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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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zumal die sch�nen alten Giebel erhalten geblieben waren, mit Damen besetzt, deren wehende wei�e Taschent�cher eine
wunderh�bsche Wirkung machten. Zun�chst hielt der Kaiser auf dem Domplatze Parade ab �ber die acht Vataillone
der Garnison, dann fuhr er, nach der Vegr��ung durch die Veh�rden und Deputationen aus der Provinz, auch von
der Universit�t Halle, nach dem Alten Markt, dem gl�nzend und geschmackvoll geschm�ckten Festplatze, wie ihn unser
Vild zeigt. Der vor dem Rathause aufgeschlagenen Trib�ne gegen�ber waren alle Knabenschulen aufgestellt, der kurzen
und guten Anrede des Oberb�rgermeisters folgte das Defilieren der Gewerke, zum Teil im Kost�me des Gro�en
Aurf�rsten, und ein Chor des M�nnergesangvereins. Dann fuhr der Kaiser durch die neuen Stra�en, deren Gro�-
artigkeit und Geschmack er immer wieder bewunderte, zu der kandwirtschaftlichen Ausstellung, wo ein Dejeuner stattfand.
An den Festungswerken, auch der �Sternschanze" vor�ber war der Kaiser p�nktlich um 3 Uhr auf dem Bahnhofe
zur R�ckfahrt nach Verlin, durchweg befriedigt von dem taktvollen und genau Zeit einhaltenden Verlaufe der Feier,
bei der �berall die gr��te Ordnung geherrscht, und die auch das zuerst unsichere Wetter beg�nstigt hatte. In seiner
Erwiderung, auf die Ansprachen Hab der Kaiser die Vorliebe seiner K�niglichen Eltern f�r die Stadt Magdeburg
hervor � nur den Namen �Tilsit" brauchte er auszusprechen, um dies zu bezeugen. Mit dieser Erinnerung klang
auch des Kronprinzen Rede �auf Stadt und Herzogtum Magdeburg" bei dem gro�en Festessen aus: �Gleichsam als
Pfand der Gesinnung oft bew�hrter Anh�nglichkeit ward eine kunstvolle Denkm�nze uns �berreicht, welche in Wieder-
holung der vor 200 Jahren gepr�gten Darstellung das durch Netten mit Magdeburg fest verbundene Vildms des Gro�en
Aurf�rsten zeigt, was damals ahnungsvoll in Erz verzeichnet ward, ging reichlich in Erf�llung! Denn die Stadt
und das ehemalige Herzogtum waren zu einem so teuren Gliede des K�nigreichs herangewachsen, da� die unverge�liche
K�nigin Luise zur Zeit ihres schweren Opferganges nach Tilsit das Aeu�erste zur Rettung Magdeburgs versuchte."
Unser Vild zeigt die Feier auf dem Alten Markte, der einen wirklich historischen Rahmen f�r diesen historischen
Vorgang bot, mit seinen alten Giebelh�usern und besonders dem stolzen, an die Veronenser Scaligergrabm�ler erinnernden
Denkmale Kaiser Ottos I., des Gr�nders des Erzbistums, das ihm bereits von der Stadt errichtet und
in alter Gestalt restauriert worden war: neben der Reiterstatue des Kaisers halten zwei lebensgro�e weibliche Figuren
Fahne und Schild, unter den vier geharnischten Rittergestaltm an, Sockel ist der Herzog von Sachsen und der Markgraf
von Brandenburg dargestellt. � Auf der Trib�ne steht der Kaiser in Infanterieuniform, wohl der K�nigsgrenadiere,
in der ihm eigenen vornehmen, ruhigen Haltung, der Anrede des Stadthauptes aufmerksam zuh�rend; links von ihm
der Kronprinz im hellblauen Waffenrocke seiner gelben schleichen Dragoner, noch weiter links Prinz Friedrich Karl
im roten Attila seiner Zietenhusaren. lichter Himmel, gr�ne Girlanden und wehende, vornehmlich preu�ische Fahnen
�berall, geben der festlich bewegten Versammlung ein ansprechendes Relief.
Auf seinem eigentlichen Felde, in kriegsherrlicher T�tigkeit sehen wir den Kaiser, wie schon so oft, auf dein
554. Bilde, von Hermann s�ders: �Erzherzog Kronprinz Rudolf am September Sein Regiment
vorbeif�hrend."
Zu den gro�en Man�vern des III.und des Garde-Korps in der N�he von Verlin war der Vesterreichische
Kronprinz, dessen hohe Vegabung und liebensw�rdige Haltung ihm auch in unserem Herrscherhause offene Herzen
erworben hatte, bereits am September nach Verlin gekommen, vom Kaiser selbst feierlich empfangen und
nach dem K�niglichen Schlosse geleitet. Schon hatte die Parade des III.Korps am 50. September stattgefunden, aber
bei der Parade des Garde-Korps, am f�hrte der Erzherzog das Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment vorbei,
und war seitdem bei den unmittelbar s�dlich von Verlin, im Umkreise von kankwitz �Mariendorf �Vritz�Vuckow�
Manenfelde� (ichtenrade �Vlankenfelde� Dahlervitz stattfindenden, nicht immer vom Wetter beg�nstigten, Man�vern
t�glich zugegen, stets vom Kaiser gef�hrt, der ihn auch wohl zur R�ckfahrt in seinen Wagen einlud. Als am
bei sch�nstem, fast hei�em Septemberwetter, der Kaiser nach der Schlu�kritik von den Generalen und Kommandeuren
Abschied genommen, bewegten Herzens, da er das III.Armee-Korps wohl nicht mehr wiedersehen werde, lie� er die
�Gelben Perleberger", die Ulanen, deren Chef der Erzherzog war, � heute �Ulanen-Regiment Graf Haeseler"
        
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