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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Württemberg

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w�rde zu bestehen; er habe vernommen, da� sie zu bescheiden sei; das sei offenbar unter den dortigen Verh�ltnissen
nicht angebracht, wenn man das in Stuttgart merke, so werde man ihr gar nichts geben: �5ie lassen dich die leng
nackend geen, vnd halten dir gleych als wenig Iunkfrawen, als hofma-ysterin, da mu� man geschrays drein machen." �
wenn auch auf diese weise die �u�eren rechtlichen Verh�ltnisse geordnet worden sein m�gen, eine Vesserung
der Veziehungen Elisabeths zu ihrem Gemahl war auf diesem Wege nicht herzustellen. F�r die Mge F�rstin mag
das w�ste leben Eberhards ein tiefer herzen 5kummer gewesen sein. Allem Anschein nach hatte Mutter Natur sie
nicht gerade verschwenderisch mit �u�eren Reizen ausgestattet, um schon dadurch den unbest�ndigen Mann zu fesseln,
wenigstens spielt Albrecht in seiner derb humoristischen Weise einmal auf ihren breiten Mund an Voch ihre Alug-
heit und ihre Anh�nglichkeit an den Mann, der sie vernachl�ssigte, h�tten ihn doch wenigstens gewinnen k�nnen.
Aber nach wenigen Jahren verlie� er sie und lebte bis getrennt von ihr. Ainder sind aus der Ehe nicht
hervorgegangen.
Nichtsdestoweniger hat Elisabeth auch sp�ter noch in r�hrender weise bei ihrem Vater F�rbitte f�r den
unw�rdigen Mann eingelegt. Als er nach bem Code seines Vaters die k�sten der Regierung nur zwei Jahre
(^60�^92) zu tragen vermochte und dann nach einer freiwilligen Abdankung doch wieder nach dem Regiment strebte,
bat Elisabeth ihren Vater, er m�ge sich ins Mittel legen und ihm dazu verhelfen.
wie vertr�glich und sanftm�tig sie war, beweist auch der Umstand, da� trotz der �rgerlichsten Streitigkeiten
ihres Gemahls mit seinem Vetter Eberhard dem Aelleren Elisabeth ihrerseits ein gutes Einvernehmen mit jenem und
seiner trefflichen Gemahlin Varbara^ von Mantua aufrecht zu erhalten wu�te.
von Elisabeths Alugheit und ihrem nicht geringen Verst�nde zeugen ihre �fters eigenh�ndig geschriebenen
Vriefeb an ihren Vater. 5ie sind bei weitem weniger inhaltslos, als es sonst bei Ichreiben f�rstlicher Frauen aus
dieser Zeit der Fall ist, und Albrecht vertraute dem Taktgef�hl seiner Eochter so sehr, da� er ihr manch heimlichen
Ratschlag gab, damit sie sich in den Wirren des W�rttembergischen Hauses zurechtfinde.
Ihr Vruder Friedrich der Aeltere antwortete ihr einmal auf ihre Vitte, zu ihrer Unterst�tzung bei schwierigen
Verhandlungen R�te nach Stuttgart zu schicken, er werde es zwar tun, wisse aber, da� sie des Rates kauni bed�rfe.
Bezeichnend in dieser Veziehung ist auch der eigenh�ndige Vnes, den sie schrieb, als Kaiser Maximilian ihren Gemahl
nach worms entbot, uni ihn zum dauernden Verzicht auf W�rttemberg zu veranlassen, und darin auseinandersetzte,
da� die st�nde des landes verpflichtet seien, sich ihr f�r die Summe von 2000 Gulden zu verb�rgen, welche ihr von
dem �lteren Grafen Eberhard w�hrend seiner Lebenszeit verschrieben worden waren.
Mehrere Jahre lebte Elisabeth bei ihrer verwitweten Stiefmutter, der Rurf�rstin Anna, auf deren witwensitz
in der fr�nkischen Heimat zu Neustadt a. d. Aisch. Auch hier verstand sie es, bei Reibungen zwischen der Aurf�rslin
und dem Markgrafen Friedrich, ihrem Sohne, vers�hnend und vermittelnd einzutreten.
Mit gro�en, und gerechtfertigtem vertrauen �berlie� der kinderreiche Stiefbruder der vereinsamten Frau die
Erziehung zweier S�hne und einer Tochter, die er wohl nach ihrem Namen Elisabeth genannt hatte. An, Oktober 5506
1Zu Ostern (
    
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