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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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schiffe durch bu Gcfch�tzluken halten verlassen werden m�ssen, da die Wellen ein Aussteigen auf der treppe
nicht gestatteten. Nach 3/4 ft?nftiger Fahrt in See war die Flotte erreicht: in stolzer Front lagen hier, westlich
von der Hafeneinfahrt, das Flaggschiff �K�nig Wilhelm", die Panzerfregatten �Kronprinz" und �Aaiser",
die Panzerkorvelle �Hansa", der Aviso �Falke", die Scgelfregatte �Niobe", die Briggs ;,Un6ine ', �Musquito" und
�Rover". Erinnern wir uns der Silber H8 und 49, von der ersten preu�ischen Flottenrevue K�nig Wilhelm-, am
5./6. Juni \86^ so werden wir ermessen, welchen Aufschwung in dem Dezennium seither auch die Marine des
Neuen Deutschen Reiches genommen Halle.
Erst den �Aaiser", dann den �A�nig Wilhelm" besichtigte der Aaiser im einzelnen, aufs h�chste befriedigt
von der Ordnung, Akkuratesse, Stille, Gediegenheit, T�chtigkeit und � Eleganz, die seinen, scharfen Blicke hier entgegen-
traten. Nach Schulevolutionen der vier Panzerschiffe fand ein Seeman�ver im Feuer gegen markierten Feind statt:
zwei Fl��e wurden beschossen und von �Aaiser" und �Hansa" in den Grund gerammt. Segelexerzitien und ein wett-
rudern van Booten auf Seemeilen, wobei der Aaiser preise verlieh, beschlossen die Uebungen. Der Chef der
Admiralit�t, General Albrecht von Stosch, wies in seinem Begr��ungstoaste auf die allgemeine Bedeutung dieser
Flottenbesichtigung hin: �wie die einst kleine Armee unter der F�hrerschaft ihrer Herrscher gl�nzende Taten verrichtet
und selber gro� geworden, so gew�hrt auch die heutige Anwesenheit Eurer Majest�t und der Umstand, da� ein Glied
des hohen Herrscherhauses zu den Offizieren der Marine z�hlt, der Flotte die Gewi�heit, da� auch ihr jene Pflege
und Einheit wird, welche ihr eine gro�e Zukunft sichert." Ver Aaiser aber fa�te seine Eindr�cke so zusammen: �^ch
trinke in Dankgef�hl auf die nicht mehr blo� keimende, sondern bereits in Bl�te stehende Flotte."
heule, nach 30 Jahren stolzesten Aufschwunges unserer Seemacht, d�rfen wir anerkennen, da� damals der
Grund hierf�r gelegt war, und die Zuversicht nicht getrogen hat, die ein Zeitgenosse aus dieser Flottenschau sch�pfte:
�Jetzt ist die Entwicklung der deutschen Kriegsflotte auf einem Punkt angelangt, wo sie mit Zuversicht an die Erf�llung
ihrer gro�en Aufgaben herantreten kann. Da� sie ihren Pflichten gegen die Nation gen�gen werde, daf�r gibt schon
ihre Vergangenheit B�rgschaft. Nicht gl�nzende Erfolge stehen bisher der deutschen Marine zur Seite, wohl aber
ehrenvolle Leistungen, die keinen Zweifel dar�ber lassen, da� sie bestrebt ist, in allen Tugenden kriegerischen Geistes
mit dem ruhmvoll bew�hrten Candheer zu wetteifern. Der Aaiser wendet seinen Blick von den Uebungen der in aller
Arieg�t�chtigkeit erprobten Tandtruppen auf die in den Gew�ssern der Vstsee vereinigte Flotte und erkennt mit
Befriedigung das Gelingen des unter seiner Vbhut vorschreitenden Werkes, welches die Ariegsr�stung Deutschlands
durch einen beweglichen G�rtel von Eisenpanzern und Feuerschl�nden zur See erg�nzen soll." Unser Bild bedarf
hiernach keiner Erl�uterung mehr; am Topp des �A�nig Wilhelm" weht die gelbseidene Aaisersiagge, die der Reichstag
diesem Schiffe geschenkt halte, das damals als eines der sch�nsten und schnellsten Ariegsfahrzeuge galt.
Das 5^. Vild, von Hermann 5�ders: �A�nigswusterhausen, 2^. November ;6?9", bringt uns nun wieder
in die richtige chronologische Reihenfolge unserer Sammlung.
Das vom A�nig Wilhelm, wie wir beim H3. Bilde sahen, wiederhergestellte Jagdschlo� hat diesmal eine
besonders vornehme Jagdgesellschaft versammelt: mit dem Aaiser waren der A�nig Albert und der Prinz Georg von
Sachsen, der Gro�herzog Friedrich Franz II.von Mecklenburg-Schwerin und sein Schwiegersohn, der Gro�f�rst Wladimir,
zweiter Sohn des Zaren Alexander II., sowie unser Prinz Wilhelm, am Nachmittage des 2^. November von Berlin
aus dorthin zur Jagd gefahren. Nun vereinigt sie an: Abende das historische �Tabaks kollegiun,", die Freude des
A�nigs Friedrich Wilhelm I., der Schrecken des Gro�en Friedrich, der aber unter der liebensw�rdigen Aegide Aaiser
Wilhelms sich hiermit wohl abgefunden h�tte. Vie holl�ndischen Tonpfeifen fehlen nicht � der Aaiser aber, als
Nichtraucher, markierte nur deren Gebrauch, um seine G�ste in ihrem Gen�sse nicht zu st�ren � und auch nicht die
gewichtigen, blauen Fayenc-e-Vierkr�ge, die Fidibusse stehen bereit und umfangreiche Tabaksschalen. Ueber diesem
�Aollegium" liegt aber doch eine Atmosph�re wahrer Vornehmheit, die sich nicht nur in der Tracht �Frack mit Stern
und schwarzer Binde" und der weitl�uftigen TischordnunZ ausspricht.
        
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