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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Die Aquarell-Sammlung Aaiser Wilhelms I.
Gin Beitrag zu seiner (sbensgeschichte
von
Herman Granier
v
�^iese letzte Abteilung unserer Aauarellen-Erl�uterung mu� mit drei Nachtr�gen beginnen, von Vildern, die Kaiser
Wilhelm erst nachtr�glich herstellen lie� und die daher aus den, chronologischen Rahmen herausgetreten sind.
Unser \08. Vild, von Oskar wisnieski: �Beim Ersten Fr�hst�ck", setzt dem Spiritus rector dieser
Sammlung ein Denkmal, dem am J6. Dezember J878 verstorbenen ?ouis Schneider, der durch so lange Jahre hindurch
sich den kleinen und gro�en Auftr�gen seines K�nigs und Kaisers unerm�dlich und mit gewissenhafter Treue unter-
zogen hatte. Nicht die unwichtigste Funktion war f�r den �Vorleser" die Redaktion der zumeist improvisiert und ohne
Konzept gehaltenen Gelegenheitsansprachen des Kaisers, deren Niederschrift von seiner Hand er dem Kaiser zur Korrektur
und Best�tigung vorlegte, und somit f�r ihre authentische Ueberlieferung sorgte: feine letzte dienstliche Arbeit war die
Feststellung der ergreifenden Ansprachen des Kaisers am 5. Dezember J878 bei der R�ckkehr nach dem Attentate, an
den Berliner Magistrat, den Oberb�rgermeister und die Staatsminister, gewesen. Als eigentlicher �Vorleser", wie
einst bei den Theeabenden des K�nigs Friedrich Wilhelm IV., zum Aergsr des Gelehrten Alexander von Humboldt,
hat touis Schneider Wilhelm I. nicht gedient: sein regelm��iger �Dienst" bestand vielmehr in feinen Mitteilungen
beim �Ersten Fr�hst�ck", wie es unser Vild, fast als Genreszene, ansprechend darstellt. VDas im Tagesleben an der
Oberfl�che vorging, trug der Vorleser hier dem Kaiser vor, und besonders das, was die Armee und ihre Geschichte
betraf; seine Verdienste hierin d�rfen nicht untersch�tzt werden. Ist doch sein, seit erschienener �Soldatenfreund"
f�r viele innere und �u�ere Vorg�nge der preu�ischen Armee eine zuverl�ssige, nicht selten die einzige Quelle; und
hinter feinen Arbeiten ist die pr�fende und erg�nzende Kontrolle des Kaisers vorauszusetzen, die ja auch seinen Auf-
zeichnungen: �Aus dem leben Kaiser Wilhelms" (^888) ihren eigentlichen wert verleiht. MitRecht nennt die Gedenk-
tafel an seinem behaglichen Potsdamer Wohnhause, in der Heuen K�nigsstra�e, ?ouis Schneider kurz und schlicht:
�Preu�ens Soldatenfreund".
Da� Kaiser Wilhelm diesem treuen Diener und echten Patrioten in seinem �Illustrierten Nekrologe" ein
Vlatt angewiesen hat, entspricht jenem Zuge wechselseitiger der uns im I^.Vilde, den� Besuche bei seinem
Korrespondenzsekret�r Vorck, bereits sympathisch ber�hrte.
        
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