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Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

Full text: Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

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Elisabeth-Christine, zur Benutzung. Sein Gewicht wird in dieser Zeit, allerdings ohne Nennung seines Namens, mit
5V/b angegeben. Die K�nigin verwendete den Stein in einer Zusammenfassung von H gro�en und 5 kleinen
Brillanten als �Bouquet", an dem der kleine Sancy als �pendeloque" befestigt ist'. 3 derselben Verbindung wird der
Stein auch von der K�nigin kuise �fter gebraucht. Sei den Verm�hlungen der T�chter Friedrich-Wilhelms III.,zuerst bei
der Prinzessin Alexandrine im Jahre wird der kleine Sancy wiederholt beim Vrautschmuck verwendet, und zwar
als Pendeloque an einem Kollier von 22 und mehr Rosetten. 3n solcher Verbindung mit einer Brillantenkette wird
er auch heute noch von der Aaiserw benutzt (vgl. die Abbildung Tafel 50). Die Absch�tzung feines wertes hat oft
gewechselt. Im Anfang der Regierung Friedrichs des Gro�en wird er auf 300000 Mr. angegeben, im Januar
bei einer in der Seehandlung vorgenommenen Absch�tzung, wobei es sich um die Frage des Verkaufes handelte, in
R�cksicht auf Me ung�nstigen Zeiten auf 60000 bis 500000 Rtlr.2
Der Hauptlieferant f�r Juwelen bei A�uig Friedrich I. ist bereits seit seiner Aurprinzenzeit der Hofjude oder
�Hofjubilirer" Jost liebmann und nach dessen Code seine Witwe. Vie Un�bersichtlichkeit der von ihm gemachten
zahlreichen Lieferungen und der daf�r erfolgten unregelm��igen Zahlungen veranla�t im Veginn des Jahres eine
Gefamtabrechnung, die ergibt, da� kiebmann in der kurprinzlichen Zeit f�r 52 006 Rtlr. Gr. und in der kurf�rstlichen
bis ;c>9? f�r 208 95k Mr. 23 Gr., zusammen f�r 260 9HZ Rtlr. Gr. Juwelen geliefert und daf�r im ganzen
245599 Rtlr. bezahlt erhalten hat. Der Aurf�rst bleibt demnach niit 59 ?q.^ Rtlr. 56 Gr. im R�ckstande, zu denen
noch eine vom Aurf�rsten �bernommene Bezahlung einer Forderung der Grumckowschen Erben an liebmann f�r
verkaufte 2N�bel nn Vetrage von 5 5 200 Rtlr. hinzutritt.
Die in Jahresabschl�ssen zusammengestellten und vom Aurprinzen und Aurf�rsten mit dem eigenh�ndigen
Vermerk �Ist gelieffert Friedrich" attestierten Rechnungen bewegen sich in der Aurprinzenzeit noch in bescheidenen
Grenzen. Das erste Jahre 5685 zeigt einen Gesamtverbrauch von 3772 Rtlr., der nur in den Jahren 563H und 566?
wieder �bertroffen wird. 568H gab seine zweite Vermahlung mit Sophie-Charlotte von Hannover Veranlassung zu
kostbaren Geschenken. 5o lieferte kiebmann einen Ring mit gro�en Facettdiamanten, den der Aurprinz seiner Gemahlin
�zum Anfang" schenkte, f�r 3000 Rtlr. Ferner erhielt die Aurprmzessm von ihrem Gemahl im September ein Portr�t
mit einem gro�en Facetldiamanten f�r 5500 Rllr., im Oktober zwei Vrasseletten mit gro�en Facetten f�r 3000 Rllr.,
einen Schmuck mit gro�en und sch�nen Smaragden und Diamanten zu 2500 Rtlr. usw. Au�erdem werden zahlreiche
Geschenke an hannoversche Hoflcute aufgef�hrt. Der gro�e Verbrauch an Geschenken im Jahre 568? ist wohl schon
Vorbote des demn�chst in Aussicht stehenden Regierungsantrittes infolge der Arankheit des Gro�en Aurf�rsten,
der dann eine gro�e Steigerung des Vedarfs herbeif�hrte. Im Jahre 5639 wurde allein an neun Gesandte der
verschiedenen M�chte je �Gin portrett mit Ein Curhut" geschenkt, deren preis sich zwischen 500 Rtlr. und 5900 Rtlr.
bewegte. Zum eigenen Gebrauch des Aurf�rsten dienten zwei gro�e Facettsteine zum preise von 20000 Rtlr., ferner
eine Aette von 22 Facetlsteinen zu HM)Rtlr. und als Geschenk f�r den Aurf�rsten von Hannover ein Ring mit einem
gro�en Facett zu 6000 Rtlr. Es w�rde zu weit f�hren, alle diese von Qebmann gelieferten Juwelen an Portr�ten
�mit Aurhut" und an Portr�ten �auf dem Arm", an goldenen Degen, Ringen, Grdenskreuzen, An�pfen,
Vrillantbuketts usw. auch nur im Auszug wiederzugeben, die, wie erw�hnt, bei diesem einzigen Lieferanten bis zum
Jahre 569? den Netrag von 2609^3 Rtlr. 53 Gr. ergeben, leider h�ren mit diesem Jahre die Nachrichten �ber die
Einzellieferungen liebmanns und nach dessen Code von seiner Witwe auf, die gerade f�r die Ar�nungszeil und den durch
diese verursachten Bedarf besonderes Interesse gehabt h�tten. Wir fanden in den Akten nur die Notiz vom August 5698,
da� liebmann sieben gro�e Facettdiamanten f�r H5 000 Rtlr. geliefert hat, bei deren Vezahlung ihm 26 vom Kurf�rsten
'
Zuerst erw�hnt in der Spezifikation vom 3. Oktober (?6<*. Vgl. Anlagen Nummer X,*
iA gro�er vrillant,Sancy genannt, wegen der Seltenheit vielleicht f�r 311 verkaufe�, im Mittelprris anzunehmen
auf 60000 3Xttr." Das Sufctt, zu dem der 3ancy als Pendeloque diente, wird als Ganzes auf 50000 Rtlr. gesch�tzt.
        
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