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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

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einer eintr�glichen Domvfr�ndr inStrafburg zu versorgen. So war ehedem fein Vater, Markgraf Joachim Friedrich,
der nachmalige Aurf�rst, \566 zum Adnnnistrawr des Erzstifts Magdeburg gew�hlt worden, eine W�rde, die er bis
zu seinem Regierungsantritt bekleidete. In der Tat wurde Johann Georg schon im Oktober \538 zum Kanonikus
des Stra�burgcr Kapitels und drei Jahre sp�ter, am 30, Mai \�${, im bisch�flichen Hofe daselbst von den evan-
gelischen Domherren unter der Bedingung zum Bischof gew�hlt, da� er die Regierung und Verwaltung erst nach
vollendetem 59. kebensjahre �bernehme. Vis dahin f�hrte der junge Markgraf den Titel �postulierter Administrator
des Stifts Stra�burg und Landgraf zu Elsa�" und setzte feine Studien fort. Die katholischen Domherren erhoben
ihrerseits am 9. Juni den KarMnal Karl von Lothringen, Vischof von Metz, auf den bisch�flichen Stuhl Strasburgs,
Dar�ber kam es zum Streite. Endlich wurde am 27, Februar \593 das Stift unter die beiden W�rdentr�ger geteilt.
Bald darauf, im Jahre wurden Verhandlungen angekn�pft, die des Markgrafen Johann Georg Ver-
m�hlung herbeif�hren sollten. Als k�nftige Gemahlin ward ihm die j�ngere Schwester des K�nigs Sjgismund lll.^
von Aolen bestimmt, die Prinzessin Anna von Schweden 2. Die Vorteile dieser Verbindung lagen auf der Hand.
A�nig Sigismund, der zwei m�chtige Aronen trug, auch Lehnsherr des Herzogtums Preu�en war, konnte seinem
Schwager ein starker R�ckhalt sein.
Allem Anschein nach wollte der Markgraf von solchen Heiratspl�nen nichts h�ren. Venn er trug sich gerade
damals mit dem Gedanken eines l�ngeren Aufenthaltes am Hofe des K�nigs Heinrich IV. von Frankreich. Va der
Vater den Urlaub hierzu verweigerte, w�nschte Johann Georg nach Ungarn und Italien zu gehen. Aber auch dieser
Plan scheiterte am widerst�nde Joachim Friedrichs.
Inzwischen waren die Heiratsverhandlungen mit Oolen und Schweden von Erfolg gewesen: Der Ehevertrag
zwischen der Prinzessin Anna und dem Markgrafen Johann Georg war vereinbart und im Februar in Schweden
angenommen worden. Die Uebergabe des Vrautschatzes sollte zu Michaelis erfolgen und die Verm�hlung am
50. November in Stockholm stattfinden. Doch stie� in letzter Stunde die Abgrenzung der Rechte der beiden Beteiligten
bei der Abfassung des Mitgiftvertrages auf Schwierigkeiten. Insbesondere forderte der Markgraf Joachim Friedrich,
da� �die Vraut sich nach dem Gebrauch des Ortes, dahin sie sich verheirate, accomodicre, da unseres Sohnes kiebden
ein deutscher F�rst sei". Dagegen hatte man auf schwedischer und polnischer Seite Bedenken. Infolgedessen verschob
Joachim Friedrich, trotz des Dr�ngens Sigismunds, den Verm�hlungstermin bis nach Vstern und rechtfertigte
diesen Entschlu� einmal mit der �Leibesschwachheit" seines Sohnes, der jetzt eine Seereise nicht antreten k�nne, und
dann mit der Besorgnis, da� �etzliche" Punkte in den Ehepakten schwerlich des Kurf�rsten Johann Georg Billigung
finden w�rden. Au�erdem hatte man in Berlin in Erfahrung gebracht, da� der Vrautschatz sich im Besitze des
Herzogs Rarl von S�dermannland bef�nde, des Vheims der Prinzessin Anna, dem 160H, nach der Entfernung Sigis-
munds, die fchwedische A�nigskrone zufiel. So scheiterte denu der ganze Plan.
Inzwischen war die Zeit heranger�ckt, da Johann Georg die Regierung im Stra�burger Stift �bernehmen
sollte. Auf Grund eines Nebereinkommens vom 29. September trat dieser jedoch die Verwaltung seines Anteils
an seinen Vheim, den Markgrafen Georg Friedrich von Ansbach-Bayreuth 4, ab und wurde daf�r durch das
Herzogtum J�gerndorf entsch�digt.
Johann Georg war damals 30 Jahre alt, �ein junger angehender Hauswirt". Am 22. August stellte
er in einem Schreiben den: Aurf�rsten, seinem Vater, vor, erw�gen zu wollen, da� �in die harre einsam allhie zu
1 Geb. 20.3�iii 5566 als 5of}tt des K�nigs Johann TU. von Achmeden (gest. 5?. November 1592), war TiZismund durch feine
Mutter Katharina die Anwartschaft auf den polnischen Thron zugefallen. Nachdem der letzte Jagellone, K�nig Zigismund IL August,
Katharinas Vruder, am 7. Juli (572 gestorben war, wurde er (587 als gigismund III.311111 polnischen K�nige gew�hlt, war 5592�5605
auch K�nig von Schweden und starb 30. April 1,632. � 3 Geb. 5568, gest. unverm�hlt
� 3 Johann Georg war in der Cat im
Winter 1596/97 mehrere Monate lang mit �einem �yuartanfieber hart beladen". � 4 Vas Herzogtum war im Jahre 5 52q, vom Markgrafen
Georg dem Frommen von Ansbach erworben worden und war dann auf seinen Sot|it, den Markgrafen Georg Friedrich, �bergegangen.
(5^3 hatte Georg testamentarisch bestimmt, da� bas Land, nach dem Aussterben feiner linie, an das kurf�rstliche Haus fallen sollte.
tiefer Fall war (603,, nach dem Ableben des s�hnelosen Markgrafen Georg Friedrich, eingetreten.
        
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