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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

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Der 7. und 8. November war durch ein �vermaskiertes Hingrermen" i�n Tiergarten auggef�llt. Teilnahmen
u. a. Apollo, Vrpheus und ?inus, Frau Venus und Amor, Nymphen und ein gro�er Delphin, �auf dem Arion sa�",
�Satyri und IPalbgcifter, so ihren patron, den Vacchum, auf einem Vock mit Schalmeien und Sackpfeiffen daher
gcf�hret". Ferner �brei hochber�hmte alte teutsche K�nige; Sreimus, 2Nan�us, Arminius, und die hochber�hmte edle
K�nigin Germania auf sch�nem Triumphwagen", den sechs schneewei�e Gchsen zogen. Eingeleitet wurde das Spiel
durch den Gesang �von zween teulschen S�ngern ht altfr�nkischer Rleidung und �Ttaniec".
Am 9. November fand ein Turnier zu Fu� in der neuen Rennbahn statt. An, (0. war Gottesdienst in der
Hofkapclle, danach allerhand �Aurzweil". Am Abend ward ein �sch�nes k�nstliches Feuerwerk" abgebrannt, bot dem
80000 Raketen, �brennende Feuer und Schl�ge" Verwendung fanden. (Sin �luftiges Ritterspiel", das �Valien-Rennen",
erg�tzte die Teilnehmer am November. Am Sonntag wohnte man der predigt bei und am Abend einein �A�bel'
Turnier", dein am folgenden Tage ein �^uinlankennen" sich anschlo�. Der Abend wurde bei Ariegsmusik und Tanz
angenehm verbracht und damit die Festwoche beschlossen. Am �l?onttig, den \*{.November, nahmen die Hochzeitsg�sts
Abschied und verlie�en die gastliche St�tte.
verschwenderisch war die Pracht, mit der Herzog Johann Friedrich feine Verm�hlung gefeiert hatte. Ver-
schwenderisch war auch seine Hofhaltung, Sie und die Ausstattung feiner zahlreichen Br�der und Schwestern verschlangen
unerme�liche Summen, so da� der Herzog bald in �gro�es Gedr�nge" geriet. Trotzdem tonnte er sich, bei seinem
phlegmatischen Temperament, nicht 311 einer Verringerung feiner Ausgaben entschlie�en. Und als nun der Krieg
zwischen der Union und der ?tga ausbrach, kaiserliches Ariegsvolk bas ?anb �berschwemmte und die Jesuiten, 2N�nche
und Nonnen die Kl�fter und Aircheng�tcr des Herzogtums f�r die katholische Airchc in Anspruch nahmen, brach
unerme�liches Ungl�ck �ber bas w�rttenwergische Haus und taub herein. Der Rummer und die Sorge dar�ber
gingen dem gutm�tigen F�rsten so zu Herzen, da� er erkrankte und am 28. Juli \628 bas Zeitliche segnete.
Seine Familie verlie� das ver�dete und ausgesogene kand und siedelte nach �l�mpelgard und Stra�burg �ber.
In der alten M�nsterstadt schlug auch seine Witwe mit ihren unm�ndigen Aindern^ ihre Residenz auf und beschlo�
hier schwergepr�ft im Alter von 52 Jahren am 25. Februar ihr Vasein. Ihre sterbliche H�lle, am 22. 2N�rz 5656
in der Thomaskirche daselbst beigesetzt, fand am 3^. August in der f�rstlichen Gruft unter der Stiftskirche zu
Stuttgart ihre endg�ltige Ruhest�tte.
IV
Hohenzollern-Schwedt und W�rttemberg
(Siehe Tafel IV)
\.
Des Herzogs Johann Friedrich und seiner Gemahlin Varbara Sophie ssiehe S. 6H) Arenkel war Herzog
Eberhard Ludwig. Er war ein lebensfroher, nach Auszeichnung strebender F�rst und jener genu�s�chtigen, leichtfertigen
Zeitrichtung ergeben, die von Versailles ihre Anregungen und Beispiele empfing. Aus seiner Ehe mit der NIarkgr�fin
Johanna Elisabeth von Vaden-Durlach hatte er einen einzigen Sohn, den Herzog Friedrich tudwig.
Bei einem Aufenthalte am Hofe des Soldatenk�nigs in Berlin lernte Friedrich kudwig die NIarkgr�stn
Henriette 2Narie von Schwedt kennen, damals ein lebhaftes, fr�hreifes, h�bsches Aind, dessen nat�rliche Frische und
1 Herzogin Varbara Sophie hatte 9 Amder: Hrinricia, geb. \6\o, gest. 1625; Friedrich, geb. und gest. \6\2\ 2Intonia, geb. ;6!3,
gest. ;h?9; Eberhard (III.), gest. (67*; Friedrich, Stifter der linie lviirttemberg-Neuenstadt, geb. gest. 1682; Ulrich, geb. \6\?,
gest. *67(; Anna Johanna, geb. {6[$r gest. Sibylle�, geb. \t�o, gest. (70�; Eberhard, geb. gest. I62H.
        
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