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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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sich, Vumolard bald in Berlin begr��en zu k�nnen, wo ihm Thieriots Empfehlung und sein eigenes Verdienst sehr
f�rderlich sein w�rden. 3n seiner, Jordans, Vibliothek werde er allerlei finden, was nach seinem Geschmack sei;
vieles daraus sei aus der Vibliothek des Bibliothekars ?a Croze (gest. \739] erworben worden. Zun�chst aber hatte
Voltaire keinen Erfolg mit seiner Empfehlung, obwohl er bei seiner Zusammenkunft mit dem K�nig im September \7^O
in 2TIoers Gelegenheit gehabt hatte, sich pers�nlich f�r Vumolard zu verwenden. Bal6 darauf, am 29. September,
schreibt er an Thienot: ,Je voudrais avoir �t� plus utile ? M.Dumolard; mais M.Jordan, ? qui j'ai �crit une
longue lettre sur son compte � der Brief ist nicht vorhanden und wohl auch nicht geschrieben worden � et ? qui
vous avez �crit aussi, m'est t�moin aussi bien que M. de Maupertuis, combien j'ai sollicit� en sa faveur . . .
J'ai fait ce que j'ai pu, mais le roi a d�j? beaucoup de biblioth�caires et beaucoup de gens savants dans
les langues. Ilme semble que M.Dumolard m'a dit qu'il pourrait ?tre utile dans une imprimerie. Le roi a
dessein d'en �tablir une tr?s-belle; si donc M.Dumolard pouvait en ?tre le directeur, ilserait un commencement
de fortune pour lui ... Je voudrais de tout mon c?ur lui rendre service et le c?ur me saigne du voyage
inutile 1, qu'il a fait. Ilme para�t avoir beaucoup de m�rite," Der K�nig hatte damais oder kurz vorher in der
Tat die Abficht gehabt, sich tm Rheinsberger schlo� eine eigene Vruckerei anzulegen und sowohl Algarotti wie Voltaire
f�r die Beschaffung von Maschinen und Typen in Anspruch genommen. Vie Vruckerei sollte in den dritten Stock
eines Turmes gelegt werden, den der K�nig hatte bauen lassen. Der plan kam wohl infolge seiner Thronbesteigung
nicht zur Ausf�hrung, obwohl er noch am 2\. Juni dar�ber an Algarotti schreibt und Voltaire noch imNovember
desselben Wahres an die Beschaffung der Typen denkt, die ei besonders preiswert besorgen will2. 3n Erinnerung an
diesen Rheinsberger plan bezeichnet der Honig den Druckort feiner sp�ter in der Vruckerei des A�niglichen Schlosses
in Berlin gedruckten B�dner als: �Au donjon du ch�teau", obwohl die spater in Berlin angelegte Vruckerei nicht
in einem Turm des Schlosses, sondern in der fr�heren Bibliothek des Gro�en Aurf�rsten, dem jetzigen sogenannten
Apothekenfl�gel � auch die Apotheke befindet sich nicht mehr darin � untergebracht war 3, Vie Ablehnung Diimolat&s
hing vielleicht mit dem Aufgeben des planes, schon damals in Rheinsberg eine Vruckerei anzulegen, zusammen. Bald
aber besann sich der Xi�ntg wieder anders. Am 2% September schrieb er an Jordan, er m�chte Voltaire benach-
richtigen, da� er den von ihm empfohlenen �savant fourr� de grec, syriaque et hebreu, son petit Fourmont*
diminutif" doch kommen lassen wolle. Und wenige Tage darauf (6. Gktober 17^0) schrieb er an Voltaire selbst:
�Je me suis aussi ravis� sur le sujet de votre savant ? tant de langues; vous ine ferez plaisir de me l'envoyer,"
�Enfin", schreibt Voltaire an Thieriot, �le roi de Prusse a accept� le pr�sent que je lui ai voulu faire de
M. Dumolard. Annoncez lui cette bonne nouvelle. M. Jordan vous mandera les d�tails, s'il ne les a d�j?
mand�s." Darauf lie� Voltaire Vumolard nach oem Haag kommen und pr�sentierte dem K�nig �ber diese Reise
seines Sch�tzlings eine Rechnung von J25 Talern. 3m November nahm er ihn mit zum K�nig nach Berlin. In
einem Brief vom \\*November schildert er in profa und Versen scherzend, wie ihnen in der N�he von Herford
der Wagen zerbrach und Vumolard auf Rettung ausging, Obwohl Voltaire ihn in einem Schreiben an den K�nig
�votre petit linguiste, biblioth�caire et imprimeur" nennt, waren feste Vereinbarungen �ber seine Stellung und
Besoldung scheinbar nicht getroffen worden. Nur ganz allgemein hei�t es in einem Briefe Voltaires an Thienot
(2^. November 5?H0): �J'ai tout lieu de croire que Dumolard sera content," Vielleicht bezieht sich diese Annahme
Voltaires darauf, da� der K�nig Vumolard vor seinem Aufbruch in das schleiche Feldlager 800 Franken durch Voltaire
auszahlen lie�. Als dieser im Dezember Potsdam verlie�, bat er Z?taupertuis, sich Vumolards anzunehmen: ��tant
oblig� de quitter les rois et les philosophes ou les philosophes et les rois, je vous recommende M.Dumolard
comme Fran�ais et comme homme de m�rite. Unissez-vous, je vous prie, avec M.Jordan pour le pr�senter
au roi par l'ordre duquel ilest venu et pour faire r�gler sa destin�e." Wir k�nnen UNS keine rechte Vorstellung
1 Dumolard war Voltaire nachgereist.
� iRoser-Vroysen, Vriefwechsel Friedrichs des Gro�en mit Voltaire, II,60. Publikationen
a. d. A�mgl.preu�. Staatsarchiven, 82. � "H. X>rovfen, Friedrichs des Gro�en Druckerei imberliner schl�ffe. Hohenzollern -Jahrbuch 83
und 91. Verichtigung. �
* (Etienne Fourmont ((683�17^5), ber�hmter franz�sischer Orientalist.
        
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