Path:
Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

147
Meine Regierung mit Siegen geschm�ckt hat, deren 3^ heute als den hellstrahlendsten Stellen Meines milit�rischen
Gebens in hochgehobenster Empfindung gedenke."
Am Arme ihres Snkelsohneg, des Prinzen Wilhelm, in der Garde-Husaren-Parade-Uniform, war auch die
Katfmn Augusta in rotem Gew�nde hier erschienen: sie umarmte der Kaiser nun in tiefer Vewegung, und ebenso
den Feldmarschall IT?o?tfe, und jedem General dr�ckte er die Hand: �es sei nun wohl das letzte Mal, da� er fie um
sich versammelt s�he". Unverge�bar mu�te der Eindruck dieser Feierstunde im Herzen der Versammelten haften bleiben!
Auf unserem Vilbe, das den Moment der Dankesworte des Aaisers sehr gl�cklich wiedergibt, d�rfen wir, in
der Annahme, da�, wie es den Anschein hat, die kommandierenden Generale nach der Rummer ihrer l{otps aufgestellt
sind, neben Moltke, am rechten Fl�gel, den General Alexander von pape vom Gardekorps erkennen, dann, links
von dein sehr wohlgetroffenen General Graf keonhard von Blumenthal, vom IV.Korps, den General Graf Hermann
Wartensleben, vom III.Korps, rechts den Freiherrn Gustav von Mecrscheidt-H�llessem, vom V.Korps, und weiter,
gerade hinter dem Aronpnnzen, die hohe Gestalt des Prinzen Albrecht von Preu�en, vom X.Korps, neben ihm den
Freihcrrn tuowig von Schlolheim, von, XL Korps, und dann die schlanke Figur des Prinzen Georg von Sachsen,
des sp�teren K�nigs, der das XII. S�chsische Korps kommandierte; weiter General Gustav von Alvensleben vom
XIII.Iv�rttembergischen Korp$ und, nur halb sichtbar, Hugo von Vbernitz, vom XIV.Vadischm Korps, zuletzt am
linken Fl�gel Wilhelm von Heuduck, den Nachfolger Manteuffel's an der Spitze des XV.Korps in den Reichslanden.
Vie beiden bayerischen Aorpskommandeurc, Freiherr von H�rn und von Vrff, verschwinden wohl unter den Gestalten
im zweiten Generalsgliede.
Sonnenlicht bricht durch die Fenster, durch die der Vlick auf die kinden f�llt � ein freundlicher Rahmen f�r
diese ernste milit�rische Versammlung: auch an diese Feierstunde brandeten schon die aufgeregten Wellen der parla-
mentarischen A�mpfe um die Erh�hung der Friedensst�rke des deutschen Heeres. Aber die Haltung des Aaisers l��t
auch hier erkennen,' da� er fest bleiben werde am Abende seines kebens, wie in der Aonstiktszeit zu Vcginn seiner
Regierung � zum Heile des Vaterlandes!
An der gewalligen nationalen AaiserZeburtstagsfeier des 22. M�rz IM7, wo sich 80 F�rstlichkeiten um den
90j�hrigen Kaiser in der gl�nzend und k�nstlerisch ausgeschm�ckten Reichshauptstadt scharten und deutsche Herzen in
der ganzen zivilisierten well ihm gl�ckw�nschend entgegenschlugen, gleitet unsere Aquarell-Sammlung vor�ber. Mit
den Verliner A�nstlern riefen wir damals alle unserem Kaiser zu:
�Pie Glocken l�uten und die Gl�ser klingen,
Und brausend geht der Ruf durchs Vaterland:
Heil Kaiser Wilhelm! Deine Sortie bringen
Dir Gut und 1?Int ��b weihn Dir Herz und Hand!
Fest mie der steilste Fels im Deutschen deiche
Un�t wie im Wald die sturmerprobte Eiche,
So fest 311 Dir steht unsre alte Treu
Und treibt in jedem Fr�hling wieder neu.
Du schirmst den Frieden, den umher gescheuchten,
(Es f�llt kein Schu�, wenn Vu es nicht gewollt,
Und wenn im Westen schw�le Wetter leuchten,
wenn eine Welt in Waffen uns umgrollt,
Vrauchst Du den Deinen nur ein wort zu sagen,
Und fertig find wir, jede Ichlacht zu schlagen,
(Ein Ciig entscheidet, und Dein Volk ergebt
3ich wie ein Mann, von einem will'nbelebt.
Die Feiern gingen nun zu Ende; d�stere Schatten breiteten sich �ber das Haus Aaiser Wilhelms durch die
seil dem Fr�hjahre immer bedrohlicher sich entwickelnde Erkrankung des Kronprinzen, welcher der Raiser so
sorgenvoll und, ach, so machtlos gegen�berstand; seine ritterliche Gestalt verschwindet fortan auch aus unserer Sammlung.
Einer feierlichen Handlung freilich sind auch die n�chsten Vilder, 1.5? und 1^33, beide von Hermann Luders,
gewidmet, aber hier war die Teilnahme des Herrschers sein Aaiserlicher und k�niglicher Dienst, dem er sich auch unter
diesem lastenden Drucke nicht entziehen wollte. Auch f�hlte sich der Aaiscr bei dieser �Grundsteinlegung zum Nordostsee-
kanal, Riel, I.Juni in hervorragendem Ma�e pers�nlich hinzugeh�rig, da er es gewesen war, der seil !86H,
als Ronsequenz der Einverleibung Schleswig-Holsteins, f�r den Vau dieser, den weiten Umweg um die Zimbrische
Halbinsel durch die d�nischen Gew�sser abschneidenden direkten Wasserstra�e zwischen Aiel und Wilhelmshaoen, den
19*
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.