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Kriegsandenken der Königlichen Porzellan-Manufaktur zu Berlin

Full text: Kriegsandenken der Königlichen Porzellan-Manufaktur zu Berlin

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Vilder der Gelehrsamkeit und Weisheit sind. Auf der linken Seite siehst man Minervens Schild und Spie�, ein
k�nigliches Diadem, ein Schwerdt und eine wage, als Zeichen der Regierung und deren weiser F�hrung. In der
Untertasse: Ein Medaillon mit einer von torbeerzweigen geflochtenen Einfassung, auf deren vier Hauptpunkte man
die Namen, Jahr- und Tage- Zahlen der vier ber�hmten Friedensschl�sse von Vreslau, Dresden, Hubertsburg und
feschen in kleinen Schilden aufgezeichnet findet. Die zweite Einfassung macht eine Schlange als das Vild der Ewigkeit
aus. In dem innern Raum ist ein kleinerer Medaillon angebracht, auf welchem folgende lateinische Inschrift stehet:
IMMORTALIS
CUIUS NOMEN UBIQUE
FRIDERICUS IIBORUSSORUM REX
TRIUMPHIS CAESAR
IMPERIO TRAIANUS VITA ANTONINUS
IN REPUBLICA GERENDA VESPASIANUS
PHILOSOPHIA AURELIUS
REGUM EXEMPLUM
SINE EXEMPLO MAXIMUS
UNICUS IN TERRIS
Um diesen kleineren Medaillon sind vierzehn Schildchen angebracht, worauf die Namen, Jahre und Tage, an welchen
Friedrich der Einzige seine gro�e Siege erfochten, bemerkt sind."
Mit besonderer Vorliebe haben die Maler der Berliner Manufaktur gerade in den ersten Jahren ihres
Vestehens die auch in Mei�en beliebte Galtung der �Vataillen" gepflegt, jener flotten Schlachtendarstellungen, f�r die
gern Rugendassche Aupferstiche als Vorbilder benutzt wurden. Schon das Inventar der Porzellane, welche Friedrich
der Gro�e im Jahre 5 763 von Gotzkowsky �bernahm, erw�hnt derartige Vataillen-Malereien, die vorzugsweise zum
Schmuck von Tabaksdosen verwendet wurden. Und der Fabrikdirektor jener Zeit, Johann Georg Grieninger, erz�hlt in
seinen Aufzeichnungen^ van einem Vesuche des A�nigs im Hauptwarenlager der Manufaktur im Jahre bei dem
ihn der Generalmajor von tossow begleitete, dem eine von ihm bestellte Tabakdose mit Schlachtendarstellungen vorgelegt
wurde. �Ver A�mg", schreibt Grieninger, �nahm sie in die Hand, lachte und zeigte dem General wie tapfer der Mahler
die schwarzen Husaren und Vosniacken auf die Feinde einHauen l��t. Der A�nig lie� sie zu sich abliefern, um sie aufs
kostbarste einfassen und mit Juwelen besetzen zu lassen, und dem General ein Geschenk damit zu machen." Ein vor-
z�gliches Beispiel dieser Vataillen Malerei zeigt die hier zum ersten Male abgebildete Tabati?re der Sammlung Foerster
(Abb. 3, �ber dem Titel). Sie ist auf dem Deckel mit einer Reiterschlacht, auf dem Voden und an den Seiten mit
kagerszenen in farbiger Malerei geschm�ckt, die von grau staffierten Zieraten auf rosa Grund eingerahmt werden. Im
Innern des Deckels ist das farbig gemalte H�ftbild des K�nigs nach Charles Ame'dee Philippe Van koo angebracht.
So etwa k�nnte die Tabati?re �mit des A�nigs ziemlich gut getroffenen portrait" ausgesehen haben, welche einst das
Wohlgefallen der verwitweten Nurf�rftin Maria Antoma von Sachsen erregte, als sie am 28. Oktober das Haupt-
warenlager der Manufaktur besuchte. Sie �betrachtete sie mit gro�er Aufmerksamkeit", erz�hlt Grieninger, �und sagte beim
Niedersetzen: vortreflich!" Als GrieninZer dann galant darauf hinwies, da� die Berliner Manufaktur ja der Mei�ener
so viel verdanke, erwiderte �diese gro�e Aennerin und liebhaberin der sch�nen Wissenschaften und A�nste mit l�chelnder
Mine": �Jal ja! sie m�gen wohl manches von uns Zelernet haben; aber mir k�mt vor, als wenn die Sch�lerin damit
umgienge, wie sie ihre tehrmeisterin �bertreffen wolle." Griemnger hat nicht verfehlt, dem A�nige genau zu berichten.
Dieser hat der ihm nahestehenden F�rstin denn auch mit anderen porzellanen, die ihr gefallen hatten, die Tabati?re
�berreichen lassen. Die anderen St�cke wurden zur Nachsendung verpackt, aber �die Tabati?re wollte sie bei sich haben".
'
vgl.p. Seidel, �Friedrich der Gro�e und seine Porzellan-Manufaktur", H�henzollern �Jahrbuch, 6. Jahrgang i9<>2.
        
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