Path:
Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

66
den, Markgrafen Christian von Bayreuth. In ihrem (Befolge befanden sich 257 Personen. Sie reiste in einem kost-
baren Brautmagen, dessen Eisenteile mit Gold �berzogen, dessen R�der, Achsen und Deichsel rot gestrichen und dessen
Inneres mit rotem Sammet ausgeschlagen und mit goldenen und silbernen schn�ren verbr�mt waren. Sechs reich-
geschirrte Schimmel setzten das im �brigen ziemlich schwerf�llige Fuhrwerk in Bewegung. Autscher und vorreiter
waren in rotfammetne Uniformen gekleidet.
Um die Mittagsstunde am Sonntag, den 5. November 560Y, einem sonnenhellen Tage, empfing der Br�utigam
auf der Frauenburger Heide, in der N�he seiner Residenzstadt, den von Cannstatt heranziehenden Aomitat der �Hochzeiterin".
Sie trug einen �sch�nen rotsammetnen Rock mit breiten goldenen f)osamentborten belegt", �vorn im Haar haben
I.F. Gnaden eine k�stliche goldene Feder stecken gehabt, die mit lauter guten orientischen Rubinen versetzt war."
�Vben auff ihrem Haubt �ber dein Haar waren sch�ne g�ldene Rosen mit grossen f)erlm vmbsetzt, deren jede in der
mitten ein Rubintafel in Gold gehabt. Vlo� vmb den Hals haben Ihre F. G. ein Band von Rubin vnd sch�nen
grossen runden Merlin, darzu an den Vhrcn zwe-f Geheng von Rubin vnnd Deman�n Gold getragen, vnd fornen an
der Brust herumb gar ein k�stliches guldines Hal�dano oder c�aracant hangen gehabt, darin grosse Rubin vnd f)erlin
versetzt vnd vnten daran ein stattliches Aleinot von Demant vnd Rubin mit Ihrn F. G. Herrn Vatters hochlobseligster
gedechtnus Namen: Ioachim-Friderich. Die Buchstaben sind alle von Rubin vnd Demant formiert vnd in Gold
eingefast gewesen."
In der Umgebung des Br�utigams befanden sich F�rsten und ein Gefolge von H000 Personen. Von
ihnen geleitet, gelangte der Zug an das Stadttor, von wo er sich zwischen spalierbildenden B�rgern und Soldaten unter
dr�hnendem Gesch�tz- und 2Nusketenfeuer und den fr�hlichen Zurufen einer vieltausendk�pfigen Menschenmenge nach dem
neuerbauten tusthause bewegte. Hier wurde die Braut zun�chst pon ihrer Schwiegermutter begr��t, darauf von ihrem
�Hochzeiter" den anwesenden F�rstlichkeiten vorgestellt, denen sie �mit geb�hrender f�rstlicher H�flichkeit die Hand gebot".
Nachdem sich die Hochzeitsg�ste � 2H5? an der Zahl � �an der aufgetragenen Kollation" erquickt, folgte
gegen Abend �nach abgelegter ehelicher Verl�bnis und Handtreu" und nach einer �christlichen und zierlichen Gration"
des Hofpredigers Grasmus Gr�mnger die Zeremonie �der Deckinbcschlagung". Die Vraut hatte dazu ein Aleid �von
wei� gl�nzend silberner" Farbe angelegt, �darin allerlei Rosen und Blumen von Gold gewirket". Ihren Hals zierte
ein �herrliches Band von auserlesenen gro�en und runden perlen", die Ghren �goldene Geh�nge, mit guten Damanten
versetzt". Ein goldenes Band umgab �oben den linken Arm", und ein goldener G�rtel mit �Rubin-Rosen" umschlo�
den schlanken keib. In dem �aufgeflochtenen, stiegenden goldblonden Haar" war inmitten eines Rranzes wohlriechender
Blumen eine sechsbogige Arone von Gold, Edelsteinen und gro�en Serien befestigt. Sie wies au�erdem �Istattliche
goldene Aleinoter" auf: einen Adler, einen Pelikan und eine Turteltaube, die Sinnbilder des hohen Herkommens der
Vraut, der kiebe und der Treue. Den ganzen Schmuck �bertraf jedoch �die nat�rliche Sch�ne und Gestalt" der jungen
F�rstin, �ihre liebliche Huldseligkeit" und ihre �hochzierlichen freundlichen Geberden".
Der Br�utigam trug ein wei�seidenes wams und einen schwarzen Sammetmantel, mit wei�er Seide gef�ttert.
Sein Hut war aus zarten wei�en Bieberhaarcn angefertigt und mit �Edelsteinen und Diamanten reich geziert". Das
Vehrgeh�ng �war mit Gold und guten Rubinen versetzt". �Insolchen: Habit und heroischer hochansehnlicher Statur
sind I.F. Gn. hereingeschritten."
Nach der Zeremonie wurde Aonfekt und s��er wein gereicht. Dann folgte das Nachtessen bei rauschender
Musik und einem sinnreichen wechselgesang zwischen Ph�'bus und tucina. Ein Tanz beschlo� den Tag.
Am Montag, den 6. November, erfolgte nach Einnahme der Morgensuvps die Ueberreichung der Morgengabe
durch den Herzog und der Hochzeitsgeschenke von feiten der anwesenden G�ste: Halsb�nder und Kleinodien aller Art,
goldene siokale, Handbecken und Gie�kannen, vergoldete Becher, silberne Sch�sseln, Teller und Schalen, silberne keuchter.
1Erschienen waren au�er den w�rttembergischen und brandenbnrgischen Verwandten Abgesandte des K�nigs Christian IV. von
D�nemark, des Markgrafen Christian Wilhelm von Brandenburg, des Herzogs Georg �on Sachsen, Verlierer des Adels und der landschaft,
der Universit�t T�bingen, der Reichsst�dte Stra�burg, N�rnberg, Ulm, E�lingen, Vchwgbisch-Hall und (Siengen,
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.