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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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(3. Vrandenburgisches) 2?r* U/ in Saarburg garnison icrend � herbeiholen, um es von seinem Chef ansehen su lassen,
wie nun der Erzherzog sein Regiment dein Kaiser vorbeigef�hrt hatte, lie� der Kaiser dag Regiment seinem Chef
ein Hurra ausbringen; er fuhr dann mit dein Erzherzoge zum Berliner Schlosse zur�ck, wo ein Diner stattfand in
den R�umen des Erzherzogs, der um 5 Uhr nachmittags �ber Dresden nach t�ten abreiste. Am J5. September
hatte der Erzherzog die Gffizierkorps der \\. Ulanen und des Franz-Regiments bei sich zu Tische geladen. Poller
Dankbarkeit f�r alles, was er erfahren und empfangen, verlie� der �sterreichische Kronprinz 23erlin, das er zu milit�rischen
Hebungen nicht mehr besuchen sollte; ein furchtbares Geschick raffte ihn schon nach acht Jahren dahin.
Neder den gr�nen Rasen unter leicht bew�lkten, Himmel tr�gt den Erzherzog sein stolzes braunes, mit blaugelber
ltnterlagcdecke geziertes Ro� an dem Aaiser vor�ber, den er mit gezogenen: S�bel salutiert; wie angegossen sitzt ihm
der blaue Uebcrrock mit dem gelben Kragen, und die von der eigenen Armee her ihm wohlvertraute Czapka kleidet
ihn vortrefflich. Durchweg auf braunen Pferden beritten folgt ihm paradem��ig sein Regiment, voran der Kommandeur,
Vberstleutnant von kiebcnnann, dessen Vrust das Eiserne Kreuz schm�ckt, wundervoll ist hier die Hallung des Aaisers
wiedergegeben, jeder Zoll ein Kriegsherr, im schlichten schwarzen Ueberrock; der Kronprinz rechts von ihm tragt das
Schiedsrichterabzeichen, die wei�e Vindc um den linken Gberarm; die Aronprinzesstn ist im schwarzen Reitkleide, der
neben ihr haltende Arinz Friedrich Aarl im blauen erschienen. Hart hinter den� Kaiser erscheint 2Noltke's
scharfgeschnittener C�sarenkopf.
Vei einer ganz eigenartigen Feier zeigt uns den Aaiser das Vild, von Hermann L�ders: �K�ln
Vktober die der Vollendung des K�lner Dombaues die weihe gab. Der Kaiser selbst hatte diesen Tag
hierf�r bestimmt, den Geburtstag seines K�niglichen Vruders Friedrich Wilhelm IV., dessen Initiative vor nunmehr
H2 Jahren die Inangriffnahme der Wiederherstellung des vor 6�X� Jahren rom Erzbischofe Konrad von Hochstaden
begr�ndeten, aber unvollendeten und verfallenden sch�nsten und bedeutendsten deutschen Gotteshauses zu verdanken war.
Nicht ohne Schwierigkeiten wurden die Uliderst�nde �berwunden, die sich der kirchlichen Feier dieses nationalen
Werkes entgegenstellten: der Kulturkampf warf auch hierauf seine schatten, w�hrend &es Kaisers unausgesetzte Sorge
dein walten des ungetr�bten Gottfrieden^ �berall im Reiche galt, und dieser Dombau doch gerade ein Wahrzeichen
des opferwilligen Vrudersinnes aller Bekenntnisse war, wie das K�nig Friedrich Wilhelm IV. bei der Grundsteinlegung
Zum Fortbaue am 4. September (8^2 programmatisch verk�ndet hatte. Die eigentliche Vollendung der T�rme, die
so lange abgestumpft dastehend mit ihrem Krane fast zum Wahrzeichen f�r K�ln geworden waren, die Einlassung
*
dc^ Schlu�steines in die Kreuzblume des s�dlichen Turmes, war am \%. August \88O ohne besondere Feierlichkeit vor
sich gegangen, au�er den: (Entfalten der preu�ischen und der deutschen Fahne auf den beiden T�rmen; nun sollte
wenigstens das die vollen dun g des Domes k�ndende Dokument in diesen Schlu�stein, nach dem bestimmt aus-
gesprochenen Willen des Kaifers, in feiner Gegenwart feierlich versenkt werden, wie vor \7 fahren, am l3* Gktober (863,
die Einweihung der Vomkirche selbst im 23eifein "K�nig Wilhelms erfolgt war.
von Vaden Vaden aus, wo er seit den: 27. September geweilt, traf der Kaiser am Oktober abends auf
dem, uns vom 9?. Vilde her bekannten Schlosse Vr�hl ein, wo sich die Mitglieder der K�niglichen Familie und viele
deutsche F�rstlichkeiten versammelten; hier empfing er noch am selben Abende den K�nig von Sachsen auf den� Bahnhofe.
Am Vktober morgens f�hrte ein Extrazug s�mtliche F�rstlichkeiten nach K�ln. Zun�chst besuchte der Kaiser den
protestantischen Gottesdienst in der Crinitatiskirche, dann begab er sich zum Dom, wo das Domkapitel ein 1> Oeuin
zelebrierte. Zu Fu� schritt er zu der Trib�ne gegen�ber dem Dom, wo die eine Geschichte des Dombaues skizzierende
Urkunde vom Kaiser und allen F�rstlichkeiten unterzeichnet wurde. Das Aufhissen der Kaiser- und der preu�ischen
K�nigsstandarte auf den Domt�rmen unter Kanonendonner bezeichnete das Versenken des von goldener Kuppel
umschlossenen Dokumentes in den Schlu�stein.
Die Ansprache des Kaisers gedachte piet�tvoll der Einwirkungen seines K�niglichen Vaters Friedrich Wilhelm III.
auf die Erhaltung des Domchors und besonders seines K�niglichen Vruders Friedrich Wilhelm IV. auf die
        
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