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Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

Full text: Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

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Was aus diesen doch jedenfalls sp�ter noch bedeutend vermehrten sch�tzen geworden ist, l��t sich im einzelnen
nicht feststellen; wir k�nnen nur annehmen, da� sie wenigstens zum gro�en Teil schlie�lich in den Vesitz A�nig Friedrichs I.
�bergegangen sind. Sei dessen ganz abweichenden Anspr�chen an Gr��e und Schliff seiner Vrillante� haben sie sich
jedenfalls keiner besonderen Wertsch�tzung bei ihm erfreut.
Neber den Besitz des Aurprinzen an Juwelen geben mehrere Znventare Auskunft, die daf�r zeugen, welche
Vedeutung diese Dinge in seinem keben spielen. Sie geben auch einen Einblick in den steten Vesitzwechsel, denn van
der Mehrzahl der St�cke wird angegeben, da� sie an die Aurprinzessm, die erste Gemahlin Friedrichs, Henriette von
Hessen-Aasscl, geschenkt worden seien. Das letzte dieser in der Anlage III abgedruckten Verzeichnisse stammt vom
Februar ist also IMonate vor dem Tode des Gro�en Aurf�rsten aufgestellt worden, leider sind die
jedenfalls vorhanden gewesenen Verzeichnisse der Aurf�rstenzeit nicht erhalten, sondern wir k�nnen unsere Kenntnisse
�ber die Zuwelcnsammlung des Aurf�rsten und sp�teren A�nigs nur aus einzelnen zuf�lligen Nachrichten �ber die
ihm zugefallenen Erbschaften und seine Ank�ufe bei dem Hofjuden Jobst tiebmann sowie aus dem nach seineni Tode
aufgestellten Nachla�verzeichms vervollst�ndigen.
Unter den Erbschaften sind die aus dem reichen oranischcn Hause semer Mutter ?uife^enriette die bedeutendsten.
Aus dem Nachla� feiner Gro�mutter, der Gemahlin des Srbstatthalters Frie�rich-Hemrich von �tarnen, Amalie
von So?nts, fiel bei der Erbteilung dem Aurprinzen und feinem Vruder Ludwig das vierte tos der Juwelen U
svgl. Anlage II), unter denen sich mehrere St�cke von Vert befanden, von denen der an den Aurprinzen gekommene
Anteil in dein Inventar von \ 677 bereits aufgef�hrt wird.
Das Hauptst�ck des Nachlasses aber war ein Aollier von 36 perlen, das nach dem Testament der verwitweten
Prinzessin Amalie an ihren Enkel Friedrich fallen sollte, aber erst nach dem Tode der F�rstin Henriette Aatharma
von Anhalt-Dessau, der Schwester seiner Mutter. In dem Vergleich A�nig Friedrichs mit seiner Tante vom
5. Februar z?03 trat diese das Perlenhalsband sowie das Haus im Vusch beim Haag mit allen M�beln und Pertinenzien
schon ZU ihren Lebzeiten dem A�nig ab. Die 36 perlen wurden dann im September l.702 an den A�nig ausgeliefert.
Nach der Tradition werben eine Anzahl der sch�nen abgebildeten Perlenketten als oranische Perlen bezeichnet. Unter
ihnen werden wahrscheinlich auch diese 36 Perlen zu suchen sein.
Sei den mit der sogenannten oranischen Erbschaft verbundenen Streitigkeiten �ber den Nachla� des Erbstatthalters
Friedrich-Heinrich von Vranien, des Gro�vaters A�nig Friedrichs, auf die wir hier nicht eingehen k�nnen, spielt ein
gro�er Diamant von 3H Aarat, der sogenannte kleine Sancy, eine besondere Rolle. Am 28. Juli vergleicht sich
A�nig Friedrich I.mit der Prinzessin von Nassau als vorm�nderin des Prinzen Ioh.-U)ilh.-Friso �ber die zur Erbschaft
geh�rigen Juwelen und M�bel. Aus diesen, Vertrage sind zu erw�hnen:
�?. Le Roy aura d?s ? pr�sent le petit Sancy.
2. Sa Maj\ c?de son droit sur tous les autres joyaux, r�serv� le droit du testament de feu Mad. la
Princesse Am�lie d'Orange etc."
Vie in Nummer 2 gemachte Ausnahme bezieht sich auf die bereits erw�hnte Perlenkette. InNummer
wird der kleine Sancy zum ersten Male als Eigentum der Arone Preu�en erw�hnt, und er hat, wenigstens in bezug
auf Gr��e und Gewicht, die erste Stelle im Arontresor behalten. Ueber seine Verwendung unter A�nig Friedrich I.
erfahren wir nichts Sicheres, da in den �lteren Verzeichnissen niemals Angaben �ber das Gewicht der Steine gemacht
werden. Wir m�ssen aber annehmen, da� A�nigFriedrich ihn zum Schmucke seiner A�nigskrone verwendet hat denn aus
dieser l�st fein Enkel Friedrich der Gro�e ihn bereits heraus und �bergibt ihn seiner Gemahlin, der A�nigin
ilotes hohen Gewichtes gesch�tzt werden, heute aber meistens zu Vrillante� verarbeitet werden. Der wert der Diamanten wird au�er nach
der Gr��e und dem Gewicht nach der Reinheit, Sch�nheit und Gleichm��igkeit des Schnittes abgesch�tzt. Das Gewicht wird nach Karatberechnet, das in n Gran geteilt wird.' Vgl. den Nachtrag S. 53.
        
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