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Aus den Briefen der Königin Sophie Dorothea

Full text: Aus den Briefen der Königin Sophie Dorothea

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geheimer Vertrag entworfen, dessen Unterzeichnung bei dem Gegenbesuche Augusts in Berlin �folgen f�llte, der dann
aber an dem Widerspruche des Aurprinzen gescheitert sei. von einem solchen Geheimvertrage und einem beabsichtigten
Verl�bnis der Prinzessin mit dem K�nige von polen ist sonst an keiner Stelle die Rxde; wohl aber war von anderen
ein anderes Heiratsprojekt, das der K�nig in Dresden betreibe, entdeckt worden: �IIv a dans les gazettes," schreibt
die K�nigin am 23* Zanuar, �hue vous ?tes all� ? Dresde, pour faire le mariage de la Margrave Philippe avec
le Roi de Pologne et que vous aviez le Prince d>Anhalt et M.Hilden avec, pour n�gocier cette affaire. Elle
a soupe hier au soir avec moi et je l'ai raill�e; elle �tait de bonne humeur et r�pondait fort joliment," Auch
dem K�nige von Polen kam dies Gerede von seiner Verlobung mit der sechsundvierzigj�hrigen Nlarkgr�finwitwe zu
Vhren; er lie� ihr mit einem zierlichen Komplimente darauf antworten: �La margrave Philippe disait que le Roi de
Pologne lui avait fait faire ses compliments et qu'il voulait danser la Mazurc avec elle1. (28. Hebruar.)
Vie Sophie-Dorothea den Gedanken gefa�t hatte, ihre �lteste Cochter wilhelmine m�sse dereinst die Gemahlin des
Prinzen Friedrich von Glocester, des zwei Jahre �lteren Sohnes ihres Vruders, werden^, so nahm sie f�r den
geborenen Kronprinzen dessen ein Jahr �ltere Tochter Amalie als Gemahlin in Aussicht; sie fand f�r diese Doppelheirat
die Zustimmung ihrer Schw�gerin, der Prinzessin Caroline, sowie ihres Vruders und auch ihres Vaters. Es geschah
alles, un, die kleinen Prinzen und Prinzessinnen sich gegenseitig n�her zu bringen; wie der kleine Prinz Friedrich der
Prinzessin wilhelmine Vriefe schrieb und Geschenke schickte, so sandte die Mutter der Schw�gerin f�r ihre Rinder
Geschenke, darunter f�r den zweij�hrigen Kronprinzen einen Ring aus den Haaren der Prinzessin Amalie s^. 2Nai 4?(q).
Die Sache galt der K�nigin nur als eine Frage der Zeit; aber die Politik trat dazwischen. Der Wiener
Allianz vom Januar 5? 59, die vom Kaiser und August von Polen gegen Preu�en und Ru�land geschlossen war,
war auch Georg I. beigetreten, und auch das Verhalten Peters des Gro�en gegen Friedrich-Wilhelm wurde k�hler,
die Verhandlungen �ber die Ehepakten der Herzogin-Witwe von Kurland zogen sich ergebnislos hin. Der K�nig
glaubte, aus dieser kurl�ndischen Geschichte werde nichts werden, und w�nschte, mit guten Manieren daraus heraus-
zukommen; von einer Verm�hlung seiner Co?ter nach England vermochte er sich, bei seiner Spannung mitGeorg I.,
auch keinen Vorteil zu versprechen; es war ihm also sehr recht, da� der Markgraf Friedrich-Wilhelm von Schwedt
ihm im Februar \7\ty erkl�rte, lieber a?s die Verm�hlung mit der Herzogin-Witwe w�rde ihm die mit des K�nigs
�ltester Cochter sein. Er war gewillt, darauf einzugehen; er teilte seine Absicht der K�nigin mit, die ihm darauf am
Februar antwortete: �Onze heures du soir. Dans ce moment je viens de recevoir votre lettre o? vous me
parlez du mariage du prince Frideric, fils du Margrave Philippe, avec Wilhelmine. Comme elle est fort jeune
et que l'on ne la peut marier que dans quatre ou cinq ans, elle pourra se plaindre un jour de nous qu'on l'a
mari�e avec trop de pr�cipitation. On pourrait attendre quelque temps encore, mais je m'en remets partout ?
votre volont�, mais pour l'amour de Dieu, ne vous pr�cipitez pas, afin que vous n'ayez pas un jour ? vous
reprocher et ? r�pondre devant Dieu, si elle n'est pas heureuse. En second lieu si vous n'aviez point de fils,
ce serait autre chose et si vous aviez envie de la garder aupr?s de vous, vous le pourriez faire sans la marier.
Pardonnez, si je vous parle, comme je le pense; la tendresse d'une m?re, qui aime a voir ses enfants heureux
et qui ne songe qu'? les voir contents, fait que je vous �cris comme je le pense, mais vous savez que vous
?tes le ma�tre en toute chose. Vous ?tes si prudent que j'esp?re que vous aurez fait ou ferez r�flexion sur
toute la chose."
Lin Vesuch des K�nigs in Herrenhausen im November 5?O zeigte, da� die Spannung gewichen sei, gewi�
zur gr��ten Genugtuung der K�nigin. Sie schickte ihm zwei Vriefe des Kronprinzen an seinen Gro�vater, den einen
habe der Prinz ganz allein geschrieben, der K�nig m�ge den abgeben, den er f�r den besten halte (8. November). Als
1Mazurka: Danse d'un mouvement mod�r� [Littr�], also f�r Personen von gesetztem Alter schicklich. � a Am 12. September *?Q9
schreibt die K�nigin dem Uynlg aus Herrenhausen : �Le petit Fritz (geb. Januar ;?n?) me demande tous les jours des nouvelles de sa
Braut" (geb. 3. 3�H \io$)t
        
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