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Die preußische Königsflagge

Full text: Die preußische Königsflagge

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in wei�e�! Felde tritt. Nach einer in dein K�niglichen Hausarchw befindlichen Denkschrift des Wirklichen Geheimen
(Dberrcgterungsrats van Raumer vom J5. lXl�v$ \8^5 wurde die k)erzogskrone als mit der ehemaligen polnischen
Tehnshohcit �ber preisen 5ufanimenl??na.en6 schon |7O2 und \7Q8 fortgelassen und daf�r die K�'nigsfrone �ber den
Namcnszug auf die Vrust gesetzt. Diese zeigen auch die Adler der Flaggen im wolffgangschen Stiche nach dem 21Ta66er^
steegschen <5em�l6e, das um \~O8 entstand. $in6 mithin diese richtig wiedergegeben, so d�rfte der Schlu� gestattet
sein, da� wir in der Flagge am Heck die erste preu�ische A�mgsflagge zu erblicken habend
Mit dem Austausch der �?iburuica" durch K�nig Friedrich-Wilhelm I.im Jahre \?\6 gegen eine Anzahl rom
Zaren geschenkter �langer Kerls" d�rfte die A�nigsflagge au�er Gebrauch gekommen und allm�hlich aus der
Erinnerung geschwunden fein. Erst ein Jahrhundert sp�ter h�ren wir wieder von einer A�nigsflagge. 3m Jahre W?
halte der englische Gesandte den TMmster des Aeu�eren vertraulich um Mitteilung der Zeichnung der preu�ischen
A�mgsfiagge, Hauptfiagge und allgemeinen kandesflagge zur Aufnahme in eine von der britischen Admiralit�t
anzulegende Flaggcnsammluug gebeten� Die dieserhalb beim Finanzminister und Ariegsminister eingezogenen Erkun-
digungen ergaben, da� eine Zeichnung der allgemeinen tandesflagge nicht festgesetzt sei und da� es nur eine Dom
K�nig \8{6 f�r den Schoner �Ttralsund" und die kizentjacht sZollwachtschiff) auf der Reede von Stralfmi6 genehmigte
Flagge gab, die auf wei�em ausgezackten, Felde den preu�ischen Adler und in der rechten oberen Ecke das Eiserne Rreuz
zeigt, die sp�tere preu�ische Kriegsflagge, die wir bei festlichen Anlassen auf den Sfaatsgeb�u6ert wehen sehen. Ver Kriegs^
minister f�hrte bei Ueberfen6uug der Zeichnung an den Minister des Aeu�ern aus, da� von den einzuf�hrenden
Abstufungen in den Flaggen Seiner Majest�t \B\7 Entw�rfe vorgelegt worden feien, �wor�ber bis jetzt noch Feine
Allerh�chste Entscheidung erfolgt ist". Unter diesen Umst�nden sah sich der Finanzminister Graf von V�low veranla�t,
den, K�nig eine Denkschrift vorzulegen, in der er auf Grund der geschilderten Verh�ltnisse die Allerh�chste Entscheidung
erbat. lieber die Flaggenf�hrung in monarchischen Staaten ist tu der Denkschrift gesagt, da� zwei Hauptabteilungen
der Flaggen gebr�uchlich feien: \. Hauptflaggen: a) die k�nigliche Flagge, K) die Hauptflagge. Als letztere d�rfte die
des Schoners �Stralsund" gelten, da sie durch das Eiserne Kreuj ausgezeichnet fei; diese Hauptflaggen wehten vom
M�ste; 2. ordentliche Can6esflaggen, die vom Hinterteil der Schiffe wehen und Aauffahrern zustehen, als solche sei
der preu�ische Adler in wei�em Felde gebr�uchlich, (tats�chlich war durch KaWnettsor6er vom 50. M�rz \803 als
allgemeine Staatsflagge eine wei�e Flagge, die den gekr�nten schwarzen Adler enth�lt, anerkannt worden. D. V.)
Friedrich-IVilhelm III. entschied durch Aabinettsorder von: 22. Mai \8\S dahin, da� die ordentliche Landesflagge aus
drei gleich breiten wagerechten Streifen schwarz, wei�, schwarz � jedoch ohne Adler � bestehen solle. f�r die K�nige
liche und Hauptflagge bleibt es bei den Bestimmungen, welche Ich f�r den Schoner 5tralfun6 ,. . fr�her gegeben habe."
Hiermit war eine ausdr�ckliche Festsetzung einer K�ntgsflagge nicht erfolgt, wenn man nicht annehmen will, da� sie
unter der �k�niglichen" zu verstehen und daher mit der Eisernen Areuzflagge identisch sei. Anla� zu dieser Annahme
bietet der Schriftwechsel des Geheimen Kabinettrates Albrecht mit den: Minister des Beugern im Fr�hjahr 1823,
in dem jener eine Zeichnung der preu�ischen Flagge erbat, damit die vom K�nig von England zum Gebrauche
Friedrich-Wilhelms III.bei der pfaueninfel bestimmte kleine Fregatte �Royal Louise" unter preu�ischer Flagge nach
Potsdam k�me. Der Minister sandte au�er der erbetenen eine Zeichnung der k�niglichen Hauptflagge mit, �da diese
f�r die Fregatte wohl vorzugsweise zu ber�cksichtigen sein m�chte". Der Krtcgsminifter scheint nicht dieser Ansicht
gewesen zu fein, denn im Oktober 5825 hatte er auf Betreiben des Marinemajors Longe' einen Entwurf zu den
notwendigsten Abstufungen der Flaggen f�r bewaffnete See- und Flu�fahrzcuge von diesem aufstellen lassen, der auch
eine K�ntgsflagge enth�lt, die den preu�ischen Adler auf silbernem Grunde und das Eiserne Kreu3 zeigte. Auf diesen
1 I?err Professor Dr. Seidel machte midi auf die in dem vorstehenden Aufsah wiedergegebenen Abbildungen des preu�ischen
Reichsbannern ans dem Kr�nungsiuerFe Friedrichs I- aufmerksam, die auf wei�em umfranstem Grunde den preu�ischen Adler mit der
K�nig5krone �ber dem Haupt und �ber dem Namenszug auf der Vrust zeigen, was f�r bas bei der R�mgskr�nunZ in Wirklichkeit
verwendete panier falsch ist, sich aber dadurch erkl�rt, da� der von 3ob,?nn'(3eorg wolffgang verfertigte stich erst \~\2 erschien. Da bas
Reichsbanner nur bei feierlichen Gelegenheiten wie die dargestellten verwendet wird, so kann es als K�nigspagge, die den jeweiligen
Aufenthalt des Herrschen kennzeichnet, nicht angesprochen werden.
        
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