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Das Feldtagebuch des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen aus dem Jahre 1813

Full text: Das Feldtagebuch des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen aus dem Jahre 1813

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am Thor. R�ch kurzem Essen legten wir uns schlafen � fr�h am 3"" Apnl^ ward wieder aufgebrochen, wir
sollten nach Chemnitz. ?s war ein tr�ber Tag. prinj August streifte herum, das Schlachtfeld 2 zu besehen, und Onkel
Wilhelm kam erst sp�ter. Wir F�rsten-Rinder nannten uns, mit schlechtem Witz, die heilige Zchaar. � Vor Vederan
Famen uns Post- und Vurgemeister etc. entgegen. (Es standen, wenn ich nicht irre, einige schleiche Truppen drin.
In des Commandeurs Hause hatte man uns ein Fr�hst�ck bereitet, wehrend wir uns an demselben erw�rmten,
sammelte sich die ganze heilige Schaar, un& so verlie� fie vollst�ndig diesen Grt, abermals von den �tadt-Honoratiores,
trotz allem bitten begleitet. Diesfeit des Dorfes Fl�ha lief ich Gefahr, aus Freude �ber das sch�ne Fl�he-Thal^ mit
der auf einem h�hern Verge gelegnen Augustus-Vurg, verr�ckt zu werden. Nachmittags langten wir, ebenfalls von
den Honor. begleitet, in den 2 Reihen der ganz franz�sisch uniformirten V�rgergarde zu Chemnitz an�
den 27 " Iuly. R.Um s Uhr Viner mit eintgen Honor. und Vnkel Wilhelm. Abends Vall.
Am 4"" AprilMorgens ward abermals aufgebrachen und zwar nach Penig, 2 Meilen weit. Ver General
Vl�cher, der bis dahin immer gefahren war, ritt diesmal mit. vorher marschirte Zieten's Vrigade noch oorbe-y.
wir 5, die wir etwas vor dem General ritten, waren schon auf dem Wege nach Zwickau, den uns eine fixe Idee
der uns abermals geleitenden Honoratioren einschlagen lie�, als man nach des Irrthum's inne ward und in die
peniger Ztra�e einbog, wo wir mit dem General zusammenstie�en. Noch vor Mittag langten wir zu Penig an,
wo die heilige 5chaar, au�er dem Mecklenburger, im pr�chtigen Gr�fi. Hch�nburgschen Schlo�e an der Mulde abtrat.
Wir blieben hier 2 ganze Tage (bis zum ? �" Morgens) und vertrieben uns die Zeit mit spatzieren, im sch�nen Garten
und an und auf den felsigten Ufern der Mulde, mit corresvondiren und mit Zeichnen.
Am ersten Abend allgemeines Zoupcr bey Vnkel Wilhelm, des andern Mittags equ. Diner bey August
(Prinz Sch�ndurg dort), Abend beym Cousin, wo Peniger V�rger-Musik gebracht ward mit Illumination, den
6"� Mittags das Hauptquartier bey nur, Abends Cousin und Mecklenburger bey mir. �
Am ? "" Morgens brach endlich das Hauptquartier wieder auf. Diesmal nahmen wir aber den weg nordlich
hinab nach Rochlitz. Der weg war f�rchterlich, die Gegend besonders uni Rochlitz an der Mulde hinrei�end sch�n. Raum
angekommen durchstreifte ich sie schon mit dem Mecklenburger, das alte Felsenschlo� besonders der tage
des Schlosses). Ich wohnte beym Kaufmann Winkler, einem kleinen �bertrieben h�flichen Manne, der gew�hnlich
Portiers-Dienste that, und de�en Haus in der Vorstadt an der Mulde auf einem H�gel vi5 a vis des alten 3chlo�es
liegt. wir verblieben hier bis zum 12^" Morgens; wir machten viele Ausfl�chte: in die
Htein-Vr�che (wo wir einen Salamander t�dteten), nach Wechselburg nach Beelitz 2 und in's nahgelegene Chai etc. etc.
Allgemeine Diner's und Soupers machten die Runde. das Faksimile auf S. 502.^
Vber-Gr�ditz den 8�" August.
hier zu Rochlitz erhielten wir auch bald die Nachricht von der gl�cklichen Affaire bey Moekern �, wo weniger
als 50000 der Unfern �ber HO 000 Franzosen (nach franz�sischen Angaben) zum Uebergang �ber die Elbe n�thigten.
Diese Affaire bestimmte uns eine neue Richtung. Die Vereinigung mit Wittgenstein war jetzt nicht mehr so n�thig,
und man glaubte es f�r n�thiger, ein etwania.es Ausbrechen der franz�sischen Mayn-Armee durch Franken zu verh�ten ;
wirverlie�en daher nach ZT�gigem Aufenthalt am AprilRochlitz, und begaben uns wiederum nach Chemnitz hinauf."
Schlu� des ersten Fragmentes.
1 Vorlage: �May".
� 'Schlacht bei Freiberg, &ic letzte des Siebenj�hrigen Krieges, am 29. Vktober ;?62. � *Die Flshe m�ndet
bei &em Dorfe FlLha, Kr,Zwickau, in die Zschopau.
� * lieber den Nefuch in diesem �sch�nen 2ch�nburgschen lust'Zchlo�e" schreibt der
Kronprinz an Ancillon am \o. April:�?s liegt auf einer anglifirten, mit einigen gelinden Colifichini's versehenen H�he an der Itliilbe,
gegen�ber den pr�chtigsten Felspartlcn. Noch ist imSchlo�, als Ueberrest eines alten KIof?ers, die Rloster-Rirche ineinem d�plorable� Zustande,
mit sch�nen alten Gr�bern verziert, zu sehen." � 5 Vorf, 1/4 ?Heile f�dsiid�stlich von Rochlitz.
� 8 In den Gefechten der Truppen ?^oref1s
und VAow's um ITIScferti/ �stlich von Magdeburg an der Ehle, am 5. April (8(3, standen sich ca. 4e 000 Franzosen und ca. 20000 ver-
biindete gegen�ber, die aber beiderseitig nur teilweise ins Gefecht famen; jedenfalls war die Ueberzahl der Franzosen erheblich und ihre
Niederlage unzweifelhaft.
        
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