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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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an den K�nig vom 5\. (Dftober \7?<\ mio \2. April (775.) In der a* spricht der 5tpeiun63nxm5igj�f?rige, wie es
scheint, ungetr�bte Verkehr zwischen Friedrich und de Catt daf�r, da� solche Urteile begr�ndet waren. Dennoch fiel
auch er in Ungnade. Mit dem Beginn des Wahres \780 h�ren die pers�nlichen Beziehungen zwischen ihm und dem
K�nig auf. Er lie� ihn nicht mehr zu sich kommen'. De Catt blieb in Potsdam wohnen, den Sommer �ber pflegte
er auf fein Landgut zu gehen. Seine materielle Cage war �ont K�nige durch Verleihung eines Vikariats im Kapitel
von St. peter und paul in Halberstadt sichergestellt worden. Er starb, siebzigj�hrig, am 23. November {795.
Sein Nachfolger wurde, der Abbe Durai pyrau 2, von dem der K�nig schon ineinem Briefe vom 26. V(l�t$ \78O
an d'Alembert in nicht gerade schmeichelhafter weise schreibt: �Ich habe jetzt einen Doktor der Sorbonne bei mir,
der mir Unterricht in theologischen Absurdit�ten giebt, von denen ich zusehends Vorteil habe . . .; er hat mich
unbegreiflich unsinnige Formeln gelehrt, die ich in den: ersten theologischen Werke, das ich schreiben werde, anwenden
will." Duval war um J73O in der Provinz k�ttich in Belgien geboren und hatte vorher in Hessen-Homburgischen
Diensten gestanden. W�hrend er nach pxcu^1 nicht wahrscheinlicher Angabe 3 bis zum Jahre ;?85 von Friedrich
herangezogen wurde, sagt de la Veaux in feiner Lebensbeschreibung des K�nigs 4; �Cet abb�, dont la conversation
ressemblait ? celle d'un bas-officier de housards ne fut pas longtemps en faveur" Auch Zimmermann wei� in
seinen Fragmenten �ber Friedrich den Gro�en manches �ber ihn 511 erz�hlen 6 Danach soll er, mit der r�mischen
Kirche entzweit, Korrektor bei einem Buchdrucker inFrankfurt a, M. gewesen sein. 3n Frankfurt ist auch eine Reihe
von Werken von ihm erschienen, so der Accord de la religion et des rangs (775, der Cat�chisme de l'homme
social \776, die �ducation virile u. a. In Berlin ver�ffentlichte er im Jahre 178^ Le patriotisme en action
ou �loge historique de Jonas AIstroemer �, Da er nicht unwissend war und ein einnehmendes Wesen hatte, zog ihn
der K�nig sehr an sich heran ; er nahm ihn mit auf die Besichtigungsreisen in die Provinzen und lie� ihn in feinem
Gefolge reiten, so da� in Potsdam beinahe eine allgemeine Verschw�rung gegen ihn entstand, die noch durch feinen
Hochmut gesch�rt wurde. Durch Vermittlung des K�nigs suchte er angeblich Vischof zu werden. Als ihm dies
nicht gelang, �bte er unbefugt in Potsdam geistliche Funktionen aus, die ihm nicht zustanden, und erregte dadurch
weiteres Aergernis. Vas veranla�t den K�nig, ihn fallen zu lassen. Auch Dupai wurde durch eine schlesische
pr�bcn6e sichergestellt und blieb in Potsdam wohnen, wo er gegen \8OO starb.
Schon w�hrend des Jahres \ 7S% hat Friedrich in einem ihm von d'Alembert empfohlenen Franzosen ?e B?gue
de villers einen neuen Vorleser, wir erfahren einiges �bet ihn ht der vom Buchh�ndler Umlang im Jahre 1.825
herausgegebenen Kabiuetts^Korrefpon6en3 des K�nigs mit den: Buchh�ndler piira 7. Danach war auch diese Wahl
keine gl�ckliche. Denn ?e B?gue war ein Mann von nur mittelm��iger Begabung und au�erdem kurzsichtig. Er wurde
vom K�nig beauftragt, einen Katalog der Bibliothek von Sanssouci anzufertigen und ein Verzeichnis der unvollst�ndigen
Werke herzustellen, damit diese erg�nzt werden k�nnten s. Bei dieser Gelegenheit wollte ?e B?gue die Neuanschaffung
pariser Buchh�ndlern zuwenden; der Roma wies dies aber energisch zur�ck und fragte ihn, ob er denn nicht wisse, da�
er seinen Buchh�ndler in Berlin habe, er folle sich nur w�hrend der schleichen Revuereise des K�nigs mit diesem in
Verbindung setzen. Bei einer Unterhaltung �ber die am besten zu w�hlenden Ausgaben zeigte sich die literarische
Unkenntnis ?e B?gues, der nur immer die Antwort hatte-, �C'est au libraire de Sa Majest� ? le savoir." Mag
dieser Bericht immerhin zugunsten pitras und zuungunsten des Vorlesers etwas subjektiv gef�rbt sein, sicher ist, da�
?c B?gue in �bergro�er Wichtigtuerei an seine Freunde in Paris Briefe schrieb, in denen er seine einflu�reiche Stellung
am Hofe schilderte, und da� er in Berlin in indiskreter weise Aeu�erungen des K�nigs weitertrug. Friedrich erfuhr
davon, entlie� ihn und gab ihm eine Stellung in einem der Bureaus der franz�sischen Akzise. Nach des K�nigs Code
ging Ce B?gue mit anderen Akzisebeamten in seine franz�sische Heimat zur�ck".
' Ueber die wirklichen oder vermeintlichen Gr�nde f�r diese Zur�cksetzung spricht Koser in der schon genannten Einleitung 5.IXff.
�
2 So nach der Biographie universelle. �xwff und Kofcr nennen ihn Duval du Peyrau.
� 8 pteug, Friedrich der Gro�e. I,5. 268.
�
* Vie de Fr�d�ric II, roi de Prusse. IV, S- 209. 5?s?.
� 6 I, S. J34.
� 6 Ver�hmter schwedischer Industrieller und landwirt.
�
7 Nouvelles lettres in�dites de Fr�d�ric II? son libraire Pitra. Verlin (823. S. H9 U. 25�26 �N den Anmerkungen.
�
8 vorhanden sind
diese Arbeiten, wenn sie �berhaupt abgef�hrt wurden, nicht mehr.
� �
vgl. la veaux. Vie de Fr�d�ric IL IV, 5. 20?ff.
        
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