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Aus dem Briefwechsel des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und des Prinzen Wilhelm mit ihrer Cousine Prinzessin Friederike von Preußen während der Freiheitskriege 1813 - 1815

Full text: Aus dem Briefwechsel des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und des Prinzen Wilhelm mit ihrer Cousine Prinzessin Friederike von Preußen während der Freiheitskriege 1813 - 1815

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Den \2. M.
Wegen des Congresses wei� ich nichts; tnbeg Me Minister sind nicht hier, folglich wird also wohl noch
negocirt. von Bl�cher ist denn endlich Nachricht da. ... [?r] ist nach ?aon gegangen, wo er eine Schlacht
annehmen wollte, . . . man hat stark cannoniren geh�rt. Der "K�nig und ich gingen am \O. raus und haben
fie sehr deutlich geh�rt, heute wird denn wohl die Nachricht kommen. Ich kann Dir nicht oft genug sagen, in
welcher Spannung wir bereits seit 8 Tagen sind, oder eigentlich seit dem ganzen Februar, nur st�rker und geringer.
Bei beut R�ckzuge von Soissons nach Laon sind inde� sehr sehr hartn�ckige Gefechte gewesen. Nehmlich Soissons
ist in 2 Tagen 5 Mahl vom Feinde gest�rmt worden, aber jedes mahl durch die Tapferen Ru�en unter Rudzewitsch
abgeschlagen. . ..
Im tiefen S�den waren die Zachen auch r�ckwerts gegangen; Vubna war bereits bis Genf zur�ck, und
diese Stadt bedroht. Fort �cluse wurde vom Feinde genommen. Inde� Vianckx ist gl�cklicherweise zur rechten Zeit
gekommen, Genf ist befreit.
Nimmst Du es nur auch nicht �bel, da� ich den Vrief nicht eher schlie�e als bis Nachricht von Vl�cher
da ist; ich d�chte das k�nnte euch auch jetzt nur das Intere�anteste sein zu wissen. . . .
Den \3, M.
. . . Gestern Abend kam Nachricht da� nach Aussage der Vauern Vl�cher l>I: geschlagen habe am 9> und
50 Canonen genommen. In einigen Stunden muffen wir hier die Nachricht noch vom haben.
N: M:
Gott sey Dank! Vie Nachricht von Bl�cher best�tigt sich; obgleich von ihm selbst noch nichts. St. Priest
meldet es positif. Bluter hat am 9. das Marmontfc^e Corps abgeschnitten, 6000 Ges., 50 Canoncn. Fast alles
niedergemacht, etwas Cavallerie ist durchkommen. Der (0. wird also wohl nur ein Nachspiel gewesen sein. Und
da� ich nicht dabei war, und aber Dein Vruder mit den beiden Vraniern und PiwililI!? wir waren in der
Rsussischen) Messe heute. In dem Augenblick, da� fie aus war, kam der Courier mit dieser best�tigenden Nachricht
und da� St. Priest Rheims genommen habe, mit {0Canonen, 5500 (6ef; und der Fahne der dortigen Garde d'Honneur.
Es wurde sogleich das sch�ne Russische) Te deum angestimmt. Nach Beendigung desselben ging$ zum K�nig.
Der ftayfer Alex: las hier den Rapport von St. Priest vor. Allgemeine Freude und Gl�ckw�nsche. Dann gings
zum Aayser Franz. Die Fahne immer hinter her. Ich mu� schlie�en. . . . Dein
Wilhelm.Morgen gen?ts nach
Bar sur Aube. Don dort
wohl rechts."
2?.
Prinzessin Friederike an Prinz Wilhelm. (Berlin, 22. M�rz \S\^) 8�.
�Heute am 22"" M�rz w�nsche ich Dir alles nur m�gliche Gute und Sch�ne Zu Deinen: Geburtstag,
mein bester Wilhelm, Du erh�lst hierbei von uns allen, die wir hier sind zusammen, eine goldne Uhrkette, als ein
Denkmal dieser gro�en Zeit haben wir die Medaillen dazu genommen, worauf alle Schlachten bezeichnet sind. Das
Petschaft ist ungestochen geblieben, damit Du Dir nach Beendigung dieses Krieges ein paffendes Motto oder sonst
dergleichen daraufmachen l��t, wir haben heut Mittag bei Karl gespeist und recht tapfer auf Dein Wohlsein
getrunken. . . . Ich habe recht oft an heut und morgen vor ein Jahr gedacht, was hat sich nicht in der Zeit alles
ver�ndert, heut Abend war der Vall bei Adine, wo wir nach dem Leierkasten tanzten . . . und morgen marschierte
die letzte Garde und mein Vruder aus, ein trauriger Tag, wie viele von den Menschen haben wir nicht wieder gesehen. �
        
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