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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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zeigen, wie es Un Ceutcn ergehe, Me dem K�nig ihre Dienste gewidmet hatten, und um ein neues Veispicl daf�r zu
schaffen, da� jener �die Schale wegwerfe, nachdem er die Grange ausgepre�t habe". An Darget schreibt er am
50. Februar (758, der Roma, habe ihm schon vier Cage vor der Schlacht bei Ro�bach mitgeteilt, da� de prabes
Verr�terei treibe, Mit den fadesten Einw�nden weist Voltaire diese M�glichkeit zur�ck. De pta5es sei doch nur bei
Friedrich, um tekt�re m� ihm zu treiben, und dieser werde ihm doch nicht feine milit�rischen plane anvertraut haben,
die er selbst seinen Gener�len vorenthalte. Und mit politischen Auftr�gen werde er ihn auch nicht betraut haben, �L'abb�
de Prades n'avait pas plus de cr�dit ? Breslau que vous et moi; iln'y conna�t personne. Je maintiens qu'il n'a
pu trahir le roi de Prusse. Ilaura �crit quelque lettre indiscr?te Voil? ce que je pense: je crois l'abb�
de Prades aussi mauvais chr�tien que la Mettrie; mais ce n'est point un tra�tre. Je peux me tromper, j'attendrai
que le temps me d�sabuse." schlie�lich schreibt voltaire an den K�nig selbst, allerdings erst im 5Nai \75ty. Der
Vrief ist nicht erhalten, sondern nur des K�nigs Antwort vom \8. dieses Monats: �Apropos de sottises, vous voulez
savoir les aventures de l'abb� de Oracles; cela ferait un gros volume. Pour satisfaire votre curiosit�, il vous suffira
d'apprendre que l'abb� eut la faiblesse de se laisser s�duire pendant mon s�jour ? Dresde par un secr�taire
que Brogli� y avait laiss� en partant 1. Ilse kit nouvelliste de l'arm�e et comme ce m�tier n'est pas ordinairement
go?t� a la guerre, on l'a envoy� jusqu'? la paix dans une retraite d'o? iln'y a aucunes nouvelles ? �crire. Il
y a bien d'autres choses; mais cela serait trop long ? dire. Ilm'a jou� ce beau tour dans le temps m?me que
je lui avais conf�r� un gros b�n�fice dans la cath�drale de Breslau." Und nun tut der doppelz�ngige Voltaire so,
als sei auch er von der Schuld feines ehemaligen Sch�tzlings �berzeugt. Er vergleicht ihn mit einigen Verr�tern des
Alten Testaments, mit 3)o?a und Ahitophel^, und ruft aus: �Quoi, il vous a trahi, quand vous l'accablez de biens."
Das hindert ihn aber nicht an d'Alembert, der �brigens auch nicht an die Schuld des Tlbb? glauben wollte, ein Jahr
sp�ter zu schreiben 3, es sei ganz falsch, da� de f)rades ein Verr�ter sei; er habe nur an den franz�sischen Minister
geschrieben, um die Erlaubnis zu erhalten, nach Frankreich gehen zu d�rfen, und zwar zu einer Zeit, wo Preu�en mit
Frankreich gar nicht im Ariege gewesen fei. Wenn er wirklich Verrat gegen feinen Wohlt�ter ge�bt h�tte, hatte man
sich wohl nicht darauf beschr�nkt, ihm eine Wohnung (un appartement) in Magdeburg anzuweisen. W�hrend d'Alembert
w�hrend feines Besuches in Potsdam im )ahre \763 seine Ansicht �nderte und Me Bestrafung des Abbs Zerecht fand,
zum mindesten aber den verrat doch als m�glich hinstellte 4,erstand de f)rades in seinem dritten patron dem Marquis
d'Argens, der Verteidiger, dessen Urteil es bewirkt hat, da� man besonders auf franz�sischer Seite l�ngs Zeit geneigt
war, eine irgendwie schwere Schuld be prabes in Frage U stellen und auch an feine ernstliche Bestrafung nicht zu
glauben, Ver Marquis sagt in feinem erschienenen Buche L'histoire de l'esprit humain 5, ankn�pfend an den
Widerruf de prabes' und seine Wiederaufnahme in die katholische Kirche: ,,^ch will ihn hier in Schutz nehmen gegen
alle �ffentlichen Bl�tter, in welchen man die gr��lichsten Dinge wider ihn geschrieben hat, als er nach Magdeburg
auf die Zitadelle gebracht wurde. Vie Barmherzigkeit der Kirche lie� sich da in allen Formen an ihm aus; die
Frommen, die ihn nicht liebten, g�nnten ihrer Phantasie den weitesten Spielraum; die einen lie�en ihn enthauptet, die
anbetet! gehenkt werden; die ma�vollsten sprachen von Einkerkerung. Man schob ihm verbrechen aller Art unter, die
er damals nicht und niemals beZangen hat. 3n Wahrheit steht es so, da� er in seinem Verhalten nicht vern�nftig
genug, da� er unvorsichtig war und darum w�hrend eines Teils des Krieges auf der Zitadelle in Magdeburg in
Haft genommen wurde, wo er freilich feinen Gefallen daran fand, theologische Schriften zu verfassen, sondern es sich
wohl sein lie� im UmZange mit den kriegsgefangenen �sterreichischen Offizieren, denen er das Gl�ck hatte,
drei�igtauscnd Franken im Spiel abzunehmen." Der Bericht schlie�t damit, de prabes befinde sich in Schlesien im
Gen�sse feiner Freiheit und des Einkommens, das er aus seinen Pfr�nden beziehe. Denn unter einem gerechten F�rsten
1 Ver franz�sische Botschafter inVresden, Graf von Vroglie, hatte bei seiner Abreise im November feinen Sekret�r Henning
dort zur�ckgelassen, der im M�rz (75z ausgewiesen wurde, vgl. Koser -Vroysen, Vriefwechsel Friedrichs des Gro�en mit Voltaire,
III,60, Anm. 2.
�
a !.. Sam, XXtl u�o 2. S�m. XVI, XVII,
� 'Voltaire, ?uvres compl?tes. Ed. Moland. 29, 363 und 4
    
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