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Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

Full text: Lektüre und Bibliotheken Friedrichs des Großen

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sahen, vorn K�nig �berhaupt nicht ausgegeben, so da� also nur Band IIund IIIin die H�nde semer Freunde
gelangten. Diese beiden Bande wurden Voltaire w�hrend seiner Anwesenheit in Potsdam zur Korreftut vorgelegt.
Danach erschien in neuer ver�nderter Zusammenstellung mit den Verbesserungen Voltaires: ?uvres du philosophe
de Sanssouci. I.MDCCLII; ein zweiter Vand dieser Ausgabe ist nicht gebr�ht worden. Voltaire, Mauvertuis,
Algarotti, B�rget, aber auch der Marquis de Valori erhielten vom K�nig seine Dichtungen, entweder in beiden oder
nur in der letzten Ausgabe. Die 2T?aupertuis gegebenen B�nde famen nach dessen Tode an den K�nig zur�ck.
Voltaire wurde tnr�??�rj \755 die Auggabe von J752 abgenommen. Die drei anderen genannten M�nner behielten
die ihnen geschenkten Exemplare, Algarotti und Valori nachgewiesenerma�cn, und an B�rget schreibt der K�nig in
einer Nachschrift zu dem Briefe vom 26. Juni 1753, in dem er ihm den Abschied bewilligte: �Je vous laisserais
volontiers le fatras de mes sottises, mais ilpourrait s'�garer apr?s votre mort et vous savez ? quel point je
crains de passer pour po?te." was nun mit diesen B�nden geschehen ist, wissen wir nicht. IDir erfahren nicht,
da� Dargct sie zur�ckgegeben hat, und es erscheint sehr wahrscheinlich, da� er sie behielt. Sicher ist, da� er den
ersten Band der Ausgabe von mit dem Aalladion in seinem Besitz hatte und behalten hat. Vb der K�nig
davon wu�te, ist nicht bekannt; m�glich w�re immerhin, da� er gerade ihm, der den �u�eren Anla� zur Abfassung
der Dichtung geboten hatte, auch diesen sonst zur�ckgehaltenen Band geschenkt hat. Nach Dargets und des K�nigs
Tode wurde von Dargets Sohn ein Neudruck des pallabion herausgegeben unter dem Titel: �Palladion. Po�me en
six chants par Fr�d�ric II,Roi de Prusse. Auquel on a ajout� plusieurs pi?ces int�ressantes, livr�es du porte-feuille
de M.Darg-et, ci-devant secr�taire de Sa Majest�. 1788." Der Band enthalt au�er dem pallabion noch die Pens�es
sur la Religion, die Ep�tre ? Milord Baltimore, die Ep�tre sur la m�chancet� des hommes, die Ep�tre ? Catt und bas
Lustspiel L'�cole du monde. Erst durch diese Publikation wurde das pallabion der Vcffentlichkeit bekanntgemacht.
Gbwohl also die gedruckten Werke des K�nigs in verschiedenen H�nden waren, wurde ein Dezennium hindurch
die von ihm dringend gew�nschte Beschr�nkung ihres Bekanntwerden^ auf einen kleinen Kreis von den Beteiligten mit
der gebotenen Zur�ckhaltung gewahrt. f?s erscheint das bei der Auffassung, die man damals vom Schutz des geistigen
Eigentums hatte, beinahe wunderbarer als die Tatsache, da� im Jahre 1^60 fast gleichzeitig Zwei Nachdrucke seiner
Dichtungen erschienen. Der eine wurde am Januar in Tyon von Vruyzet unter dem gleichen Titel wie bas
(Driginal mit dem falschen Druckort: �Potsdam, et se trouve ? Amsterdam chez I. H. Schneider" in einem
[2� Bande herausgebracht. Er gab die Originalausgabe non 5 752, VandIwieder. Der andere Nachdruck kam
ungef�hr \% Tage sp�ter, am 3\. Januar, in parts in zwei B�nden heraus. Dieser hatte auch den Druckort des
Vnginals: ,,Au donjon du ch�teau avec privil?ge d'Apollon 1760" und umfa�te Band IIund IIIder Original-
ausg�be von ;750, herausgegeben wurden diese beiden B�nde von den, pariser Buchh�ndler Saillant, W�hrend als
Urheber der erstgenannten Ausgabe der Adjutant und Sekret�r des Marschalls von Sachsen, Vomleville, entlarvt ist,
der 574.9 in Potsdam gewesen war und nachher auch in preu�ischem Dienst gestanden hatte, schwebt die Pers�nlichkeit
des zweiten Verr�ters noch im dunkeln. Sehr stark verd�chtigt erscheint Voltaire. Die Untersuchungen von Cemoine
und Lichtenberg�, von Aoscr, der anfangs an die Schuld Voltaires nicht glaubte/ von Droysen und Mangold haben
ihn stark belastet. Letzterer glaubt neben ihm aber auch Darget der Beihilfe zu diesem Verrat bezichtigen zu m�ssen, und
insofern hat die Frage nach dem Urheber der Publikation hier besonderes Interesse. Mangold glaubt, da� Darget an
Voltaire Vand IIund III1 f�r den Pariser Druck lieferte. Zum Beweise daf�r wird zun�chst der Brief Dargets an den
K�nig vom 27. April \75^ angef�hrt, in dem er ihn erstaunt fragt, warum denn seine �Ep�tre ? mon esprit" nicht
ver�fsenilicht werden d�rfe. �Votre Majest� doit permettre qu'on la lui d�robe quand elle voudra publier la
meilleure de toutes les apologies." Mir ist weder der Zusammenhang ganz klar, in dein Darget auf diesen
Gedanken kommt, noch der Nachsatz: �quand elle voudra publier la meilleure de toutes les apologies". Gemeint
ist wohl: �wenn er will, da� bas Beste, was zu seiner Verteidigung gesagt werden kann, bekannt werden soll".
1Diese V�nde fin& wohl gcmcntt, nicht Iund II, wie S. 20 in der angef�hlten Abhandlung 311 lesen ist.
        
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