Path:
Rede, gehalten zur Feier der fünfundzwanzigjährigen Regierung Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II.

Full text: Rede, gehalten zur Feier der fünfundzwanzigjährigen Regierung Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II.

89
gewonnen hat, ist damit in bezug auf die wirtschaftliche Lebensstellung den mittleren Klaffen des staatlichen und
kommunalen Beamtentums einigerma�en angen�hert worden, wie denn die Stellung eines Beamten �berhaupt das
Vorbild miserer ganzen [oktalen ver-
sicherungsgesetzgebung gewesen ist.
Die notd�rftige Sicherung der
Existenz, die damit f�r Alter, Arank-
heit und Invalidit�t vorgesehen ist, soll
nat�rlich weder Arbeiter noch Angestellte
abhalten, nach einer Verbesserung ihrer
Arbeitsbedingungen und ihres Gebens-
loses �berhaupt 311 streben. (Ein Polster
f�r die Tr�gheit ist hier sicherlich
nicht geschaffen; und wenn die viel
gescholtene Rentensucht manchmal auch
in recht ungesunden Formen auftritt, so
ist es doch eine ungeheuerliche Neber-
treibung, von einer Erschlaffung der
Selbstverantwortlichkeit und der Arbeits
�nergie in den 2Haffen unseres Volkes zu
reden. Auch bas Selbstgef�hl der freien
Pers�nlichkeit wird dem Arbeiter und
dem Angestellten der Privatbetriebe
keineswegs dadurch verk�mmert, da� er
der schlimmsten Sorgen f�r die Zukunft
einigerma�en entledigt wird; vielmehr
kann es gehoben und gest�rkt werden
durch das Bewu�tsein, da� er auf Grund
eines Rechtsanspruchs fordern kann,
was er sonst entweder ganz entbehren
oder aber als ein Almosen aus der Hand
privater Wohlt�tigkeit oder der offene
lichen Armenpflege erbitten und entgegen*
nehmen m��te. Die Abneigung der
Fabrikunternehmer gegen die vielfach als
St�rung empfundene obrigkeitliche Ge-
werbeaufsicht ist nat�rlich mit dein fort-
schreitenden Ausbau der Arbeitcrschutz
gesetzgebung gewachsen, aber doch nicht
in dem ?�Tage, da� sie den Bestand
tjultiijinigsgpi'd'ejif bes XJeutfdjen ITIufcums in l??unrfjen ans f�bet in &er Bfs ITIufeunisturmes.
C)�l;enj��ctH411uieum
dieser Einrichtungen bedrohen k�nnte. Es liegt ja in der menschlichen Natur begr�ndet, da�, wenn derartige Ein^
richtnngen eine Zeitlang in Wirksamkeit gewesen sind, die Summe der widerst�nde dagegen sich mit dem allgemeinen
Bed�rfnis nach Abwechslung verbindet, um eine auf Revision abzielende, verst�rkte Aritik hervorzurufen. Demgegen�ber
gilt es festzuhalten an dem Geist der sozialen F�rsorge, den die Aaiserliche Botschaft von atmet. Unser Aaiser hat
dieses Arograniui in feierlicher Stunde als ein heiliges Verm�chtnis f�r seine Regierung bezeichnet, und trotz der
�of}tniol(pmO�l�f!>u(tj J9i3. \2
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.