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Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

Full text: Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

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Verm�chtnis der K�nigin Sophie-Dorothea
Das Testament der am 28. Juni 5 757 verstorbenen K�nigin Sophie-Dorothea vom Juli l~53 enth�lt folgende
auf ihre Juwelen sich beziehenden Bestimmungen unter Absatz 3; �da� vorgedachte Ihro Majest�t der K�nig, Unser
hcrtzgeliebter Herr Sohn, alles, was Uns an Jouvelen und Edelgesteinen zugeh�ret, und zwar so wohl, was N)ir mil
anhero gebracht, als Uns Hieselbst gcschencket worden, oder Wir auch selbst erkauftet, haben solle, nichts davon
ausgenommen, au�er
(Einen King von 500 Rthlr mit 3*?ro Majest�t des K�nigs portrait.
(Einen Ring von 500 Rthlr mit Ihro ��tajeft�'t des Hochseligen K�nigs portrait.
Einen Vrillant von H00 Rthlr uni�
?inen kleinen von 70 Rthlr
Don welchen wir weiter disponiren werden."
Diese Ringe, und Brillanten waren an anderer Stelle des Testamentes ihren T�chtern, der Markgr�fm von
Bayreuth, der Herzogin von Braunschweig, der Prinzessin Amalie und der K�nigin von Schweden in derselben
Reihenfolge vermacht. 3n dem Testament wird auf den Aronschmuck kein Bezug genommen, den die K�nigin wohl
nach dem Code K�nig Friedrich-Wilhelms I. vollst�ndig wieder abgeliefert hatte, damit er der neuen K�nigin zur
Verf�gung gestellt werden konnte. 3n einem fr�heren Testamente vom \6, Dezember hatte die K�nigin ihr
Goldgeschirr und die Edelsteine dem damaligen Kronprinzen vermacht, �nacht aber dabei noch besonders barauf
aufmerksam: �das Collier von 37 gro�en perlen geh�ret zum Hause". Nach diesem �lteren Testamente sollte jede
ihrer sechs T�chter f�r 2000 Rtlr. Juwelen erhallen. Die Kronprinzessin Elisabeth -Chnsline sollte �dero Aigrette
von {B Tropfen mit einem Stein darunter" bekommen; stirbt fie or/ne Amder, soll dieser Schmuck an das k�nigliche
Haus fallen� F�r den Fall, da� Prinzessin Amalie mwerm�hlt bleibe, solle sie �dero Schmuck von Amethistcn,
bestehend in einem Kmi5 von Amethisten und einem Vrillant, auch einem Coulant von Brillanten nebst ein paar
Vhr Bouclen" erhalten.
Friedrich der Gro�e hatte feiner Schwester 2(ntalte �die Commission und Vollmacht gegeben in Ansehung
der H�chstseeligen Frau Mutter Verlassenschaft in Seinem Nahmen alles It�tr;tge, nach Inhalt des Testamentes zu
beobachten". Da nun in den �� 3 und H des Testamentes die K�nigin Sophie-Dorothea ihrem �ltesten Sohne ihre
in einem besonderen Verzeichnis beschriebenen Juwelen und Edelgesteine sowie ihr goldenes Geschirr vermacht hatte,
fordert die Prinzessin am 25. M�rz \7�8 den Minister von Boden auf, dieses Verm�chtnis im Hamen �es K�nig�
von den zur Inventur und Teilung ernannten Aommissaren in Empfang zu nehmen. Da der Minister sich hierzu
nicht ohne weiteres berechtigt hielt, veranlagte er einen entsprechenden Befehl des K�nigs, bec dann auch in einer
Gry�au, den 29. M�rz 758 datierten �rber eintraf, die ihn� auftrug, das Verm�chtnis von den Kommiffaren in
Gegenwart des Ministers Graf Finckenstein in Empfang zu nehmen, �dar�ber eine ordentliche Registratur halten und
selbige von Euch unterschrieben nur gedachten Etats Minister Gr. v. Finckenstein zustellen, sodann aber alle specifirte
Sachen wohl einpacken und versiegeln, auch solche in gute und sichere Verwahrung nehmen follet, damit solche inallen
Umst�nden sicher seynd, bis Ich demn�chst dar�ber anderweitig bisponireu werde". Diese Uebergabe erfolgte bann am
*3. April 5758.
Erst nach Beendigung des Siebenj�hrigen Arieges vermochte sich Friedrich der Gro�e mit dieser Erbschaft
seiner Mutter zu besch�ftigen. Am 26. April mu�te der Aasten mit den Juwelen auf seinen Befehl dem
Minister Grafen Finckenstein �bergeben und von diesem an ihn nach Potsdam gesandt werden. Unter Bezugnahme
auf die sideikommissarische Bestimmung seines Gro�vaters von erkl�rte Friedrich am 5. August in feierlicher
Form!, diesen, r�hmlichen Beispiel folgen" und die von seiner Mutter geerbten Juwelen den Aronjuwelen seines
1 vgl. die Anlage XI und das Faksimile Tafel l4.
Qai?rn3DUrrn>3aferbiKt? 19(3. 6
        
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