unverge�lichen und nie genug zu w�rdigenden Tages enthielt, ist so kindlich und rein, und spricht ein so
herrlich Gem�th aus, da� es mich recht innig ger�hrt hat. GH, m�chten Deine Gef�hle doch immer so kindlich und
so rein in Dir anklingen I und m�ge der Augenblick nicht all zu fern feyn, wo Du mit uns, wie Du es hoffst, den
Gang zu der f�r uns so geheiligten St�tte machen wirst. Alsdann bringe uns ein kleines Christusbild, in der Art
1 vgl. Vailleu, Vriefwechsel usw., S. 442. � 3 Der K�nig verlie� am 2?. Mai Berlin. � * Graf Brandenburg, der sp�tere
Ministerpr�sident, der sich damals mitMathilde o. Massenbach verm�hlte. � *Brief vom l?. Mai; vgl. Vailleu, Vriefwechsel, Nr. 282. �� Alezandrine war bornais im Vegriff, sich mit ?rbgrogfier3og Paul von Mecklenburg-Schwerin zu verloben, Dal. unten S* 20?. �
8 Geburtstag der K�nigin luise.
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