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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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Mehrfach schreibt er H752 und (753 an Darget, er sei sehr zufrieden mit seinem �petit h�r�siarque, qui quoiqu'en
dise la Sorbonne, est un bon gar�on", �Bon gar�on doux et accomodant" nennt er ihn auch in einem Briefe an
die Markgr�fin von Vaireuth �ont \7. Mai J753 1. Das heitere Wesen irug ihm imKreife des K�nigs den Spitznamen
�fr?re Gaillard", �Vruder kustig" ein .
wie die anderen Vorleser des K�nigs war ihln auch de prabes als Sekret�r bei der Erledigung seiner privaten
Korrespondenz behilflich. Am meisten trat diese Seite seiner T�tigkeit hervor, als Voltaire im Fr�hjahr \753 vom
K�nig veranla�t m�rbe, Potsdam zu verlassen. Damals f�hrte de prabes in des K�nigs Auftrag die Aorrespondenz
mil Voltaire, und dieser wandte sich an ihn, um sich eine pers�nliche Verabschiedung bei Friedrich zu erwirken, die ihn:
auch am 59. Nl�rz bewilligt wurdet Auch Madame Denis schrieb an de prabes, als Voltaire und fie auf Vefehl
des K�nigs in Frankfurt am Main festgenommen wurden. Auch in den Unterhandlungen, die die Uebernahme der
Pr�sidentschaft der Berliner Akademie durch d'Alembert herbeif�hren sollten, wird de prades genannt. D'Argens,
Darget, Maupertuis und er wurden pont K�nig beauftragt, d'Alembert zur UebcrficMung nach Berlin 311 bestimmen.
Wir sahen schon, da� die Bem�hungen vergeblich waren. D'Alembert benutzte aber die mit de Prades angekn�pften
Beziehungen, um seine Hilfe in Anspruch zu nehmen und ihm zu klagen, er habe tomsd'or Schulden bei Vuch-
h�ndlern, die er gern bezahlen w�rde. Darauf vermittelte ihm dieser eine fr�here Auszahlung der erst sp�ter f�lligen
Rate des ihn: vom K�nige bewilligten Ehrensoldes. Ebenso bediente sich der Markgraf Heinrich von Schwedt seiner
F�rsprache beim K�nig in einer Streitsache mit seinem Vruder. Alles das zeigt, da� de prabes damals eine gewichtige
Stellung bei seinem Herrn hatte. Das schmeichelte seiner Eigenliebe. Er tat sich wichtig mit solchen Vertrauens-
beweisen und f�hrte fortw�hrend die Wendung �Der K�nig hat zu mir gesagt" im Munde, so da� er von der Tafel-
runde diese Worte als Beinamen erhielt.
Im Jahre 1753 verwandte sich Friedrich daf�r, da� der p�pstliche Bann von de Prades genommen wurde.
Denn barin lag eine Behinderung, ihm in aller Form die schlesischen Pfr�nden endg�ltig zu �berweisen. Durch
Vermittlung des F�rstbischofs von Breslau empfahl er seinen Vorleser an den Papst Venedikt XIV.,der die Angelegenheit
der theologischen Fakult�t der Sorbonne �berwies. Nachdem be prabes dieser gegen�ber seine Dissertation widerrufen
hatte, wurde er wieder in den Scho� der katholischen Airche aufgenommen, und es gelang sogar, ihn wieder in bas
Verzeichnis der Doktoren der Sorbonne eintragen Zu lassend Wenn der Haftbefehl bald barauf aufgehoben wurde, so
hatte de Prades bas ebenfalls nur dem K�nig zu verdanken. Friedrich hatte ihm auch die Mitgliedschaft der Berliner
Akademie verliehen. Seit dem 50. Mai 1753 war er bereits ausw�rtiges Mitglied; am 5. April (756 wurde er sehr
gegen den Willen der ordentlichen Mitglieder zum Ehrenmitglied ernannt. Es hing wohl mit der sp�teren Inhaftierung
de prabes' zusammen, da� Euler am 2<\. Dezember (757 an Mauperwis schrieb: �On nous a conseill� d'omettre
son nom dans la liste des Acad�miciens que nous allons publier," Es geschah aber nichts Im Anfang des
Siebenj�hrigen Krieges bot sich dem K�nig die Gelegenheit, feinem mit der Airche nun wieder vers�hnten Vorleser
auch die erstrebte und ihm l�ngst zugedachte Pfr�nde zu �berweisen. Durch den Cob des Grafen von Althan wurde
eine Domherrnstelle an der Breslauer Aathedrale und ein Archidiakonat an der Rollegialkirche zu Vppeln frei.
De Prades erhielt das letztere, f�r die Domherrnstelle zun�chst nur die Anwartschaft, da noch ein Mitbewerber auf*
getreten war. Der K�nig erteilte ihm gleichzeitig, um ihn weiter in fetner N�he behalten zu k�nnen, als suramus
episcopus bas beneficium a latere� d. h. die Erlaubnis, feinem Amtssitz fern bleiben zu k�nnen. Da nur Inl�nder
Inhaber solcher Pfr�nden fein durften, hatte de prades schon im Dezember 5756 bas schleiche Inkolat erhalten. Der
1Roser-Droysen a. a. V., IT, 377, Anm. 2. � a Vrief von Voltaire an de� Marquis d'Argens oom 5. M�rz l?5^. � 3 ?uvres
compl?tes de Voltaire. Ed. Moland. 38, 5.
� *3" zwei vom 29 * Dezember datierten Episteln hat der K�nig sowohl den Ausschlu� de grades'
aus der katholischen Kirche wie feine Vers�hnung mit ihr besungen, lag darin auch eine gewisse l�cherlichmachung, so schmeichelte es doch
dem Abbe', oom K�nig mit solcher Vertraulichkeit beehrt zu werden. Unit welter bemuhte sich Friedrich auch, die Zur�cknahme des gegen
de prabes inFrankreich erlassenen Haftbefehls bei der franz�sischen Regierung zu erwirken. Die Verhandlungen dar�ber f�hrte der franz�sische
Gesandte am Verliner Hofe, der Herzog von Nivernais und Friedrichs Gesandter in paris, Varon Anyphaufen.
� 6 vgl. fjarnaef,
Gesch. der A�nigl.Preu�. Akademie der Wissenschaften 311 Verlin, I, t, 24�, Anm. 2.
Qp^niodctnO') 11 1913. 16
        
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