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Aus den Briefen der Königin Sophie Dorothea

Full text: Aus den Briefen der Königin Sophie Dorothea

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August \?26 schwer am Wechselfieber imt> mu�te, w�hrenb Me Mutter mit ben Geschwistern zum K�nige nach Wuster-
hausen ging, in Potsdam bleiben. Sic mu�te sehen, wie bas Verh�ltnis zwischen Vater und �ohn ein immer
gespannteres und feindseligeres wurde, wie der K�nig aus seiner Abneigung gegen den Sohn gar fein Hehl machte
und recht geflissentlich den zweiten Sohn, den Prinzen Wilhelm, auch in Gegenwart des �ltesten bevorzugte, wie aber
auch der 5ohn seinen Ha� gegen den Vater anderen gegen�ber nicht verbarg/.
Eine Zerstreuung in diesen traurigen Verh�ltnissen brachte die Keife des K�nigs nach Dresden im Januar 4 728,
es war auf Bitten des K�nigs August geschehen, da� der Rronprinz nachtr�glich die (Erlaubnis erhalten hatte, den
Vater zu begleiten. �J'ai �t� toute surprise," schreibt die K�nigin am {5, Januar, �hier au soir en voyant venir
Fritz dans ma chambre, comme je mangeais encore. Ilme dit que vous aviez ordonn� qu'il vient ? Dresde.
Ilm'a dit que vous aviez ordonn� que Eversmann 3 lui doit faire faire un habit, mats comme je crois que un
ne serait pas assez, je lui donne en un aussi 3 et je me flatte que vous en serez content .'*
3ni Mai erwiderte August den Vesuch in Berlin 5, nach der Abreise der G�ste, Mitte Juni, gingen die
Dinge ihren schlimmen Gang weiter. Am 7, Juli kam der Aronprinz aus Potsdam nach Berlin; am Cage vorher
schrieb die K�nigin: �Vous pouvez ?tre assur� que je ne lui dirai rien de ma part et ne lui dirai pas que vous
m'avez �crit; s'il savait, comme vous le ha?ssez et que vous lui souhaitez la mort, ilserait au d�sespoire et
cela le ferait mourir. Iln'est d�j? que trop malade 0. Dieu vous prenne les pens�es que vous avez contre
lui, et vous gouverne le c?ur. Je crois que vous m'avez �crit contre lui par malice, pour voir ce que je
vous r�pondrais."
Im September kam es in Wusterhausen zu einem scharfen Zusammensto� zwischen dem Kronprinzen und
dem R�nige?, so da� der Sohn die Aussicht auf ein Raccommodement mit dein Vater aufgab.
15eckendorff schreibt dem Prinzen Engen Ende Zum (725; �Die Absicht des K�nigs geht dahin, da� er (der Kronprinz)
noch seiner ihm beiwohnenden Inclination den 5oldatenstand allen �brigen Wissenschaften vorziehe, die Sparsamkeit und Gen�gsamkeit
bei Seiten kennen lerne und m keine Commodit�' oder plaisir als was er, der K�nig, selbst nur achtot, sich verlieben folle. Man merkt
aber gar augenscheinlich, da� diese Art 311 leben wider des Kronprinzen Inclination und folglich just einen contraire� Effect mit der
Zeit haben wird, ma�en des Kronprinzen Humeur ohnedem mehr auf G�n�rosit�, Gem�chlichkeit und Magnificence gerichtet, dabei auch
nmnterreffirt, liberal und barmherzig ist .... wie denn �berdies dieser junge Herr sehr viel nat�rliche Inclination 3� allerhand Wissen-
schaften und sonderlich zur Iltaffiefin uno Mechanik hat, and? von freier Hand artig zeichnet und alles anmerkt, hingegen durch expresses
verbot des Herrn Vaters darin einige Unterweisungen zu nehmen, auch mit keinen andern ah Militairs und meistenteils Subaltern-
osfizieren umgehen darf, da sonst feine Inclination mehr dahin gehet, mitPersonen, die etwas wissen und gelernt, sich zu unterhalten." �
9 Ver Kammerdiener des K�nigs. � * 
    
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