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Aus den Briefen der Königin Sophie Dorothea : IV. Aus den Briefen an den Kronprinzen Friedrich

Full text: Aus den Briefen der Königin Sophie Dorothea : IV. Aus den Briefen an den Kronprinzen Friedrich

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que vous ne les abondonneriez point. Je fus oblig�e de lui promettre que je vous l'�crirais sur le champ. Il
m'est impossible de vous en dire davantage."
3n Cettmertlj, wo auf dem R�ckzuge aus B�hmen nach der Schlacht von Koltn und der Aufgabe der Belagerung
von pr�g bas Hauptquartier war, erhielt am Abend des \.Juli der K�nig die Nachricht vom Ableben seiner Mutter;
er war davon um so mehr ersch�ttert, als sie ihn v�llig unvorbereitet traf 1, Noch denselben Abend schrieb er der
Prinzessin Amalie: �Ma ch?re s?ur, tous les malheurs m'accablent ? la fois. O ma ch?re m?re! o bon Dieu,
je n'aurai plus la consolation de vous voir! (H Dieu, o Dieu, quelle fatalit� pour moi! Je suis plus mort que
vif... Peut-?tre le ciel a-t-il retir�e notre ch?re m?re, pour qu'elle ne v�t pas les malheurs de notre maison 2."
Die beiden n�chsten Cage sah er nur seine Br�ter, die Prinzen Heinrich und Ferdinand, aber er mu�te jemand haben,
dem gegen�ber er sich in seinem schmerze frei aussprechen konnte, und so lie� er am Nachmittag des 3. den englischen
Gesandten, Mitchell, rufen und behielt ihn mehrere Stunden bei sich. Aufs tiefste wurde dieser ergriffen, den K�nig
so- dem Schmerze nachh�ngen und sich den w�rmsten kindlichen Gef�hlen hingeben zu sehen: wie er der vielen
Verpflichtungen gedachte, die er gegen die verstorbene Mutter habe, was sie alles gelitten und wie edel sie es getragen
habe, wieviel Gutes sie jedermann erzeigt, wie sein einziger Trost nur der Gedanke sei, da� er sich bestrebt habe, ihre
letzten Jahre angenehm zu machend An demselben Tage schrieb der treue Eichel dem Minister po6ert>tls: �Die
Betr�bnis S. K.M. ist ehegestern und gestern sehr gro� un& heftig gewesen, hat sich aber dadurch heute in etwas
gemindert, da des K�nigs M. in Erw�gung genommen, was Sie in den gegenw�rtigen kritischen Umst�nden Sich,
Dero Staat und Armee und Dero h�chstgetreuen Untertanen schuldig sind, wodurch denn und durch die deshalb
notwendig zu machenden Vispositiones der Chagrin etwas unterbrochen, ob es gleich an sehr betr�bten Moments und
Intervalles nicht fehlet."
Auch der Schwester in Bayreuth schrieb die Prinzessin sofort; diese antwortete: �Vous pouvez ais�ment vous
repr�senter, ch?re s?ur, ma douleur par celle que vous ressentez. Ilsemble que tous les malheurs nous accablent
? la fois. Mon c?ur est d�chir� et je vous assure qu'au prix de ma vie je voudrais la rendre ? cette ch?re
m?re .. . Elle m'a �crit le samedi avant son d�c?s [25.]; il semblait qu'elle �tait inqui?te que le Roi ne lui
mandait rien du blocus de Prague. Aurait-elle peut?tre soup�onn� la catastrophe? Cette id�e est affreuse pour
moi. Ne la plaignons pas, elle est heureuse, mais plaignons nous qui la perdons dans un temps aussi fatal que
celui-ci, dans lequel nous sommes peut?tre condamn�s a voir de plus grands malheurs. J'ambitionne son sort
et je pleure le mien." Am 8. Juli schrieb sie dem Prinzen von Preu�en: �IIn'y a qu'une chose qui peut me
consoler de la perte de notre ch?re m?re, c'est qu'elle est morte dans le contentement d'esprit que pouvait lui
procurer la situation avantageuse o? elle croyait les affaires du Roi. Elle est sortie tranquillement et sans
appr�hension de ce malheureux monde. Qu'elle est heureuse et que j'envie son sort! je plains le mien et le
v�tre qui sommes priv�s d'une m?re si ch?re 4."
1 Auf Anordnung de? Ministers pobc?tls hatte Eichel dein K�nig zun�chst nur die rotgesiegelten Briefe der Prinzessin Amalie
und des Minist?re Finckenftein vorgelegt, um ihn durch die darinstehende Erm�hnung von dem abermaligen kritischen Zustande der K�nigin-
Mutter auf eine betr�bte� Nachricht vorzubereiten; einen rotgeflegelt en Vrief der �gierenden K�nigin, der sich unter der eingelaufenen
Post befand, hatte er beigef�gt, aber ungl�cklicherweise enthielt dieser die Mitteilung von dem Ableben der K�nigin-Mutter �de but en
blanc", so da� Eichel sich gen�tigt fat(, jetzt auch den Brief der Prinzessin und den Kondolenzbrief der beiden Minister, der ausf�hrlichere
Nachrichten enthielt, mitzuteilen.
� 3 Die Vriefe des K�nigs uni) der Prinzessin vollst�ndig in den ?uvres 27 396.
�
8 vgl. die
ergreifende Stelle in de� K�nigs �pUre ? ma S?ur de Bar�it, ?uvres 12, 41 und den Nachruf in der Histoire de la Guerre de sept ans,
?uvres 4, 182. Noch mehr a?s 20 a re sp�ter sagte der K�nig zu dem Philosophen Garve: �Wenn er wli�te, n>as mich der Cad meiner
Mutter gekostet hat, so w�rde er sehen, da� ich so ungl�cklich gewesen bin wie jeder andere und ungl�cklicher als andere, weil ich mehr
Empfindungsf�higkeit gehabt habe."
� *Am 2. Januar (758 schrieb die Markgr�fin an die Prinzessin ifmalie: �Ma s?ur de Bronsvic
m'�crit souvent, ce sont les lamentations de J�r�mie. Que notre m?re est heureuse de ne pas voir les malheurs! quel malheur si elle avait
�t� oblig�e de s'enfuir avec vous autres dans l'�tat, o? elle �tait. Elle a finitranquillement ses jours dans un temps, o? notre mauvaise fortune
commen�ait ? se manifester." Am J6. Oktober halte der Hof aus Berlin nach Spanbau ft�chten muffen^ am *8. zur�ckgelehlt, siedelte er
am 25. nach Magdeburg �ber; am 5. Januar ;?58 famen die K�nigin und die Prinzessinnen nach Verlin zur�ck. Nach Besetzung der braun-
fchweigischen liinder durch die Franzosen hatte sich die herzogliche Familie Mitte August ;757 nach Vlankenburg zur�ckgezogen.
        
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