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Aus dem Briefwechsel des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und des Prinzen Wilhelm mit ihrer Cousine Prinzessin Friederike von Preußen während der Freiheitskriege 1813 - 1815

Full text: Aus dem Briefwechsel des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und des Prinzen Wilhelm mit ihrer Cousine Prinzessin Friederike von Preußen während der Freiheitskriege 1813 - 1815

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2 Stunden sp�ter.
Kleist ist geworfen; er hat viel verlohren, indem er ganz mit Kavalier!� eingeschlo�en gewesen ist. Den
Aufenthalt der Zietenschen Vrigade kennt man nicht. Auch wo Sacken ist, wei� man nicht. N?ir werden entweder
Nachtisch oder Morgen nach Bray gehen, um durch das vorr�cken der gro�en Armee Bl�cher ?uft zu machen. In
welcher Stimmung wir sind, kannst Du Dir denken; inde� ist alles zu redressiren: lvmtzmgerode mit � und B�low
mit � m�ssen dieser Tage ran kommen.
*
Nach Tische.
Die gro�en Kavallerie-Massen des Feindes zeigten sich damals in seinem R�cken, Kleists; er fornnrt fein
Corps in eine ungeheure Masse 52060 M., und schl�gt sich so gl�cklich durch die Cavallerie durch. Lin neuer Verveis
von ungeheurer Vravur.
IDer) Feind ziehet sich zur�ck, nach den letzten Meldungen; Llucker folgt; hoffentlich mit mehr Vorsicht. �
Inde� war durch diese einzelne Tcnecg noch nicht viel verlohren; denn sobald 5l: weiter verfolgte, so ging ihm die
ganze gro�e Armee in R�cken und Flanken. Dies scheint dl: einzusehen, drum ziehet er sich zur�ck. Ls sind 2 f:
Divisionen aus Spanien angekommen, welche stark Ich habe Dir dies nun hier, d�cht ich, ganz unverbl�hmt
dargestellt. � wir gehen morgen nach Vray; Aaiser ist schon fort.
Wieder in Troyes, den 20. Februar {&{%*
Verzeih da� ich diesen Vrief nicht fr�her beendet habe, es war mir aber unm�glich, wie Du aus der Folge
sehen wirst. Da ich einmal in diesem Vrief alles dargestellt habe, so eile ich nun Dir die ferneren Operationen
noch mitzutheilen.
Den 5?. Februar gingen wir �ber Notent, wo wir uns zu Pferde setzten, nach Bray, ein miserables Nest.
(?s hie�, man w�rde den anderen Tag �ber die Seine gehen und so die Operationen fortsetzen. Den Abend kam
die Nachricht, da� Wittgenstein angegriffen und � geworfen sei. .. .
I^apaleon hatte sich mit seiner bekannten Schnelligkeit von Vl�cher dorthin, nach ?rovin5, gegen Wittgenstein
gewandt. Wittgenstein war gestern bei Ko^ent �ber die 5eine gegangen, wrede war bei Vra? �bergegangen;
mu�te sich aber den j?.�^8., ohne geschlagen zu sein, laut Disposition, nat�rlich auch wieder zur�ckziehen. Der
I^ronpM? von W�rttemberg wurde den angegriffen mit �;schlug den Feind mit � zur�ck. Inde� des
Abends wurde er mit noch gr��erer �bermacht ntt^quirt, culbutirt und verlohr 9 Kanonen. Nun hast Du es klar
vor Augen.
Alle diese Lckeks waren unausbleiblich, weil wir uns �ber alle Vegriffe vereinzelt hatten. Nichts war
conccntrirt. Um diesem nun abzuhelfen, ist eine (General -concentration hier um IVo^tn befohlen, welche heute
Mittag vollzogen ist. Das ist ein rechtes teben in der Stadt. Die keserven stehen rechts r�ckwerts von hier. Wrede
vor ihnen. Wittgenstein 2 Stunden von hier auf dem Wege nach Ka^nt; und alle <^orp5 so in der Gegend. Vl�chsr
marschirt heute nach 5iir Er ist wieder vereinigt mit Sacken, Xleist, Varclc und Wintzingerode. . . .
In dieser Stellung erwartet man nun Arieg oder Frieden. Letzterer ist bereits von den alliirten H�uptern
unterzeichnet, und sehr vortheilhaft. Man erwartet nun nur die �i^n^wr I^apoieonL; ob diese erfolgen wird, hofft
ein jeder, weis aber noch keiner, wonicht, so kommt es hier zu einer m�rderlichen Schlacht; wenn aber, so sind
wir bald alle wieder vereint!! !!!!!!!
verzeih dies Geschmier; ich habe aber ein bischen geeilt, damit man euch dort nicht etwa dummes Zeug
erz�hlt. 3�
    
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