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Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

Full text: Aus den Briefen König Friedrich Wilhelms III. an seine Tochter Prinzessin Charlotte

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mit Zacklzu reden, so bin ich auch dazu bereit. In diesen� Fall w�rdest Vu ihn sogleich zu Dir zu bestellen haben,
weil eine baldige Entscheidung w�nschenswerth w�re. Willst Vu zu mir kommen, so la� es mir wissen, um die
Th�ren auf zu schlie�en.
Verlin, den Iuny
Mit Freude und wehmuth, liebe Charlotte, habe ich Deinen Vrief aus Stargard erhalten, den Du ohn-
erachtet Veiner Erm�dung schreibst 2. Gottlob, da� der erste schwere Tag so gl�cklich �berstanden worden ist.' Gott
wird Dich ja alles �brige eben so gl�cklich �berstehen la�en, wenn Du mit festem kindlichen Vertrauen auf ihn bauest.
Da� ineine Segensw�nsche Dich t�glich begleiten und t�glich begleiten werden, das wei�t Du l�ngst mit Gewi�heit,
und da� Du uns �berall fehlst, daran wirst Du, denke ich, eben so wenig zweifeln. Ich schreibe Dir nichts von hier,
da ich vermulhe, da� es Dir nicht an Nachrichten fehlen wird. Gr��e Deine s�mmtliche Begleitung, und danke
Wilhelm^ f�r seinen Vrief, ich gedenke ihm ein andermal zu schreiben, tebe wohl.
F.W.
V. [Berlin] den \7itn 3uny 7.
Naryschkin geht hier durch und gedenkt Dir noch vor St. Petersburg auf der Reise zu begegnen. Zch gebe
ihm diese Zeilen mit, in der Hoffnung, da� es Dir lieb seyn wird. Vie letzten Nachrichten von Euch habe ich gestern
durch Wilhelm von ASslin erhalten, und daraus leider ersehen, da�, so wie ich es bef�rchtet, es nirgends an Zeremonien,
und sogenannten Attenlwncn fehlt, worunter denn ganz vorz�glich das Liebhaber Schauspiel mit dem Gelegenheitsst�ck
in ASslin, und die Fete auf dem Gollenberge zu z�hlen ist, und uns be�er als Dich unterhalten hat. kebe wohl.
S.w.Die Prinzen von Augustenburg sind angekommen, wir haben heute gro� Diner.
Pfaueninsel den 23 Iuny ;?. Abends '/Z Uhr.
Tausend Dank, liebe Charlotte, f�r Veine 2 Briefe aus K�nigsberg! Gottlob, da� bis dahin alles so gut
gegangen, und Deine Gesundheit nicht gelitten hat. Mit welcher Empfindung mu�t Du K�nigsberg wieder gesehen
haben! und wie gern glaube ich Dir, was Du mir dar�ber sagst. Deine Vonnerkeulen haben nur gro�e Freude
gemacht, sie haben uns alle recht die guten alten Zeiten im Hippe! vergegenw�rtigt^.
heute bist Du in Doblen, also hast Du wahrscheinlich einen Tag inMemel ganz zugebracht, was nur sehr lieb ist.
Sage an Wilhelm, den flei�igen Familienkorrespondenten, wie sehr mich jeder seiner Briefe erfreut, und wie
viel Dank ich ihm daf�r wei�, da� er bis jetzt noch aus jedem Nachtquartier geschrieben.
heute sind wir alle auf der Pfaueninsel Morgen reise ich ab. Die Hitze ist seit einigen Tagen unertr�glich,
circa 25/". Es wird sp�t. Gute Nacht. Gott segne Dich.
F.W.Meinen Gru� f�r alle, die um Dich sind.
Ceplitz den 5 8/30 3uny ;7,
Tausend Dank, geliebtes Rind, f�r Deine 2 Briefe von Memel und Tadeyken, die ich zugleich heute erhielt.
Alles, was mein herz bei dieser Gelegenheit empfand, kannst Vu leicht denken. Freude und wehnwth hielten sich
das Gleichgewicht. Morgen also bist Du in pawlowsk! Gott segne Deinen Eintritt in eine Familie, die Dich
1 Her bekannte Gberhofpre�iger.
� 'Am 52. Juni hatte die Prinzessin Berlin verlassen.
�
8 Prinz Wilhelm begleitete 'die
Schwester nach Petersburg; vgl. auch �Aus dem leben des (g?nerais O. v. Hammer", 1, 227 ff.
� *
Vberlammerherr Alexander v.Naryschkln.
�
n Nippels Garten �Auf den H�ben", Zommeraufenthalt de? R�nigspaares tsoa und ;8oy.
        
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