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Ursprung und Bedeutung des gegenwärtigen Krieges

Full text: Ursprung und Bedeutung des gegenwärtigen Krieges

IUrsprung und Bedeutung des gegenw�rtigen Arieges
lion
O)tto tjintze
wir im vorigen Jahre das Jubil�um der 25j�hrigen Regierung unseres Kaisers feierten und das Ged�chtnis
der gro�en Tage von in patriotischen Veranstaltungen erneuerten, ahnte niemand, da� der 25j�hrigcn Friedens-
arbeit schon im n�chsten Jahre der blutigste Krieg folgen w�rde, den die Weltgeschichte je gesehen hat, und da� unserem
Volke Opfer an Gut und Vlut auferlegt werden w�rden, vor denen selbst die des Jahres in den Schatten treten.
Zwar war der politische Horizont schon lange mnd�stert, und das Jahr hatte auch f�r uns eine betr�chtliche
Verst�rkung der R�stung gebracht, die insbesondere den besitzenden Klassen in der Gestalt des sogenannten Wehrbeitrags
erhebliche Vpfer zumutete. Aber die Spannung unter den ma�gebenden M�chten halte sich w�hrend des Valkai^
krieges eher gel�st als versch�rft, und namentlich mit England glaubte die deutsche Politik auf dem besten Wege zu
einer friedlichen Verst�ndigung zu sein. Va kam es ganz unerwartet infolge des Mordes von Serajewo Ende Juli
zu einer verh�ngnisvollen Versch�rfung der Spannung unter den M�chten, die bald zum Ausbruch von Feindseligkeiten
und zur Entz�ndung des gro�en Krieges gef�hrt haben, in dem wir gegenw�rtig stehen, und der vielleicht die schwerste
f)robe bedeutet, die jemals dem Hohcnzollcrnstaat und dem unter hohenzollernscher F�hrung geeinigten Deutschen Reiche
auferlegt worden ist und auferlegt werden kann. Es ist ein Kampf �hnlich den,, den der gro�e Friedrich im Hieben
j�hrigen Kriege zn bestehen gehabt hat, ein Kampf um Sein oder Nichtsein gegen eine Koalition, die unser Empor
kommen verhindern und unsere Volkskraft in Fesseln schlagen will.
Die Mordtat von Scrajewo hat nur den �u�eren Anla� zu dem gewaltigen Weltbrand gegeben, der jetzt
ausgebrochen ist. wer die tiefer liegenden Ursachen erkennen will,die zu diesem Kriege gef�hrt haben, mu� weit in
die Vergangenheit zur�ckgreifen und sich die Abwandlung der Beziehungen unter den gro�en M�chten seit der Vcgr�ndung
des Deutschen Reiches vergegenw�rtigen.
Diese gro�e Ver�nderung in� Staalensystem hat eine neue Epoche in der politischen Geschichte der Welt er�ffnet,
uud Deutschland nahm zun�chst unter Vismarcks kraftvoller und umsichtiger F�hrung eine �berragende Machtstellung
in Europa ein, die den Neid und die Mi�gunst der Nachbarn hervorrief oder auch n�hrte und steigerte. Die Besorgnis
vor einer Koalition der M�chte gegen Deutschland lag schon damals in der Luft, und Vismarck hat sie oft dr�ckend
genug empfunden. Seine ausw�rtige Politik gipfelt in dem Vestreben, diese Gefahr zu bannen und einen m�glichst
festen R�ckhalt f�r Deutschland in der Konstellation der M�chte zu gewinnen. Der nat�rliche Ausgangspunkt f�r alle
?l!!m?rkum,. lieber dem Titcl: Titelviguctte von Professor Emil Docpler d. 3.
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