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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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frei werde oder dem K�nige sich sonst die M�glichkeit bieten werde, ihn auch materiell zu st�tzen, werde er dies gern
tun. D'Argens f�gte dem Briefe vom 2^.Mai in dem er de pra6es diese Mitteilungen machte, pers�nlich
verschiedene Verhaltungsma�regeln hinzu, wenn es seine Mittel irgendwie gestatteten, folle er sofort nach Berlin
kommen; denn die F�rsten m��ten die Leute, f�r Me sie etwas tun sollen, vor Augen haben, um sich ihrer immer
wieder Zu erinnern. Au�erdem werde er Voltaire in Potsdam finden, der ihm ebenfalls behilflich fein werde. H�tte
er die Mittel nicht, einige Zeit ohne Gehalt in Potsdam leben zu k�nnen, so solle er ihm einen Brief schreiben, da�
er dankbar sei f�r des K�nigs G�te und gern warten wolle, bis sich die M�glichkeit biete, ihm eine Pfr�nde zu
verleihen oder ein Gehalt zu geben; inzwischen werde er nach Frankreich gehen, um dort seine Angelegenheiten zu
ordnen. �Einen Brief dieses Inhalts schrieb de pra6e$ an d'Argens und dieser zeigte ihn dem K�nig, der ihn: nun
sagen lie�, er werde entz�ckt fein, ihn zu sehen. Jetzt forderte der Marquis seinen Sch�tzling auf, sofort zu kommen,
f�r ein Unterkommen w�rde Voltaire und er sorgen; auch um seinen Unterhalt brauche er sich nicht zu k�mmern;
bald werde er eine Pension haben und auf eine Stellung am Hofe des K�nigs rechnen k�nnen. Voltaire schickte ihm
gleichzeitig eine Anweisung auf Geld, und de Arabes kam nun, so schnell er konnte, nach Potsdam. Am \ty. August (752
schrieb Voltaire an seine Nichte: �L'abb� de Prades est enfin arriv� ? Potsdam . . . Nous l'avons bien servi,
le marquis d'Argens et moi, en pr�parant les voies. C'est, je crois, la seule fois que j'aie �t� habile 1. Je me
remercie d'avoir servi un pareil m�cr�ant. C'est, je vous Hure, le plus dr�le d'h�r�siarque qui ait jamais
excommuni�. Ilest gai, il est aimable, ilsupporte en riant sa mauvaise fortune. Si les Arius, les Jean Hus,
les Luther et les Calvin avaient �t� de cette humeur-l?, les P?res de concile� au Heu de vouloir les ardre,
se seraient pris par la main et auraient dans� un rond avec eux . . . Je crois qu'il sera lecteur du roi de Prusse
et qu'il succ�dera, dans ce grave poste au grave La Mettrie 2. En attendant je le loge comme je le peux."
Der K�nig war abwesend, als- de Prades in Potsdam ankam. Nach seiner R��kehr aber gingen bald die w�nsche
aller Beteiligten in Erf�llung. De pra&es wurde Vorleser des K�nigs.
Inzwischen hatte de Prades Zeit gehabt, die Drucklegung seiner Apologie zu besorgen. Aus dieser Schrift,
die er dem Papst schicken wollte, erhellt, da� er keineswegs mit der katholischen Kirche gebrochen hatte. Das Urteil
Voltaires, das er dem K�nig dar�ber ausspricht, ist nicht richtig. Voltaire schreibt: �Vous avez perdu plus que
vous ne pensez; mais Votre Majest� ne pouvait deviner que dans un gros livre plein d'un fatras th�ologique
et o? l'abb� de Prades est toujours mis�rablement oblig� de soutenir ce qu'il ne croit pas, ilse trouv�t un
morceau d'�loquence digne de Pascal, de Ciccron et de vous." Viese starke Belobigung hatte vielleicht ihren
Grund darin, da� Voltaire und d'Argens bei n�herer Bekanntschaft mit ihrem Sch�tzling gefunden hatten, da�
es mit seiner allgemeinen Bildung und mit seinen Kenntnissen nicht weit her sei. Friedrich erz�hlt sp�ter de Catt 8,
d'Argens habe de Prades als Ignoranten ertappt und ihm dringend empfohlen, den franz�sischen Historiker Rollin zu
studieren, um so mehr als der K�nig diesen gerade las. De la Veaux berichtet in seiner bereits zitierten Biographie des
K�nigs, die beiden Genannten h�tten de prades t�gliche Unterrichtsstunden gegeben 4. Anerkannt wurde vom K�nig,
da� er in der Airchengeschichte bewandert fei. Da� aber der erschienene Abr�g� de l'histoire eccl�siastique
de Fleury von ihm sei und nicht vom K�nig, der nur die Einleitung dazu geschrieben habe, ist eine durch nichts
beglaubigte Annahme Voltaires, die dann Venina, La Prusse litt�raire (III, J67) und andere �bernommen habend
Der K�nig hat den Auszug vom April bis November \762 angefertigt^. Haupts�chlich sagte Friedrich bas Naturell
seines neuen Vorlesers zu, dessen Mutterwitz er belobt 7 und dessen nbl. ans den Aonigl.preu�, Staatsarchiven, XXII,21.
�
4 Vie de la Fr�d�ric II,Roi de Prusse, VI, 333. � 8 Vgl. ?uvres de Fr�d�ric le Grand, VII,S. XIVund Zeller, Friedrich der Gro�e
a?s Philosoph. ,85. Verlin �686. � 'Uoser-Droyfen, Briefwechsel Friedrichs des Gro�en mit Voltaire, III, �24, Anm. \.
� '
Publ.
ans den U�nigl. Preu�. Staatsarchiven, XXII,21.
        
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