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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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den J729 erschienenen, die Zeit der Regentschaft behandelnden, politischen Roman Mahmoud le Gasnevide desselben
Autors. Dann eine sch�ne, in London erschienene Ausgabe der Kommentarien C�sars inFolio und das Dictionnaire
de l'Acad�mie fran�aise in Quart, alle V�cher, wie immer, wenn er solche Auftr�ge gab, in den besten und sch�nsten
Ausgaben. Diese Werke sind big auf die Folio-Ausgabe der Kommentarien Cdfars in den Bibliotheken des K�nigs
vorhanden, Da� Darget die B�chereien des K�nigs anvertraut waren, entnehmen wir auch daraus, da� er \?$7 die
Ueberf�hrung der 2^einsberger B�cher nach Sanssouci besorgtes Auch sonst hatte er in Viblwtheksangelegenheiten
verschiedentlich Dienftreifen nach Potsdam und Charlottenburg unternommen. Unter den Schatullrechnungen im
k�niglichen Hausarchiv finden sich feine Liquidationen dar�ber. F�r 5 stostfahrten nach Potsdam und zur�ck bekomnit
er HO Caler, f�r H Fahrten nach Charlottenburg 6 Taler, an Huarticrgeld f�r achtt�gigen Aufenthalt in Potsdam
8 Caler, ein anderes 2Hal wieder die gleiche Summe f�r \2 Cage, Sein Gehalt betrug nur 300 Caler. Eine leine
auf Targets bibliothekarische T�tigkeit hinweisende Anekdote berichtet de la Veaux in semer anonym erschienenen
Vie de Fr�d�ric II5. Bei einem vom K�nig in Charlotten b�rg gegebenen Feste verweigerte der Kosten 3)arget den
Eintritt und stie� ihn mit dem Flintenkolben zur�ck. Als Darget sich dar�ber bei feinem Herrn beklagte, erwiderte
dieser: �Warum seid Ihr solch ein Tori Mit einem Quartban6 unter dem Arm h�tte Euch der Posten ohne
Weiteres respektiert." Auch bei der Drucklegung der vom K�nig zu feinem Handgebrauch gew�nschten Ausgaben des
�Vvid und Horaz, die der Vuchh�ndler tleaulme besorgte, war Sarget t�tig und unterbreitete dem K�nig die Vorschl�ge
des letzteren �ber die Zahl der Sande und die Anordnung der Schriften. Friedrich vertraute seinem Sekret�r alle feine
Manuskripte zur Aufbewahrung an, die er vor den Augen der Welt geheimgehalten wissen wollte. Darget mu�te fie
auch kopieren. 3n der ihm gewidmeten Epistel vom 3. August \7%ty, der �Apologie des Rois" 3, deren Ton das
herzliche Einvernehmen beider M�nner erkennen l��t, schildert Friedrich diese Seite der T�tigkeit Dargets, und zwar
mit gerechter Anerkennung als eine nicht immer leichte. Die Dichtung beginnt mit einer Anrede an Darget:
De mes productions laborieux copiste
Qui de tous mes �crits sous ta clef tiens la liste,
0 le f�cheux m�tier que d'?tre secr�taire
Aupr?s d'un ma�tre auteur, soi disant bel esprit,
Qui du matin au soir lit, versifie, �crit �
Tous les jours, par cahiers, tu mets ses vers au net
Et quand tu les lui rends, Dieu sait le bruit qu'il fait:
D'un s�v?re examen le pointilleux scrupule
S'�tend sur chaque point et sur chaque virgule.
L? sont des e muets qui devraient ?tre ouverts*,
Ou c'est un mot de moins qui fait clocher un vers;
Puis, en recopiant cet immortel ouvrage
Tu donnes son auteur au diable ? chaque page ;
Tel est de ton histoire en deux mots le pr�cis.
Trotzdem aber solle Darget mit seinem tose zufrieden sein und nicht etwa den A�nig beneiden, der mehr
Sklave sei als sein Sekret�r. Das f�hrt der A�nig nun weiter aus und schlie�t mit den Worten:
mais conviens avec moi
Que les grands ne sont pas plus fortun�s que loi.
weil Darget dem K�nig seine Dichtungen und Schriften ans Acht zu bringen half, nennt er ihn gelegentlich
Darget^Cucine; denn Juno kucina war die Helferin der Geb�renden. Nat�rlich hatte der K�nig auch noch andere
Aopisten. Als solchen nennt Voltaire den �diligent, infatigable" vigne, der dein K�nig vom August J7<$8 bis
5. April \753 diente. 5755 wird Guillaume als solcher eingestellt. Auch Darget hatte Schreiber zur Verf�gung; in
jener Zeit war ein gewisser Jean Bigot sein Sekret�rs Trotzdem war Dargets T�tigkeit gewi� bismeilen eins recht
'
vgl. des Verfassers Aufsatz im HohenzoUern.Iahrbuch l?N> \***� 2 VI/ 33^.
�
s ?uvres X. Ep�tre XIX.
� *Friedrich
der Gro�e setzte �berhaupt keinen accent grave, er kennt nur den accent aigu und setzt diesen meistens auf die Vorsilbe, die bei der Aussprache
den Ton hat. vgl. t?o�3, Friedrich der Gro�e am Schreibtisch. Hohenzollern-Iahrbuch 59�?, 7. � 6 Ilofer-Dro^sen, Vriefwechfel Friedrichs
des Gro�en mit Voltaire, II, 337, Ann�. 3 und III, (9, Ann,. 3,
        
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