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Die Stellung des Hauses Finckenstein am preußischen Hofe im 17. und 18. Jahrhundert

Full text: Die Stellung des Hauses Finckenstein am preußischen Hofe im 17. und 18. Jahrhundert

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pr�chtigen palais in der H)UI?elmftra?e ein. Allerdings gingen seine S�hne ivesentlich andere tVeg<-, a?? er. Per
�ltere war infolge des 2n�ller4(ruol6fd>eu Prozesse als Pr�sident der Neum�rkischen Regierung im Jahre 1779 aus
de�� Staatsdienste geschieden, um sich dauernd auf dem v�terlichen Gute Madlitz aufzuhallen, w�hrend der j�ngere
schon fr�her sich ganz der Bewirtschaftung
des Guts Vrehnow gewidmet hatte,
Selb� hatten keine engeren Veziehuugeu
mehr 5um k�niglichen Hofe. Schon
mu�te der greife Staatsmann zeitweilig
f�rchten, da� die alten �cjie^uiigcn der
Familie surn Herrscherhaus!?, auf die er
so gro�en IDert legte, mit seinem Code
aufh�ren w�rden, als sich pl�tzlich in
dem hochl'cgablcn �ltesten 5ol?ne des
Pr�sidenten, in dein (trafen Karl ein
Nachfolger f�r den Gro�vater zu ergeben
schien, l?od} unter letzterem wurde der
Enkel in die Geheimnisse der IHpIomatif
eingef�hrt und begann eine oerhei�ungs
polie Laufbahn.
2lls der 2Ninister sein f�nfzig
j�hrigem Dienftjubil�um am 5,Juni \~9()
gefeiert hatte, hielt er die Zeit f�r
gekommen, um endlich XTlufe von den
Amwgesch�ftcn 511 erlangen. (Er bat
K�nig Friedrich Wilhelm III.um seinen
Abschied. Es schmerze ihn sehr, ent
gegnete dieser jedoch, da� er 6eu Dienst
feines Staates verlassen wolle, welchem
er vierundsechzig Jahre mit dem h�chsten
(Eifer 11116 patriotischer Redlichkeit geweiht
habe. Er labe ihn ein, noch l�nger
durch seinen Hat, feine Erfahrung und
Einsicht Ihn und feine Kollegen 511 leiten,
welche in der gegenw�rtig kritischen Cage
der europ�ischen Angelegenheiten zu 6er-
selben ihre Zuflucht haben m��ten. StaatsnitnffN? �r�f 'Karl iOilbelni jiiu?�on jlntfenfhln;Sii|tc Ini t)oliru5oili'ni4nu!>mii
Erst der Tod, der nicht mehr
ferne, hat Finckensteiu von seinem Amte
getrennt. 5ein letzter Ausgang galt der Huldigung seines herrschcrpaares. i^rol; des Abratens der Aerzte ging er,
da er auf seine gute, durch keine Ausschweifungen geschw�chte Konstitution sich verlassen zu k�nnen glaubte, am
Januar - einem schneidend kalten Cage � zu Hofe,, um pers�nlich seine Gratulation zu �berbringen. Tlrank
kehrte er nach Hause zur�ck; zwei Cage darauf machte ein seinem lieben ein Ende.
ihm schied der letzte Vertreter der echten friederiziauischen Tradition vom Schauplatze. Er vertrat sie w
den letzten Jahren mit gro�er Energie; das Andenken seines alten Herrn war ihm in allem heilig. Ein beredtes
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