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Aus dem Briefwechsel des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und des Prinzen Wilhelm mit ihrer Cousine Prinzessin Friederike von Preußen während der Freiheitskriege 1813 - 1815

Full text: Aus dem Briefwechsel des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und des Prinzen Wilhelm mit ihrer Cousine Prinzessin Friederike von Preußen während der Freiheitskriege 1813 - 1815

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Da mir das contr^�iciren gegen so hohe Personen wie Dero nicht zukommt, so halte ich meine Meinung �ber
den so genannten verr�ckten Zettel zur�ck; ich bitte sehr, oh ich bitte sehr, gewi� nicht, dringen Sie nicht weiter.
� (Spa�tgt).
Gnkel Carl ist vorgestern Abend angekommen. Wir haben ihn schon �berall so rum gezogen um alles
zu sehen, ba� er, und ein vom Menschen abh�ngender Theil, besonders beim Gehen zu gebrauchen, ich meine das Bein,
sehr ermattet sind.
Freuet euch, Papa wird auch schicken. Sehre scheene. . . .
Nun wirst Vu also abgegangen sein nach Strelitz. viel ?!Hl5ir w�nsche ich Dero.
Gestern bin ich mit dem Cousin aus den Churm Kotre Dame gestiegen, vonwo man ein vollst�ndiges
Panorama von karis �berstehet; ganz herrlich. Auch sahen wir in der Kirche die Reichsinsignien Karls des Gro�en:
K�nigs-Krone, mit herrlichen geschnitmen Steinen; sein sehr schwerer Scepter, und seine main 6e justice; diese ist in
schw�render Stellung. I^apoieon'^ ist daneben, sie schw�rt nicht, sondern die Hinger biegen sich alle etwas nach vorn;
ich nenne das k 1a Kralle. N: Lorbeerkranz sseine Krone) ist sehr fein gearbeitet, hat aber nichts majest�tisches; jede
Dame kann das Ding als Diadem aufsetzen und da wird man es recht h�bsch finden. Auch den Kr�nungsmantel von
und I^ui5^ haben wir gesehen. Entzetzlich gro�. �
was jetzt f�r eine menge Engl�nder und rinnen hier sind, da hat man keinen Begriff. Alle Chealer wimmeln
von. Wellington wird hier erwartet, ich freue mich recht seine Bekanntschaft zu machen. Vl�cher hat einen sehr
sch�nen Brief vom Prinz-Regenten erhalten; er hat ihn eingeladen nach tondon zu kommen, welches er auch thuen wird.
Gb wir hin gehen scheint immer noch nicht aufs reine. Ich glaube aber wohl. Ich m�chte wohl mit.
Nun Adieu nia vetterine. Empfehlungen an Fr: v: Kameke Wilhelm v. pr.
Sage doch an l^K^riotte. da� ich am Cage des Einzugs des K:Franz ihr Fahnenband beim Parademarsch
gesehen habe, es machte sich sehr h�bsch."
Darunter: �Friederike."
3<*.
Prinzessin Friederike an Prinz Wilhelm. (Verlin, 27, Zum 19^.) 8�.
�Berlin den 27 Juni 5654.
KIx 6ear Ousin nun da Du in tondon bist, rede ich Dich auch englisch an, in der Hoffnung, Du
werdest nun etwas englisch gelernt haben durch das viele sprechen h�ren. Dein Brief an Charlotte hat uns h�chst
gl�cklich gemacht, da wir schon ganz verzweifelten, Nachricht von euch selbst zu bekommen, Du hast Dir wieder viele
Lobeserhebungen verdient dadurch, da� Du geschrieben, und durch die k�nge des Briefes.
Heule vor einem Jahr war es das hei�este, herrlichste Wetter von der Welt zu unsrer Vukowinen- und
Spiegelberg-Parthie, und jetzt ist es im regnen begriffen und leider ist heute Siebenschl�fer, wenn es da regnet, dauert
es ? Wochen, eine traurige Aussicht, zumal f�r Karls Geburtstag der �bermorgen ist. wir schenken ihm zusammen
Alterth�mer, eine Armbrust und eine Streitaxt mit Llfenbein ausgelegt, einen Dolch und ein t�rksches Alefser mit
Agatenem Griff und mit Steinen, eine ganze Sammlung von tava, sehr verschieden, sogar wei�e ist darunter, eine
kleine Pistole mit H taufen und etwas, was mir nicht sonderlich gef�llt, er sich aber gew�nscht hat, einen Vulkan in
bronze-Art, ich glaube von ?2pier macke gemacht, wir feiern diesen hohen Geburtstag auf der Pfaueninsel, und
um doch etwas f�r sein Vergn�gen zu thun, werden wir so eine Art von ru�ischen B�uerinnen vorstellen, die ihm
auf einem Kahn entgegen fahren und die Waffen �berreichen, und Charlotte will ihm auch ein paar ru�ische W�rter
sagen, Adine und kutschen sollen ihn am Afer empfangen in wei�en Kleidern mit Kornblumen geschm�ckt und sollen
ihn, einige Verse singen, Musik und Poesie sind von der Bock ihre Composition. .. .
1 wohl der Vries aus londoil vom 6. )uni 58^4, �HohenZollernbriefe", Nr. \9e.
        
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