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Die Stellung des Hauses Finckenstein am preußischen Hofe im 17. und 18. Jahrhundert

Full text: Die Stellung des Hauses Finckenstein am preußischen Hofe im 17. und 18. Jahrhundert

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Ende, da� er eine Hufe wertvollen Waldes abtrat. Dem Kurprinzen Georg^NMHelm konnte er, da er in jener
wirtschaftlich bereits zur�ckgehenden Zeit das Seinige gut zusammengehalten hatte, die Summe von 5000 Gulden auf
50 3 re zinslos zur Verf�gung stellen. Kurf�rst Johann -Sigismund erkannte die Verdienste des Albrecht Finck
ausdr�cklich in der Urkunde vom 3. Juni 16^ an, in der er ihm den Ueberrest des Dorfes teipe im Amte Gsterode
und 5 Hufen des Guts Jablonken Zur Entsch�digung f�r feine Dienste und sein Darlehen verlieh.
was der Vater begonnen, hat der Sohn Christof Finck dann weiter ausgebaut. Auf ihn war der Aurf�rst
Georg-Wilhelm aufmerksam geworden, Schon im Jahre hatte er die Studien des jungen Ostpreu�en in Paris
durch eine Unterst�tzung erm�glicht; dann ersah er ihn, als im September einer der Kammerjunker seines �ltesten
Sohnes Fricdrich-lvilhelm, des sp�teren Gro�en Aurf�rsten, im lager vor N�rnberg verstarb, f�r diesen so erledigten
Posten. Jedoch der Kanzler von G�tze erbat ihn f�r seinen Sohn. Aber noch vor Ablauf von Jahresfrist, am
50. M�rz f�hrte der Kurf�rst seine urspr�ngliche Absicht aus und ernannte den jungen reformierten preu�ischen
Edelmann zum Kammcrjunker des Prinzen. Treu hat jener seinem Herrn, namentlich w�hrend seines Aufenthaltes
in Holland in den Jahren zur Seite gestanden. Man wei�, welch eine ernste Lebensauffassung bei dein
Kurprinzen herrschte, sicherlich war der junge Gstpreu�e von gleichem Geiste beseelt. Seme Kenntnisse des Kriegswesens
m�ssen nicht unerheblich gewesen sein, denn im Januar �bersandte der Kurprinz seinem Vater �einen richtigen
und perfekten Abri� der Schenkenschanze und derselben Belagerung, die sein Kammerjunker Finck mit allem Flei�
und nach der Ingenieurkunst gemacht habe, darinnen man die Dicke und h�he der U)�lle, auch die Retranchement und
werte abmessen k�nne, wie denn zu jedem eine absonderliche richtige Scala dabei gemacht sei" 2.
Es waren schwere Zeiten f�r den Christof Finck, als er trotz gro�er h�uslicher Sorgen an der Seite seines
Herrn aushielt. Damals war n�mlich die v�terliche Erbschaft sehr bedroht, so da� ein wiederholtes Eingreifen des
Kurf�rsten stattfinden mu�te, letzterer ernannte am Apnl f�r den Christof Finck, der wegen t�glicher
Aufwartung beim Kurprinzen nicht abk�mmlich fei, eine Kommission zur Auseinandersetzung mit seinen voll- und
Halbgeschwistern wegen dieser Erbschaft und befahl am 19' September den Gbcr- und Hofgerichtsr�ten in Preu�en,
f�r den unentbehrlichen Kammerjunker ein Moratorium wegen der Schulden seines Vaters zustande zu bringen. Erst
im Jahre war es Christof Finck dann m�glich, selbst zur Regelung seiner Verh�ltnisse nach Gstpreu�en zu eilen.
Nicht ohne tebensgefahr konnte er zum Kurprinzen zur�ckkehren, wie dieser an: September seinem Vater
schreibt: Finck habe 7 Wochen lang auf der See gelegen � der kandweg war wegen des 30j�hrigen Krieges versperrt �
drei Schiffe seien vor ihn, untergegangen und spanische Kriegsschiffe von D�nkirchen aus h�tten sie bedroht. Auch
sonst hat er wohl sein 3eben f�r seinen Herrn gewagt. Der Gro�e Kurf�rst selbst sagte sp�ter von ihm zu seinem Sohne:
�Euer Vater war mein K�mmerer und ein ehrlicher Mann. Er hat meinethalben ein Bein gebrochen. Ich wollte in
Eleve �ber einen Grt nach dem Schlosse gehen; er warnte mich aber und wollte erst sehen, ob es auch sicher w�re,
fiel aber herunter und brach das Vein"^.
Nach seinem Regierungsantritt erneuerte Kurf�rst Friedrich-Wilhelm die Bestallung des Christof Finck zum
Kammerjunker unterm M�rz und verlieh ihm, da er mit seiner st�ndigen Aufwartung sehr zufrieden sei,
die Anwartschaft auf die hauptmannschaft zu Soldau an� 23. April Vald darauf schied der getreue Kammcrjunker
wohl definitiv vom Hofe, als er das kurf�rstliche Amt Neidenburg in Pacht nahm, sowie kurz nachher die
Eisenh�mmer zu Kuttenberg und wildenberg. Er zeigte sich dabei als ein weitausschauender Unternehmer, aber das
Gl�ck war ihm nicht hold. Durch den schwedisch-polnischen Krieg in den Jahren 5655�^660 ist sein Amt Neidcnburg
wiederholt gepl�ndert worden, so da� er dem Ruin nahe war. Da er in dieser Zeit dem Kurf�rsten oft in den
Knegsl�uften gro�e Dienste erwiesen hatte, so bat er um Freijahre. Vevor sein Gesuch entschieden war, verstarb
er, und die Vberr�te des Herzogtums Preu�en zogen im September 5 660 das Amt Neidenburg ein. Nach seinem
1Sie wurde im April1636 den Spaniern von be� Holl�ndern durch eine Belagerung entrissen.
� * Ranmer, Jugendjahre des
Gro�en Kurf�rjten, II,S. 2.
� 'Pauli, leben gro�er Helden, VIII,3. 266.
        
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