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Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

Full text: Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone

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Herrn im feierlichen Zuge getragen wird. Friedrich schildert n�mlich in einem Vriefe vom \7. 3U1U W9 seinein
Btu&er sein kurz vorher in Breslau stattgehabte Zusamnlentreffen mit K�nig Mathias voll Ungarn 1 und sagt dabei:
�U)ir haben da uff Vrandburgisch wol gelebt uni� einen sch�nen, reisigen zeugk gehabt und uns gestalt als ein kurf�rste,
und unser guldin Swerdt ist glich hoch des konigs Swert in der procession an des heiligen leichnamstag und sust
�berall getragen." Der Schlu� von ZH�rcfcr, da� es sich hierbei um das heulige Aurschwert handelt, dessen wirkliche
Geschichte Marcker nicht kannte, ist ja nicht als unm�glich von der Hand zu weisen, es ist aber doch nicht wahrscheinlich,
da� der damalige Markgraf Albrecht ein ihn� neun Jahre fr�her wegen seiner pers�nlichen Verdienste vom Aapste
verliehenes geweihtes Schwert seinem �lteren Vruder, dem Aurf�rsten Friedrich IL, �bergeben habe. Viel eher ist
anzunehmen, da� er als Markgraf und sp�ter als Aurf�rst dieses Schwert als sein eigenes Zeremomalschwert mit
sich gef�hrt hat, wie wir es auf dem Ansbacher Vilde sehen, und da� dann mit der Zeit dieses Schwert wegen seiner
Geschichte und seiner Abstammung auch von seinen Nachkommen hochgehalten und als �Aurschwert", d. h. als
Zeremomalschwert, bei feierlichen Anl�ssen gebraucht wurde. Als eine Folgeerscheinung der Reformation wurde sowohl
in den Airchen wie im t�glichen leben mit ben Erinnerungen an das Papsttum aufger�umt. Aurf�rst Joachim II.
gebrauchte zwar das Schwert in der traditionell gewordenen weise weiter, lie� aber alle p�pstlichen Abzeichen daran,
wie oben geschildert, durch Umarbeitung beseitigen.
Unter den spateren Aurf�rftenbildern verdient eigentlich nur das Tafel H wiedergegcbene Vildnis des Aurs�rften
Iohann-Sigismund Beachtung, weil auf ihm das Aurschwert, das Zepter und der Aurhut augenscheinlich nach deu
Vriginalen gemalt sind; was allerdings dahin eingeschr�nkt werden mu�, da� der Maler auf der Vorderseite der
Schwertscheide die neun diesem Aurf�rsten zukommenden Wappenschilder anstatt der drei auf dem Vriginale zur
Darstellung gebracht hat. In den sonstigen Einzelheiten stimmen das Schwert mit den: Aurfchwert und das Zepter
mit den: im Hohenzollern-Museum aufbewahrten kurf�rstlichen Zepter genau �berein.
Das Reichssicgel
Vas heute bei den Aroninsignien im Tresor aufbewahrte Reichssiegel ist der Stempel f�r das Majest�ts siegel
A�nig Friedrichs I., das ihn gepanzert mit dem Ar�nungsmantel auf dem Throne sitzend darstellt. Die nach dein
Stempel selber gemachte Aufnahme gibt nat�rlich die Darstellung im Gegensinne wieder (Tafel 8). Ver sonst nicht
bekannte Verfertiger des Stempels hat seinen Namen Sam. Stall am untern Rande angebracht. Der Durchmesser ist
0,^58 Meter. Im Jahre war der Stempel dem Graveur Barbiez bei Gelegenheit der Herstellung eines
Majest�tssiegels f�r Friedrich den Gro�en zur Einschmelzung �bergeben worden, warum das nicht ausgef�hrt wurde,
ist nicht ersichtlich 2. Es ist nicht festzustellen, ob dieser Stempel immer als Reichssiegel gedient hat. Vei den Vor-
bereitungen zur Veisetzung Friedrichs des Gro�en werden in den Akten zwei andere Siegel erw�hnt: �Vie silberne
stark vergoldete Aapsel nebst darin befindlichen Reichs Siegel vom Churf�rst Friedrich Wilhelm und auch das Reichs
Siegel vom H�chstseligen A�mg Friedrich H, Majest�t, so bei den, A�niglichen leichen Veg�ngni� gebraucht wird."
Danach scheint in fr�heren Zeiten mit dem Herrscher auch das Reichssiegel gewechselt zu haben. Die f�r die
Aufbewahrung des Reichssiegels dienende silberne und vergoldete Dose zeigt auf dem Deckel den preu�ischen Adler
mit Arone und ist eine Arbeit aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts von den Berliner Goldschmieden
Humbert und Sohn. '
1 vgl. iN�rcker im Anzeiger f�r A>mdc der deutschen Vorzeit. Neue Folge. Ad. VII, 5. 327. � a vgl. KlitiFenborg, Vie
Siegel der preu�ischen K�nige im l7pljcii5cIIiM-ii'3^ ;,)li5, 5* 9? ff.; �ort auch die rerllemerie Abbildung ein� Abdrucks des
Stempels.
Ynhr�zllUerN'Iahrl'uch 1913. 4
        
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