Path:
Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

117
Mangold f�hrt diese Stelle an, um zu zeigen, da� Darget der Gedanke, bisher unver�ffentlichte Arbeiten des A�nigs der
Allgemeinheit preiszugeben, nicht fern lag. Aber ist das ein Verr�ter, der seinen Verrat ank�ndigt? Im August
desselben Jahres h�rte Darget von seinem Nachfolger de Prades, dem A�nig sei die Ausgabe seiner Werke, die
Darget fr�her in seiner Obhut gehabt habe, abhanden gekommen. Gemeint ist wohl die ganze noch vorhandene Auflage
und h�chstwahrscheinlich die der Ausgabe von Darget erinnert in seinem Briefe vom I.August den A�nig
daran, da� er eine kleine Huartausgabe nur in einem Exemplar f�r die Reisebibliothek habe herstellen (tirer)
lassend Die �brigen B�nde seien in der Druckerei des Berliner Schlosses in sicherem Gewahrsam, wie er de prades
sofort mitgeteilt habe. Obwohl er den A�nig in dem sehr berechtigten Wunsch, �ber den Verbleib der ihm anvertraut
gewesenen V�cher beruhigt zu sein, um baldige weitere Mitteilung bat, ist eine Antwort darauf nicht erfolgt,
wahrscheinlich hatten sich die Vande gefunden, denn sie sind heute noch da. Band Ider Ausgabe von ist in
zw�lf ungebundenen und Band IIderselben Ausgabe in sechs gebundenen Exemplaren in der Bibliothek des Stadtschlosses
in Potsdam vorhanden, au�erdeni von diesem zweiten Vande 20 ungebundene Exemplare in Sanssouci in einem
Holzkasten, von dem man wohl nur f�lschlich heute noch sagt, er habe zur Aufbewahrung der Reise- und Ariegsbibliothek
des A�mgs gedient. Die Besorgnis Dargets �ber das angebliche Verschwundensem dieser B�nde ist wohl verst�ndlich,
da er bef�rchten mu�te, es k�nnte Mi�brauch damit getrieben werden.
Vor dem Erscheinen der beiden Nachdrucke von J76O erhielt Dargel am 5. Dezember H759 einen �d'Artigni"
unterzeichneten, aus Genf datierten Brief folgenden Inhalts: �Un de vos amis et qui vous estime beaucoup,
Monsieur, me charge de vous avertir qu'il est inform� que le Sieur Taillant ou Saillant, imprimeur ? Paris,
imprime en secret les ?uvres du philosophe de Sanssouci, On a m?me insinu� ? cet ami que vous aviez
vendu cet ouvrage, qui vous fut jadis confi� par son illustre auteur, par la somme de cinq cents Louisd'or,
chose dont assur�ment on ne vous croit pas capable. Comme on pourrait vous l'avoir vol� et que cela vous
occassionnerait du d�sagr�ment, on ne doute pas, Monsieur, que vous n'agissiez en. cons�quence pour emp?cher
qu'un pareil ouvrage paraisse sans le consentement de l'auteur qui, du reste, comme vous le savez, est bien
�loign� de le donner." Sarget wandte sich, mit Recht �ber diese Verd�chtigung erschreckt, pers�nlich an Voltaire,
von dem er wu�te, da� er �ber solche Dinge immer auf dem taufenden war, und amtlich an seinen Vorgesetzten,
den Intendanten der Milit�rschule, pecquet, der bei Malesherbes, dem Chef der pariser Zensurbeh�rde, um eine
Audienz f�r Darget bat. Mit Malesherbes' Zustimmung wurde nach eingeholter Genehmigung des Ministers des
Ausw�rtigen, des Herzogs von i�hoiseul, der pariser Nachdruck der Dichtungen Friedrichs hergestellt, allerdings mit
Vermeidung Heden Verdachtes, da� die franz�sische Regierung um die Sache wisse. Allerdings waren Voltaire und
Malesherbes Eingeweihte, wie Mangold belastend f�r Dargst hervorhebt, andererseits aber waren sie die gegebenen
Pers�nlichkeiten, durch die er auf privatem wie amtlichem Wege Aufschlu� bekommen zu k�nnen meinte. Malesherbes
enth�llte seine eigene Mitwisserschaft in der Antwort an pecquet nicht; aber weder l��t seine Antwort noch ein von
kemoine und Lichtenberger mit dieser ver�ffentlichter Brief Choiseuls an Malesherbes irgendwie darauf schlie�en, da�
Sarget es war, dem die Drucklegung verdankt wurde. Malesherbes gibt zu verstehen, da� er Bonneville f�r den Schreiber
des Briefes an Darget h�lt, wie dieser sp�ter halb zugestand, und da� er Darget wegen der Verd�chtigung werde
beruhigen k�nnen, und Choiseul sagt nur, er werde, falls Darget sich an ihn wende, jede Mitwisserschaft der Regierung
des K�nigs ableugnen, w�re Darget der Hauptbeteiligte an der ganzen Sache, w�rden und m��ten beide sich anders
ge�u�ert haben. Und Voltaire schreibt am 7. Januar U^�f Darget w�rde niemals etwas zu bef�rchten haben, selbst
wenn, wie in paris, etwas gedruckt w�rde, was wo anders (gemeint ist wohl ?yon) bereits gedruckt sei. Das k�nnte
ja noch so klingen, als ob Voltaire meinte, es w�rde von ihren Machenschaften nichts herauskommen. Aber der
Scherz, mit dem er die ganze Angelegenheit abtut, Darget werde niemals einer Untreue bezichtigt werden k�nnen,
au�er der mit einem M�dchen, l��t wirklich nicht darauf schlie�en, da� er ihn als den Verr�ter kennt. Mangold
'

    
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.