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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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Graf Hacke ist von mir beauftragt, Dir ein paar Kupfer hiesiger Gegenden 511 �berreifen, desgleichen ein
paar Dutzend presburger Zwieb�cke, die hier viel Beifall finden, und die ich mir nach dein Brunnen bei dem Kaffee
wohl schmecken la�e. Recht sehr w�nsche ich, da� sie Dir gleichfalls behagen m�gen.
Am 2"" August trete ich meine weitere gro�e Reise von hier an^. keb wohl! F. N).
Deine jetzige Titulatur kenne ich nicht recht, sollte sie unrichtig seyn, so wirst Du mir Deine Adre�e schicken
m�ssen, viel Sch�nes an Wilhelm.
Karlsbad, den (7/29 Iuly \7.
General Rosen, der morgen von hier abreist, w�nscht Dir von mir einen Vrief �berbringen Zu k�nnen, ich
schreibe Dir also einige Zeilen in der Hoffnung, da� sie Dir, mein liebes Rind, nicht unwillkommen seyn werden.
Die Nachrichten, die ich von allen Seiten und von ganz unpartheiischen Personen �ber den Veifall erhalte, der Dir
zu Theil geworden ist, machten mir unaussprechliche Freude. Dich, liebe Charlotte, hoffe ich, wird er nicht hoch-
m�thig machen, sondern nur dazu dienen, Dich aufzumuntern, diese gute Meinung auf alle Iveise durch ein verst�ndiges
und bescheidenes Venehmen zu rechtfertigen.
(DnFel George" ist seit gestern hier; er wird noch ein paar bleiben, und dann seine Reise nach Aa�el
zur vermariagirung fortsetzen. ?r l��t Dir tausend Sch�nes sagen und freut sich herzlich �ber die guten Nachrichten,
die wir von Dir haben. Die Strohwittwe Gr�fin Hacke 3 wird wohl gro�e Freude gehabt haben, ihr eheliches Gesponst
per Courier ankommen zu sehen; er wird Dir von allem, was hier vorgeht, genaue Nachricht geben k�nnen, da er
8 Tage lang hier zugebracht hat. ... $. H).
Potsdam, den l.?'�"Nov. I,?.
Endlich denn! wird tucadou wirklich abgefertigt Novembers und endlich einmal erh�lst Du wieder einen
Vrief von mir. Ich will keinen Versuch machen, mich �ber mein langes Schweigen zu rechtfertigen, beunruhigen
konnte eg Dich nicht, da Du meine herzliche unwandelbare Tiebe zu Dir kennst, und da es bei der ziemlichen Schreib-
seligkeit der Geschwister u. s. w. nicht an Nachrichten von hier gefehlt haben wird. Manchen Vrief von Dir, manche
Nachricht, die Dich betrifft, habe ich unterde�en erhalten. Gott lob! da� sie bis jetzt noch alle so erfreulich f�r mein
Herz waren, f�r ein Herz, das t�glich f�r Dich betet, und so lebhaften innigen Antheil an Deinem k�rperlichen und
geistigen Wohlergehen nimmt. Das erste ist nun f�r alle, die sich f�r Dich interessiren, doppelt intere�ant geworden.
Gott gebe seinen Segen. Er wird Dich nicht verla�en, denn er verl��t nicht die, so ihn nicht verla�en.
Ich brauche Dir wohl nicht zu sagen, da� die Cruchses, Hacke, so wie Schilden, und sp�ter die gute
IVildermeth^ ordentlich Inquisitorialisch examinirt worden sind. Alles, was sie �ber Dich und Deine Verh�ltnisse
mir einstimmig zu sagen hatten, war wahrer Valsam f�r mich.
Ich darf mit Gewi�heit hoffen und erwarten, da� Du Dir immer gleich bleiben wirst, und Dir dadurch die
M�tterliche Gnade un� Z�rtlichkeit der Aaiserin Mutter, das g�tige Wohlwollen des Aaisers, die Liebe Deines
I^nkn^aN, die freundschaftlichen Gesinnungen der Aaiserlichen Familie, und die Achtung aller edlen und guten Menschen
zu erhalten wi�en wirst.
kucadou ist mit allerhand Alemigkeiten, die ich Dir bestimmt habe, beauftragt; wie froh w�re ich, wenn
sie Dir einen freudigen Augenblick machen k�nnten. Er hat alle alle Reisen seit Aarlsbad mit mir gemacht, und
kann Dir daher �ber alles, was Dich etwa intere�iren m�gte, Auskunft geben.
Lebe wohl! Gott segne Dich F. 2V.
Deine, mir vor einiger Zeit ge�u�erten w�nsche, Deine ehemalige hiesige Dienerschaft betreffend, sollen gewi�
nach M�glichkeit erf�llt werden.
1Nach Frankreich, vgl. unten S. 213. � 2 Der Gro�herzog Doit Mecklenburg-Sirelitz, Vruder der K�nigin kuise, der sich am
52. August mit einer Tochter des lanografen Friedrich von Hessen-Raffel verm�hlte. � * Vie fr�here Hofdame Gr�fin lifinka Cauenyien. �
4 Vie Erzieherin der Prinzessin, die mit den anderen aus Petersburg zur�ckgekehrt war.
Qol(ertioU�En '^ahibuch 19^- 36
        
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